Bürokratie-Abbau endlich mit Leben erfüllen

Bürokratie ist ein wahrer Zeitfresser. Foto: Lange

Bürokratie ist ein wahrer Zeitfresser. Foto: Lange

Der erste Schritt ist gemacht, jetzt gilt es konkrete Ergebnisse der Entbürokratisierung vorzuweisen. Die bayerischen Friseure begrüßen die Initiative des bayerischen Handwerks mit der Staatsregierung einen „Pakt für Freiheit“ zu unterschreiben. Damit will der Freistaat Bürokratie reduzieren. 

„Absichtserklärungen sind wichtig, Taten sind wichtiger. Es darf auf keinen Fall bei den Absichtserklärungen bleiben“, kommentiert Landesinnungsmeister Christian Kaiser diese Unterzeichnung. Die Bürokratie sei immer mehr für die  Friseurbetriebe eine Belastung. 

Im November 2019 musste sich der Leiter der bayerischen Staatskanzlei, Dr. Florian Herrmann (CSU), auf einer Versammlung in der Handwerkskammer deutliche Worte vom Friseurhandwerk gefallen lassen. Doris Ortlieb, Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes, verlas damals einen gekürzten Brief einer Friseurmeisterin, die auflistete, wie sie durch die Bürokratisierung in ihrer Unternehmertätigkeit gehemmt wird. „Herr Staatsminister, es reicht – wir wollen endlich Taten sehen“, so Doris Ortlieb damals. Hier das Video:

Nach zweieinhalb Monaten hat nun der Bayerische Handwerkstag den „Pakt für Freiheit“ unterzeichnet, mit dem der Freistaat Bürokratie reduzieren will. Neben einer Verkürzung der Aufbewahrungsfristen für die Unterlagen im Handels- und Steuerrecht schlägt das Handwerk u.a. eine Verbesserung der Abschreibungsbedingungen für digitale Innovationsgüter und geringwertige Wirtschaftsgüter sowie eine Anhebung der Umsatzgrenze der Ist-Besteuerung auf 600.000 Euro vor.

„Die Forderungen sind wichtig und richtig, aber es muss mehr sein“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser weiter. „Viele Kleinigkeiten fressen die wertvolle Arbeitszeit des Friseurunternehmens. Daher fordert das Friseurhandwerk das Reduzieren der bürokratischen Belastungen beispielsweise bei  Gefährdungsbeurteilung, Aufzeichnungspflichten bei Minijobbern, Mitwirkungspflicht bei der amtlichen Statistik, Arbeitsbescheinigungen für arbeitslose Ex-Mitarbeiter, Aufbewahrung elektronischer Rechnungen, Überprüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel, Bescheinigungen für die Kindergeldkasse, Urlaubskürzung für die Elternzeit, Datensicherung und 10jährige Aufbewahrungspflicht, Feuerlöscherprüfung, Ersthelferschulung, Kassenführung und Datenschutzgrundverordnung. Und dies sind nur ein paar Beispiele.

„Es darf nicht bei der Initiative bleiben, sondern sie muss mit Leben erfüllt werden. Wir brauchen pragmatische Lösungen, die unsere Betriebe spürbar entlasten“, so Friseurmeister Christian Kaiser. „Es hat schon einige Initiativen zum Bürokratieabbau auf verschiedenen politischen Ebenen gegeben. Gefühlt ist davon aber bei den Betrieben so gut wie nichts angekommen. Die Verbesserungsvorschläge der Wirtschaft müssen diesmal ernst genommen werden“, sagt der BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl.

 

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