HAARE 2016: Von einer Gymnasiastin zur Friseurin

Friseurweltmeisterin Sonja Fischer erzählt aus ihrem Leben und wirbt für den Friseurberuf

Friseurweltmeisterin Sonja Fischer erzählt aus ihrem Leben und wirbt für den Friseurberuf

Dass eine Friseurkarriere nicht geradlinig verläuft, zeigt das Leben von Friseurweltmeisterin Sonja Fischer. Die engagierte Friseurin sprach auf dem Kongress der HAARE 2016 über ihr Leben und diskutierte mit jungen Gesellinnen über die verschiedene Wege im Friseurhandwerk.
„Ich will den Nachwuchs motivieren, verschiedene Wege einzuschlagen. Das Wichtigste ist aber, auf seine innere Stimme zu hören“, so Sonja Fischer. Ihr Weg zu einer erfolgreichen Friseurin verlief unterschiedlich. Zug um Zug arbeitete sie sich voran, trat in Wettbewerben an, holte verschiedene Titel wie bayerischer Meisterin und sogar Friseurweltmeisterin in Chicago. Zudem engagiert sie sich für den Landesinnungsverband und führt in Franken einen erfolgreichen Salon.

PLW: Die besten bayerischen Friseurgesellen

 

Landessiegerin Anna-Lena Reißner (m.), 2. Landessiegerin Pia Zelzer (l.), 3. Landessiegerin Michelle Gleißner (r.)

Landessiegerin Anna-Lena Reißner (m.), 2. Landessiegerin Pia Zelzer (l.), 3. Landessiegerin Michelle Gleißner (r.)

Die beste bayerische Friseurgesellin heißt Anna-Lena Reißner und wurde im Salon Zeitlmann in Donauwörth ausgebildet. Sie setzte sich am gestrigen Sonntag im Leistungswettbewerb PLW der Handwerksjugend gegen ihre leistungsstarken Kolleginnen durch und überzeugte die Jury mit ihren Arbeitsproben. Am 17. Oktober wird sie in Nürnberg im Rahmen der HAARE beim Bundesentscheid für Bayern ins Rennen gehen.

Kammersieger (v.l.n.r.): Pia Zelzer (München-Oberbayern), Michelle Gleißner (Niederbayern-Oberpfalz), Sandra Wetscheck (Oberfranken), Anna-Lena Reißner (Schwaben), Katharina Pfrang (Unterfranken)

Kammersieger (v.l.n.r.):
Pia Zelzer (München-Oberbayern), Michelle Gleißner (Niederbayern-Oberpfalz), Sandra Wetscheck (Oberfranken), Anna-Lena Reißner (Schwaben), Katharina Pfrang (Unterfranken)

Zweitplatzierte und Kammersiegerin in München – Oberbayern ist Pia Zelzer, gefolgt von Michelle Gleißner, die im Kammerbezirk Niederbayern-Oberpfalz den Wettbewerb für sich entscheiden konnte. Die weiteren Kammersiegerinnen sind Sandra Wetscheck in Oberfranken und Katharina Pfrang in Unterfranken.

Teilnehmer (v.l.n.r.): Hinten: Sandra Reichert, Lisa Merk, Ana Maria Stefan, Maria Decker Mitte:Karola Brüderle, Jaqueline Dorrer, Sandra Wetscheck, Daniela Klapper, Katharina Pfrang Vorne: Pia Zelzer, Michelle Gleißner, Anna-Lena Reißner, Verena Geiß

Teilnehmer (v.l.n.r.):
Hinten: Sandra Reichert, Lisa Merk, Ana Maria Stefan, Maria Decker
Mitte: Karola Brüderle, Jaqueline Dorrer, Sandra Wetscheck, Daniela Klapper, Katharina Pfrang
Vorne: Pia Zelzer, Michelle Gleißner, Anna-Lena Reißner, Verena Geiß

In etwas mehr als drei Stunden mussten die Wettbewerbsteilnehmerinnen einen modischen Damenhaarschnitt mit Styling, einen modischen Herrenhaarschnitt mit Styling und eine Hochsteckfrisur erarbeiten. „Der Leistungswettbewerb ist immer wieder Sprungbrett für beispiellose Karrieren. Ehemalige Wettbewerbssieger sind heute führende Meinungsbildner der Branche“, so LIV-Vorstandsmitglied Christian Hertlein.

