Appell ans bayerische Kabinett: „Lassen Sie uns die Salons am 1. Februar 2021 öffnen“

In einem Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Arbeitsministerin Carolina Trautner und Gesundheitsminister Klaus Holetschek appelliert der Landesinnungsverband für die bayerischen Friseure: „Geben Sie grünes Licht und lassen Sie uns die Salons am 1. Februar 2021 öffnen“.  Dieser Brief, unterschrieben von Landesinnungsmeister Christian Kaiser und Geschäftsführerin Doris Ortlieb, wurde heute per Mail übermittelt und per Post versendet: 

Bayerische Friseure schreiben an Ministerpräsident Söder und die Minister Aiwanger, Holetschek und Ministerin Trautner. Foto: Staatskanzlei

Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle und daher wenden wir uns an Sie, sich mit Nachdruck für eine rasche Wiedereröffnung der Friseursalons in Bayern einzusetzen.

Als Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks sprechen wir für 14000 selbstständige Friseure im Freistaat. Nach dem ersten Lockdown und im Lockdown light hat unsere Branche bewiesen, dass Friseurdienstleistungen auch in der aktuellen Pandemie sicher erbracht werden können. Unsere Betriebsinhaber sind aufgrund des Meistervorbehalts hoch qualifiziert. Durch das Unternehmermodell/alternative Betreuung sind sie außerdem besonders befähigt, sich um den Arbeitsschutz zu kümmern.

Die Friseure waren die erste Branche innerhalb der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die einen ausgeklügelten Arbeitsschutzstandard für Pandemie-Bedingungen vorweisen konnte. Dass mit diesem Konzept sicher gearbeitet werden kann, zeigen unter anderem die Zahlen der Berufsgenossenschaft. Im Friseurhandwerk gibt es aktuell sechs gemeldete Covid-19-Fälle für das Jahr 2020 bei 80.000 Friseurbetrieben in ganz Deutschland, von denen keiner anerkannt ist. Daher steht fest: Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle.

Kontrollen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege haben ergeben, dass die Vorgaben des Arbeitsschutzstandards in den Betrieben zu 95 Prozent eingehalten wurden. Für eine noch höhere Verbindlichkeit und Kontrollierbarkeit durch die Ordnungsbehörden könnte in der entsprechenden bayerischen Verordnung explizit auf den branchenspezifischen Arbeitsschutzstandard Bezug genommen und die Pflicht zur Erfassung der Kundendaten festgelegt werden. Ebenso könnte die FFP2-Maskenpflicht analog zur aktuellen bayerischen Regelung beim Einkaufen und im ÖPNV festgeschrieben werden.

Unser Arbeitsschutzstandard beinhaltet u.a. Regelungen zu:

  • Kontrollierter Zugang zum Friseursalon durch persönliche Terminvergabe
  • Vermeiden von Wartezeiten und Personenansammlungen
  • Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Kunden und Mitarbeitern (mit Ausnahme des Erbringens der Dienstleistung), auch auf Verkehrswegen im Salon
  • Maskenpflicht
  • Ausreichender Luftaustausch in allen Arbeits-, Pausen- und Sanitärräumen
  • Reinigung und Desinfektion der Arbeitsgeräte und Arbeitsplätze

Der Lockdown führt massiv zu Schwarzarbeit. Friseurdienstleistungen haben eine große Bedeutung in der alltagsbezogenen Grundversorgung der Bevölkerung. Aktuell beobachten wir mit großer Sorge einen massiven Anstieg “unmoralischer” Angebote von Verbrauchern, die bei Friseuren wegen privater Termine für Haarschnitte nachfragen. Seriöse Friseure lehnen dies selbstverständlich ab. Dennoch beflügelt die aktuelle Schließung der Friseurbetriebe die Schwarzarbeit. Eine fatale Entwicklung in Zeiten einer Pandemie, die unserem gemeinsamen Ziel, die Infektionszahlen zu drücken, komplett zuwiderläuft. Der Bereich der Schwarzarbeit entzieht sich de facto jeder Kontrolle und Nachverfolgung von Infektionsketten; Hygienekonzepte und Arbeitsschutzmaßnahmen, die auch einen Kunden- und Infektionsschutz bewirken, spielen dort keine Rolle. 

