Diskussion um Öffnungsstrategie für bayerische Friseursalons

Bayerns Friseure begrüßen die Diskussion um eine Öffnungsstrategie im Freistaat. „Unsere Unternehmer mit ihren Mitarbeitern brauchen ein Licht am Ende des Tunnels“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser.  

Bayerische Friseursalons brauchen ein Licht am Ende des Tunnels.

Der bayerische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger erklärte dazu am 25. Januar in einem Interview mit der Passauer Neuen Presse: „An Grundschulen ab Mitte Februar bei einem Wert unter 200 – wie wir es zu Winterbeginn beschlossen hatten. Handel und Hotel bei rund 100. Friseure und Dienstleister spätestens Mitte Februar. Dabei ist auch zu berücksichtigen, ob es eine breite Verteilung der Infektionslage gibt oder ob es Hotspots wie Pflegeheime sind, die die Zahlen hochtreiben.“

Und weiter erklärte Aiwanger: „Monatelange Schließungen ganzer Branchen sind nicht die einzige Alternative zur Öffnung, wie es noch im Frühjahr 2020 war, wo wir noch keine Masken und Hygienekonzepte hatten. Wir treiben vieles auch immer mehr in die Illegalität, wo es dann keine Hygienekonzepte gibt, beispielsweise der Privatbesuch des Friseurs. Also: weiterhin Kontaktreduzierung überall dort, wo man sich ohne Masken näher kommt als 1,5 Meter. Wo man das einhalten kann, sind Schließungen immer schwerer zu begründen.“

„Die Aussagen des Wirtschaftsministers sind ermutigend“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. Die Friseurbetriebe in Bayern sind für eine Wiedereröffnung bereit. Die Friseure waren die erste Branche innerhalb der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die einen ausgeklügelten Arbeitsschutzstandard für Pandemie-Bedingungen vorweisen konnte. Dass mit diesem Konzept sicher gearbeitet werden kann, zeigen unter anderem die Zahlen der Berufsgenossenschaft. Dort waren bis Ende Dezember im Friseurhandwerk sechs Covid-19-Fälle für das Jahr 2020 bei 80.000 Friseurbetrieben in ganz Deutschland gemeldet, von denen keiner anerkannt ist. Daher steht fest: Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle.

Kontrollen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege haben ergeben, dass die Vorgaben des Arbeitsschutzstandards in den Betrieben zu über 90 Prozent eingehalten wurden. Für eine noch höhere Verbindlichkeit und Kontrollierbarkeit durch die Ordnungsbehörden könnte in der entsprechenden bayerischen Verordnung explizit auf den branchenspezifischen Arbeitsschutzstandard Bezug genommen und die Pflicht zur Erfassung der Kundendaten festgelegt werden. Ebenso könnte die FFP2-Maskenpflicht analog zur aktuellen bayerischen Regelung beim Einkaufen und im ÖPNV festgeschrieben werden. „Wir brauchen eine Perspektive für unsere Salons“, so Landesinnungsmeister Kaiser.

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