Meister-BAföG heißt jetzt Aufstiegs-BAföG

Haarwaesche

„Wir freuen uns über die Aufstockung des Meister-BAföG durch die Bundesregierung, hätten uns aber gewünscht, dass der Name als Wertschätzung gegenüber dem Handwerk erhalten bleibt“, so Christian Kaiser, Landesinnungsmeister des bayerischen Friseurhandwerks. Am heutigen Montag tritt die Novelle des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) in Kraft und macht aus dem bewährten „Meister-BAföG“ ein „Aufstiegs-BAföG“.
Unter anderem steigt der maximale Unterhaltsbeitrag im AFBG für Alleinstehende von 697 Euro auf 768 Euro und damit um 71 Euro. Der maximale Maßnahmenbeitrag für Lehrgangs- und Prüfungskosten steigt von 10.226 Euro auf 15.000 Euro. Weitere Sätze, Freibeträge und Zuschussanteile werden ebenfalls erhöht.
Kaiser bekräftigte den Erfolg des Meister-BAföGs. „Für uns im Friseurhandwerk ist es aber unverständlich, warum man den bewährten Markennamen Meister-BAföG nicht mehr weiterführt und durch ein Modewort wie Aufstiegs-BAföG ersetzt. Der Name Meister-BAföG wäre eine klare Wertschätzung für das Handwerk.“
Mit dem Aufstiegs-BAföG nach dem AFBG werden Teilnehmer und Teilnehmerinnen an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung finanziell unterstützt. Typische Aufstiegsfortbildungen sind Meister- oder Fachwirtkurse, Erzieher- und Technikerschulen sowie mehr als 700 weitere gleichwertige Fortbildungen. Teilnehmer erhalten einkommensunabhängig einen Beitrag zu den Kosten der Fortbildung und bei Vollzeitmaßnahmen zusätzlich einkommensabhängig einen Beitrag zum Lebensunterhalt. Die Förderung erfolgt teils als Zuschuss, teils als zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
Im Jahr 2015 wurden rund 162.000 Personen mit AFBG unterstützt. Seit Bestehen des Meister-BAföG (1996) konnten rund 1,9 Millionen berufliche Aufstiege zu Führungskräften, Unternehmern und Ausbildern für Fachkräfte mit einer Förderleistung von insgesamt rund 7,4 Milliarden Euro ermöglicht werden. Für die zahlreichen Verbesserungen mit der dritten Novelle des AFBG investiert alleine der Bund bis 2019 zusätzlich 245 Millionen Euro.
Wer sich im bayerischem Friseurhandwerk für das Aufstiegs-BAföG interessiert, sollte sich an seine zuständige Handwerkskammer wenden.

Bundesleistungswettbewerb am 17. Oktober in Nürnberg

Leistungswettbewerb Friseurhandwerk 2015 Bundesentscheid

Deutschlands beste Gesellenprüflinge bei der HAARE 2015.

Der Bundesentscheid im Leistungswettbewerb des Friseurhandwerks findet am Montag, 17. Oktober bei der HAARE 2016 in Nürnberg statt. Die größte deutsche Friseurveranstaltung im Herbst ist damit zum dritten Mal in Folge Gastgeber für den Wettkampf unter Deutschlands besten Gesellenprüflingen.

Beim Bundesentscheid des Leistungswettbewerbs im Handwerk – Profis leisten was (PLW) treten die erfolgreichsten Gesellenprüflinge des Jahres gegeneinander an, um den Bundessieger zu ermitteln. Die Teilnehmer sind als Prüfungsbeste ihrer Innung bereits auf Kammer- und Landesebene als Wettbewerbssieger hervorgegangen und haben sich so aus über 6000 erfolgreichen Prüflingen die Zulassung zum Bundeswettbewerb erkämpft. Die Anforderungen orientieren sich weitgehend an der Gesellenprüfung. Verlangt werden modische Damen- und Herrenhaarschnitte nach Vorlage mit anschließendem Frisurenstyling und eine anspruchsvolle Hochsteckfrisur. Der Leistungswettbewerb des Friseurhandwerks ist immer wieder Sprungbrett für beispiellose Karrieren. Ehemalige Wettbewerbssieger sind heute führende Meinungsbildner der Branche.