Die bayerischen Friseure zählen auf Ihre Unterstützung. Unsere sachlichen Argumente sprechen für eine Öffnung der bayerischen Friseursalons am 1. Februar. Das bayerische Friseurhandwerk steht hinter der Pandemie-Bekämpfung der bayerischen Staatsregierung, sieht aber Korrekturen für die Friseurbranche als absolut notwendig an. Geben Sie grünes Licht und lassen Sie uns die Salons am 1. Februar 2021 öffnen.

Corona: Brandbrief der bayerischen Friseure an Bundestagsabgeordnete

Mit einem Brandbrief hat der LIV vor Weihnachten die bayerischen Bundestagsabgeordneten von CSU, SPD und FDP angeschrieben und mit der Lage des bayerischen Friseurhandwerks konfrontiert. „Es herrschen Unverständnis, Wut und Verzweiflung bei unseren Friseuren“, so der Tenor des Briefes. 

Foto: Bundestag/Neumann

Landesinnungsmeister Christian Kaiser stellte gegenüber der Politik klar: „Für Einzelunternehmer sehen die aktuellen Programme letztlich keine Hilfe für ein würdiges Überleben der Krise vor. Ihnen bleibt als bisher erfolgreiche Unternehmer nur die Grundsicherung als Rettungsanker.“ Aufgrund des Briefes finden mehr und mehr Telefonate mit Bundestagsabgeordneten statt. 

Unverständnis, weil die Friseursalons seit dem 1. Lockdown im Frühjahr bestens aufgestellt sind für sicheres Arbeiten“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. Die Friseure waren die erste Branche innerhalb der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die einen ausgeklügelten Arbeitsschutzstandard für Pandemie-Bedingungen vorweisen konnte. Dass mit diesem Schutz- und Hygiene-Konzept sicher gearbeitet werden kann, zeigen unter anderem die Zahlen der Berufsgenossenschaft. Im Friseurhandwerk gab es Stand 18.12.2020 ganze 6 gemeldete Covid-19-Fälle für das ganze Jahr 2020, von denen keiner anerkannt war. Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle.

Wut, weil nach all den Anstrengungen und Investitionen in den Arbeitsschutz die Friseursalons ein zweites Mal in 2020 ohne nennenswerten Vorlauf und mitten im Weihnachtsgeschäft geschlossen wurden“, so Christian Kaiser in dem Schreiben an die Bundestagsabgeordneten weiter. Am 1. September verkündete Gesundheitsminister Spahn noch: Man würde mit dem Wissen von heute, das kann ich Ihnen sagen, keine Friseure mehr schließen …“.

„Und pure Verzweiflung darüber, wie sie ihre Unternehmen über die nächsten Wochen und Monate bringen sollen“, erklärt der Landesinnungsmeister die Probleme der Branche. Es geht an die Substanz der Betriebe und kostet Arbeitsplätze der Mitarbeiter.  

Mit diesem Schreiben übermittelte der LIV auch das Positionspapier des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks, in dem die zentralen Forderungen der Branche an die Bundespolitik formuliert sind. „Es ist ein sachliches Papier. Die tatsächliche Lage des Friseurhandwerks können Sie nur im Kontakt mit den Menschen erfahren. Sicherlich werden Friseure aus Ihrem Wahlkreis in nächster Zeit auf Sie zukommen“, so Kaiser an die Adresse der Abgeordneten.

Engagiert seit 10 Jahren

Petra Jährling (r.) ist seit 10 Jahren als Assistenz der Verbandsführung im LIV tätig. Mit auf dem Bild: Geschäftsführerin Doris Ortlieb (l.) und Kollegin Monika Helfer.

