Studie: Generation What? – so ticken die Jugendlichen

Wer effektiv Lehrlingswerbung betreiben will, der muss wissen, wie die jungen Leute ticken. Das Bauchgefühl eines Friseurunternehmens ist wichtig, verlässliches Zahlenmaterial ist es auch.
Jetzt liegt der Abschlussbericht der Studie „Generation What“ vor. An der Studie haben sich fast eine Million junger Menschen beteiligt. Der Bayerische Rundfunk hat die Befragung zusammen mit dem ZDF und dem SWR begleitet. „Wir sind sehr dankbar, dass die Studie jetzt vorliegt und werden die in unserer Nachwuchswerbung berücksichtigen“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Ich empfehle jeden meiner Berufskollegen einen Blick in die Studie zu werfen und für sich und seinen Betrieb Schlüsse zu ziehen.“

Arbeit: Geldverdienen oder Selbstverwirklichungn
Interessant ist, was die junge Generation zum Thema Arbeit und Geldverdienen sagt. Bittet man die junge Generation, sich festzulegen, ob Arbeit für sie eher Geldverdienen oder eher Selbstverwirklichung bedeutet, fällt die Entscheidung unabhängig vom Geschlecht klar zu Gunsten des materiellen Aspekts aus (60 Prozent vs. 38 Prozent). Im demografischen Vergleich zeigen sich die Hochgebildeten am ehesten idealistisch: Für immerhin die Hälfte dieser Gruppe bedeutet Arbeit primär Selbstverwirklichung. Sie können öfter aus einem breiten Spektrum an Berufsoptionen wählen, in denen sich auch die eigenen Interessen spiegeln. Zudem kann diese Gruppe damit rechnen, ohnehin angemessen bezahlt zu werden. Des Weiteren haben Hochgebildete finanziell meist bessere Startvoraussetzung als Bildungsferne, gibt es doch in Deutschland einen klaren Zusammenhang zwischen erreichtem Bildungsniveau und sozialem Status des Elternhauses. Vor dem Hintergrund familiärer Absicherung ist persönliche Entfaltung als Berufsmotiv daher wahrscheinlicher als bei bildungsferneren Gruppen. Auch zeigt sich ein Alters-Effekt: Die 18- bis 24-Jährigen sind idealistischer als die 25- bis 34-Jährigen und betrachten Arbeit fast zur Hälfte als Option zur Selbstverwirklichung. Vergleicht man die jungen Menschen, die sich noch in Studium, Schule oder Ausbildung befinden, mit denen, die schon arbeiten, zeigt sich, dass der materielle Aspekt an Bedeutung gewinnt, sobald man einer Erwerbstätigkeit nachgeht (64 Prozent bei den Arbeitenden vs. 52 Prozent bei denen, die sich noch in der Ausbildung befinden). Womöglich werden die Erwartungen an den Job im späteren Berufsalltag nicht erfüllt.

Der Stellenwert von Arbeit bei Jugendlichen

Der Stellenwert von Arbeit bei Jugendlichen

Junge Generation übt scharfe Kritik am deutschen Schulsystem
Nur 1 Prozent der Befragten ist fest davon überzeugt, dass das Bildungssystem sie gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. 26 Prozent stimmen dem im Großen und Ganzen zu. Ein viel größerer Teil (45 Prozent) fühlt sich hingegen eher nicht für das Arbeitsleben gerüstet, 26 Prozent sogar überhaupt nicht. Hier zeigen sich keine signifikanten Geschlechterunterschiede. Zwar sind die Hochgebildeten zuversichtlicher als die Personen mit mittlerer und niedriger Formalbildung, aber auch unter ihnen findet sich nur ein Drittel, das sich für den Arbeitsmarkt gut ausgebildet sieht. Die älteren Befragten (30 bis 34 Jahre) sind etwas zurückhaltender mit einer rigorosen Kritik: Von ihnen sind nur 22 Prozent voll und ganz der Ansicht, dass das Bildungssystem nicht für den Arbeitsmarkt fit macht, in den anderen Altersgruppen sind es bis zu 30 Prozent. Die Vermutung liegt nahe, dass die jüngeren Gruppen deswegen unsicherer sind, weil viele den Übergang in das Berufsleben noch vor sich haben und daher nicht wissen, was das Gelernte in der beruflichen Praxis letztlich wert ist. Denkbar ist zudem, dass sich manche Ältere durch berufliche Weiterbildungen praxisrelevante Kompetenzen und Wissensbestände angeeignet haben und deswegen ein etwas positiveres Bild vom Bildungssystem zeichnen.
Generation What? ist ein multimediales Projekt und eine europaweite Studie über die junge Generation. Sie wurde entwickelt, um Nutzer mit Hilfe eines spielerischen und interaktiven Fragebogens dazu anzuhalten, über sich selbst zu sprechen und ihre Meinung zu äußern. Wie leben die 18-34-Jährigen von heute – was denken sie, welche Ziele, Wünsche, Hoffnungen und Ängste haben sie? Es handelt sich dabei um eine Weiterentwicklung von Génération Quoi, einer großangelegten Studie, die im Jahr 2013 in Frankreich stattgefunden hat. Nun sind 10 weitere Länder dazugekommen, um das Programm zu einem wahrhaft europäischen Projekt zu machen: Deutschland, Österreich, Belgien, Spanien, Italien, Irland, Luxemburg, Holland, Wales und Tschechien.

Die Abschlussergebnisse für Deutschland gibt es hier:

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