HAARE 2011: Geometrie, Bohemien Style oder Sleek Look?

Dieter Schöllhorn ist neuer Creativdirektor des Landes-innungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks (LIV).
Er zaubert die aktuellen Looks und Trends auf die Köpfe der Models und gibt einen Ausblick auf die Wettbewerbe der  Bayerischen Meisterschaft.Wie sehen sie aus, die neuesten Trends, die angesagten Looks? An welchen Must-haves kommt kein Scherenkünstler vorbei und welches ist die Trendfarbe der Saison? Dazu ein Interview mit Dieter Schöllhorn.

Herr Schöllhorn, was sind die drei wichtigsten Trends 2011 im Friseurhandwerk?

Schöllhorn: Exakte Schnitte und geometrische Looks sind extrem trendy. Das heißt, es geht nicht nur um Haare sondern insgesamt wieder mehr um den Schnitt. Weiterhin im Trend sind nach wie vor lange Haare mit viel Volumen und Bewegung – gelockt, aber gezielt und akkurat im Bohemien Style. Wir sind weg vom Wilden und vom so genannten „Bad Head“.
Und: Sleek Look, der absolute Kontrast zum wilden Schnitt, ist ein weiterer Trend, den wir im Friseurhandwerk beobachten. Sauber, aufgeräumt, minimalistisch! Natürlich heißt das auch: Qualität ist gefragt, Friseure müssen akkurate Schnitte beherrschen.

Und welche Farben sind derzeit besonders angesagt?

Schöllhorn: Da ist für jeden etwas dabei: Schönes, helles und frisches Blond, kühle Brauntöne und warme Kupfernuancen in allen Schattierungen. Alles, aber nicht künstlich. Und wenn, dann richtig – dann darf es auch mal schrill sein.

Apropos schrill – wie mutig und avantgardistisch sind Kundinnen und Kunden von heute?

Schöllhorn: Das ist vom Typ abhängig. Für uns Friseure ist es wichtig, sich immer am Menschen, am Kunden zu orientieren! Ich finde es toll, wenn es kein Diktat gibt. Individualität ist gefragt – wir wollen weg vom Mainstream. Die Haare einer Kundin, eines Kunden, müssen der eigenen Persönlichkeit entsprechen und gekonnt bearbeitet werden, eben professionell. Und das heißt: Jeder ist so mutig oder klassisch wie er ist. Da darf es keine Richtlinien geben. Auch ein klassischer Schnitt kann modern wirken.

Wie wichtig ist denn die Ausbildung, die Jugend – die nächste Generation im Friseurhandwerk?

Schöllhorn: Das Allerwichtigste! Und glücklicherweise sind wir, was diesen Punkt angeht, in Deutschland mit dem dualen System in der Ausbildung wirklich vorbildlich. Der Grundstock ist da – wir müssen nur wieder mehr junge Menschen für dieses Metier begeistern. Derzeit sind die Zahlen leider rückläufig. Obwohl es ein toller Beruf ist! Man hat mit Menschen zu tun, und arbeitet gleichzeitig auf fachlich hohem Niveau. Persönliche und fachlich technische Aspekte zusammenzubringen und dann noch kreativ zu sein, das zeichnet das Friseurhandwerk aus.

Welche Rolle spielt dabei die Meisterschaft mit ihren Wettbewerben, für die Sie sich besonders stark engagieren?

Schöllhorn: Wettbewerbe bedeuten Spitzensport! Man kann sie wirklich mit Sport vergleichen. Die Teilnehmer sind extrem engagiert, das Niveau ist hoch. Natürlich bedeuten Wettbewerbe auch Kosten. Teilnehmende Friseure müssen schon einiges an Geld in die Hand nehmen, aber die Meisterschaften und Wettbewerbe zeigen dafür einfach wunderschön, welche Kreativität und Qualität das Friseurhandwerk zu bieten hat!

Welche Neuerungen bei der bayerischen Meisterschaft 2011 sind besonders erwähnenswert?

Schöllhorn: Besonders hervorzuheben ist der Einsteigerwettbewerb, den wir dieses Jahr zum ersten Mal ausgeschrieben haben. Die Teilnehmer färben hier schon zu Hause, erst der Schnitt erfolgt auf der Wettbewerbsbühne. Es wird nur eine Frisur kreiert und nicht wie sonst üblich mehrere. Insgesamt gehen wir noch weiter voran, was das Niveau betrifft, das an internationale Levels angepasst ist. Wir haben die Ehre, dass die Weltmeisterschaft des Friseurhandwerks 2014 in Deutschland stattfindet und so gilt es schon jetzt, das internationale Renommee weiter zu schärfen.

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