Heute vor zehn Jahren trat Petra Jährling ihre Arbeitsstelle in der Geschäftsstelle des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks an. Engagiert widmet sie sich seither als Assistenz der Verbandsführung den vielseitigen Belangen der Friseurbranche. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist unter anderem die Organisation und Durchführung von Konferenzen, Seminaren und Veranstaltungen. „Petra Jährling ist die bayerische Friseurbranche ans Herz gewachsen“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Im Namen des Vorstandes und der Mitgliedsinnungen danke ich ihr für das Engagement und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.“

Guten Rutsch

Ein turbulentes Jahr geht zu Ende und wir können uns nicht erinnern, dass die Wünsche für ein Gutes Neues Jahr jemals so ernst gemeint waren. Hoffen wir auf das Beste! Vorstand und Geschäftsstelle wünschen einen guten Rutsch, bleiben Sie gesund und genießen Sie den Abend in Ruhe mit einem guten Essen. .

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Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk aktualisiert

Die BGW hat ihren branchenspezifischen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk auf Basis der Entwicklungen und Erfahrungen der vergangenen Monate überarbeitet. In der aktuellen Fassung vom 30.12.2020 wird unter anderem das Thema Lüftung ausführlicher behandelt als zuvor. Zusätzliche Erläuterungen und kleine Anpassungen gibt es aber auch in den übrigen Abschnitten. Beispielsweise wird hervorgehoben, dass der grundsätzliche Mindestabstand von 1,5 Metern weiterhin auch für den Kontakt der Beschäftigten untereinander gilt.

Zu finden ist die aktuelle Fassung des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards für das Friseurhandwerk unter www.bgw-online.de/corona-schutz-friseure. Ebenso gibt es dort weitere Arbeitshilfen und eine FAQ-Liste zum Thema.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat mit rund 400 Betriebsbesuchen in Friseursalons die Umsetzung ihres Corona-Arbeitsschutzstandards für die Branche überprüft. Sie kommt zu einem positiven Ergebnis: Der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk wurde insgesamt zu über 90 Prozent in den besuchten Salons umgesetzt. Inhaltlich ging es bei der Überprüfung unter anderem um ausreichende Schutzabstände, die Lüftung und das Tragen von Mund-Nasen- Bedeckungen.

Wir trauern um Winfried Löwel

Winfried Löwel 1938 – 2020. Foto: Lange

Eine Institution der deutschen Friseurbranche hat die Showbühne für immer verlassen. Im Alter von 82 Jahren ist Winfried Löwel am Samstag, 19. Dezember, nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Der Nürnberger war über Jahrzehnte prägend für das bayerische, deutsche und internationale Wettbewerbsfrisieren und ein Wegweiser der Frisurenmode in Deutschland.

„Unsere gesamte Branche und Generationen von modischen Friseurkundinnen haben Winfried Löwel enorm viel zu verdanken. Seine Frisurenkreationen prägten Deutschland “, so der bayerische Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Mr. Mode Winfried Löwel konnte fordern und fördern zugleich. Viele junge Friseurtalente hat er so auf Spitzenniveau gebracht. Mit seiner innovativen Kreativität und handwerklichen Exzellenz hat er Maßstäbe gesetzt, die über seine aktive Zeit in der Branche nachwirken.”

Winfried Löwel (2.v.r.) mit LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb, Waltraud Popp und Ehrenlandesinnungsmeister Andreas Popp. Foto: Reisbeck

Löwel war Creativdirektor beim Landesinnungsverband von 1979 bis 2011 und mitverantwortlich für die Deutsche Frisurenmode bis 2005. Zudem war er langjähriger Trainer der Nationalmannschaft der Friseure und auf internationalen Bühnen tätig. Er gewann über 300 Titel und Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben.

Winfried Löwel erhielt für sein unermüdliches Engagement zahlreiche Auszeichnungen wie den Ehrenring in Gold des Zentralverbandes, das Bundesverdienstkreuz am Bande und die Goldene Ehrennadel des LIV. Zudem war er seit 1994 Träger des Ordens „La médaille de Vermeil“, der von der französischen Regierung einmal jährlich vergeben wird. 

