Das Friseurhandwerk lebt Integration

Im Friseurhandwerk wird Integration gelebt. Fast jeder sechste Friseurazubi hat keinen deutschen Pass.

Im Friseurhandwerk wird Integration gelebt. Fast jeder sechste Friseurazubi hat keinen deutschen Pass.

„Im bayerischen Friseurhandwerk wird schon seit Jahrzehnten Integration vorbildlich gelebt“, stellt Christian Kaiser, Landesinnungsmeister des bayerischen Friseurhandwerks, angesichts des Integrationsgipfels im Kanzleramt fest. 15,6 Prozent der bayerischen Friseurlehrlinge haben keinen deutschen Pass, bei den selbstständigen Friseuren sind es rund 9 Prozent. Den beim Integrationsgipfel geäußerten Vorwurf, Unternehmer würden Bewerber allein aufgrund eines fremd klingenden Namens ablehnen, kann Kaiser nicht bestätigen. „Unsere Betriebe wählen ihre Auszubildenden nicht nach Nationalität oder Namen aus. Für sie ist vielmehr das handwerkliche Geschick und die Kommunikationsfähigkeit entscheidend“, betont Kaiser. „Bei uns im Friseurhandwerk gibt es eindeutig Ausbildungschancen für Migranten“, so Kaiser weiter.

Die bayerischen Friseure fordern die verantwortlichen Politiker auf, die Integrationsleistung des bayerischen Friseurhandwerks anzuerkennen und die Ausbildungsbetriebe zu unterstützen. „Wir wissen bei uns im Friseurhandwerk schon lange, dass es ohne Migranten nicht gehen wird und daher leben wir Integration in unserem Beruf vor.“ Wichtig für die Ausbildungsbetriebe ist es, dass die Bewerber unabhängig von ihrer Herkunft ausbildungsfähig sind. Im Friseurhandwerk kommt es dabei neben den motorischen Fähigkeiten vor allem auch auf die soziale und sprachliche Kompetenz an. Elternhaus und allgemeinbildende Schule sind hier in erster Linie gefordert. Vor allem bei Migranten, Flüchtlingen und Asylbewerbern muss der Staat durch Deutschkurse und die Förderung interkultureller Kompetenz die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung schaffen. Nicht zuletzt muss für Asylsuchende in der Ausbildung ein Abschiebeschutz gelten, um den Betrieben Planungssicherheit zu geben. Kaiser stellt auch klar: Ein Modell anonymisierter Bewerbung, wie auf dem Integrationsgipfel von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) und der Türkischen Gemeinde in Deutschland gefordert, braucht das Friseurhandwerk nicht.

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