Rückenschmerzen als Krankmeldung Nr. 1 – wie Friseure vorbeugen können 

Die Krankschreibungen in Deutschland haben nach Angaben der DAK im ersten Halbjahr 2016 eine Rekordmarke erreicht. Der Krankenstand betrug 4,4 Prozent – eine Steigerung von 0,3 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Um Rückenproblemen und anderen Schwierigkeiten mit dem Muskel- und Skelettsystem im Friseurhandwerk vorzubeugen, setzt der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks auf Aufklärung. Rudolf Reisbeck, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Gesundheit, weist auf die umfangreichen Aktionen im Friseurhandwerk hin. „Wir haben mit unseren Partnern bei den Versicherungen vielfältige präventive Maßnahmen erarbeitet, so dass es nicht zu einer Erkrankung kommen muss.“ Gerade jetzt zum Berufsstart der neuen Lehrlinge im Friseurhandwerk sollten die Ratschläge von Anfang an berücksichtigt werden.

Rückenerkrankungen lassen sich vorbeugen. Foto: Sebastian Kaulitzki - Fotolia

Rückenerkrankungen lassen sich vorbeugen. Foto: Sebastian Kaulitzki – Fotolia

Die Maßnahmen zur Haltungsverbesserung und Bewegungsschulung beugen Rückenbeschwerden vor, die sonst durch die Tätigkeit entstehen können. „Eine Arbeitsplatzanalyse bringt die Ursachen von Erkrankungen an den Tag. Dann reichen oft schon wenige Maßnahmen, um Rückenschmerzen zu vermeiden. Eine kräftige Muskulatur – auch der Bauchmuskeln – ist wichtig für die Bandscheibe der Friseure und stabilisiert die Wirbelsäule. Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz sowie das bewusste Verhalten am Arbeitsplatz spielen eine wichtige Rolle“, so Rudolf Reisbeck. Ausdrücklich verweist Reisbeck auf die Aktion der AOK „Gesunder Rücken im Friseurhandwerk“.

Der Friseurberuf ist gekennzeichnet durch überwiegend stehende Tätigkeiten in Verbindung mit einseitigen Belastungen des Muskel- und Skelettsystems. Steh- bzw. Sitzhilfen können Abhilfe schaffen. Problematisch können die vergleichsweise gering Bewegungsvariation sein und ungünstige Körperhaltungen wie z.B. das ständige Arbeiten mit hochgehaltenen Armen. „Daher müssen Friseure vorbeugen und sich fit halten“, so Reisbeck. Viele Krankenkassen bieten für Berufsschulen, Innungen und Betriebe Vorträge zur Rückengesundheit an.

Die AOK Bayern hat beispielsweise einen betriebsübergreifenden Ansatz an der Berufsschule Erding entwickelt, bei dem die Auszubildenden zentral angesprochen werden. Seit 1997 wurden einmal jährlich in der 10. Klasse des Fachbereichs Friseure erweiterte Bewegungsanalysen am Arbeitsplatz in der Lehrwerkstätte durchgeführt.

Auch die Berufsgenossenschaft BGW als Partner des bayerischen Friseurhandwerks hält zahlreiche Materialien bereit. „Ein gesunder Rücken ist ein starker Rücken, mit ausreichend trainierten Muskeln für Belastbarkeit und eine aufrechte Haltung. Wenn der Rücken fit ist, geht vieles leichter“, so Rudolf Reisbeck weiter. „Rechtzeitig vorbeugen ist dabei immer die bessere Variante: Auch wenn Wirbelsäulenerkrankungen häufig erst nach vielen Berufsjahren auftreten, sollten Sie von Anfang an im Berufsleben auf Ihren Rücken achten.“

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