„Viele von uns gingen durch die strenge Schule von Winfried Löwel, der durch klare Maßstäbe enorm motivieren konnte. Er hob das Wettbewerbsfrisieren in Deutschland auf Weltniveau“, so Kaiser. „Wir werden ihn nie vergessen. Die Förderung von jungen bayerischen Talenten lag ihm sehr am Herzen.“

Friseure erwarten 30 Prozent Umsatzeinbruch

Zum zweiten Mal müssen die Friseure in den Lockdown und die Kassen bleiben leer.

Die Corona-Pandemie wirkt sich massiv auf das deutsche Friseurhandwerk aus. Die Ergebnisse einer Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) zu den Corona bedingten Umsatzeinbrüchen im Friseurhandwerk bestätigen die wirtschaftlichen Existenzängste der Betriebe. Der erneute Lockdown trifft das Friseurhandwerk hart.

Insgesamt haben über 1.300 Friseurunternehmerinnen und Friseurunternehmer an der Umfrage teilgenommen. 70 Prozent der Befragten schätzen ihren Umsatzverlust für das Jahr 2020 mit 30 Prozent oder sogar mehr als 30 Prozent ein. Über 57 Prozent der Befragten haben starke oder sehr starke Existenznöte. Nur 8 Prozent der Teilnehmer geben an, keine Existenzängste zu haben.

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen einmal mehr, dass passgenaue Hilfsprogramme jetzt schnell und effektiv bei den Betrieben ankommen müssen.

Bundesweiter Lockdown und erste Maßnahmen

Am heutigen Sonntag haben sich Bund und Länder auf einen zweiten harten Lockdown ab Mittwoch, 16. Dezember geeinigt und auch die Friseursalons müssen schließen. Erste wichtige Informationen erhalten unsere Mitgliedsbetriebe über ihre Innung und im internen Bereich.

Publikumsvoting BayernHair digital endet heute nacht

Um 24 Uhr endet am heutigen Samstag, 12. Dezember 2020, das Publikumsvoting zur BayernHair digital – unserem ersten digitalen Wettbewerb. Wir suchten zusammen mit der IKK classic Bayerns beste Friseurazubis. 100 Einsendungen wurden eingereicht. Im Instagram-Kanal des LIV bitten wir um Likes für die beste Arbeit aus Publikumssicht, also noch fleißig klicken.

In den nächsten Tagen tritt dann eine Fachjury zusammen, um die Einsendungen fachlich zu beurteilen. Hier drei Filme mit verschiedenen Arbeiten. Es ist eindrucksvoll, was Azubis in Corona-Zeiten auf die Beine stellen können. Chapeau.

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„Wann öffnen Friseure wieder?“ Hohe Suchanfrage bei Google

Die Suchmaschine Google hat ihren Jahresrückblick 2020 veröffentlicht und die Suchanfragen im Internet drehten sich um COVID-19. „Coronavirus“ ist in der Folge der meist genutzte Suchbegriff 2020.

Wer sich die Google Trends für Deutschland aber genauer ansieht, dem wird die große Bedeutung von Friseuren innerhalb der deutschen Bevölkerung mehr als bewusst. In der Kategorie Wann-Fragen ist die Frage: „Wann öffnen Friseure wieder?“ auf dem zweiten Platz. Den Deutschen war die Frage so enorm wichtig, dass sie diese Suchanfragen in Google stellten.

Dieses Verhalten belegt, wie wichtig Friseurdienstleistungen in der Corona-Krise innerhalb des gesamten Jahres sind. „Es zeigt, dass Friseure in Deutschland so wichtig sind, dass sie von einer ganz hohen Anzahl bei Google gesucht wurden“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Zu Recht weisen wir immer wieder auf die hohe Bedeutung des Friseurhandwerks hin und diese unabhängige Aussage von Google unterstreicht dies eindrucksvoll.“