Seminar zur Prüferzertifizierung

Die Teilnehmer des Seminars "Qualifizierter Prüfer im Friseurhandwerk" mit den Referenten Christian Kaiser und Christian Hertlein.

Die Teilnehmer des Seminars „Qualifizierter Prüfer im Friseurhandwerk“ mit den Referenten Christian Kaiser und Christian Hertlein.

31 Mitglieder von Gesellenprüfungsausschüssen aus ganz Bayern kamen zum Seminar „Qualifizierter Prüfer im Friseurhandwerk“ nach München. Im Basisseminar für die Prüferzertifizierung lernten sie die Rechtsgrundlagen der Prüfung kennen. Außerdem befassten sie sich mit der Durchführung des ersten Teils der Gesellenprüfung und den Anforderungen an die Prüfungsmappe. „Es ist wichtig, dass die Prüfer mit den rechtlichen Fragen rund um die Prüfung vertraut sind. Mit unseren Seminaren stellen wir sicher, dass die Gesellenprüfung in ganz Bayern einheitlich umgesetzt wird“, erläutert Landesinnungsmeister Christian Kaiser das Ziel des Seminars. „Ich freue mich über die zahlreichen Teilnehmer bei unserem Seminar und danke den Prüfern für ihr besonderes Engagement“, so Kaiser weiter.

1162 Auszubildende absolvierten im Jahr 2015 in Bayern den zweiten Teil der Gesellenprüfung, um ihre Ausbildung abzuschließen. Die Erfolgsquote lag bei 88 Prozent. Für die Abnahme der Prüfungen wurden rund 170 Prüfer in 50 Prüfungsausschüssen tätig. Die Prüfer werden regelmäßig geschult. Die zweitägige Fortbildung zum „Qualifizierten Prüfer im Friseurhandwerk“ wird vom Landesinnungsverband seit 2014 angeboten.

Klares Bekenntnis zur dualen Ausbildung

Fotoshooting TAP 207

Eine klare Absage erteilte die Mitgliederversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks dem von L’Oreal Deutschland angekündigten Schulungsprogramm zum sogenannten Master of Beauty. Die Delegierten beschlossen einstimmig eine Resolution zur dualen Ausbildung im Friseurhandwerk. „Zur Sicherung eines qualifizierten Fachkräftenachwuchses bedarf es einer umfassenden und geordneten Ausbildung“, betont Landesinnungsmeister Christian Kaiser anlässlich des Beschlusses. „Außerdem ist es für Jugendliche nicht attraktiv, eine Schmalspurausbildung zu absolvieren, die sie selber finanzieren müssen und die ohne Gesellenprüfung endet“, so Kaiser weiter.

„Wir appellieren an alle ausbildungsberechtigten Betriebe, sich aktiv um Auszubildende zu bemühen“, fordert Christian Hertlein, Vorsitzender des LIV-Berufsbildungsausschusses die Kolleginnen und Kollegen auf. „Die duale Ausbildung bietet ein hohes Maß an Flexibilität und ist auch für höherqualifizierte Bewerber und Quereinsteiger geeignet. Innungen und Landesinnungsverband beraten ihre Mitglieder hierzu gerne“, bietet Hertlein Unterstützung an.

3768 Jugendliche absolvieren derzeit eine Ausbildung zum Friseur/zur Friseurin in einem bayerischen Friseursalon. In den vergangenen Jahren ist bei jungen Männern ein steigendes Interesse am Friseurberuf zu verzeichnen. Ihr Anteil an den Auszubildenden beträgt knapp 12 Prozent. Die monatliche Ausbildungsvergütung beträgt 450, 555 und 700 Euro. Im Laufe des Jahres soll ein neuer Vergütungstarifvertrag abgeschlossen und der Manteltarifvertrag zur Regelung der Rahmenbedingungen überarbeitet werden.

Friseurinnung bei Allgäuer Berufsoffensive

Einige hundert Schüler haben sich bei der Allgäuer Berufsoffensive in Lindau über das Handwerk informiert. Nach der Devise „Kennenlernen, ausprobieren und informieren“ präsentierte sich die Friseurinnung Lindau den interessierten Jugendlichen bei der Veranstaltung des Handwerks. „Friseursein macht Spaß, ist cool und macht glücklich“, fasste Obermeisterin Petra Zander die Vorzüge ihres Berufes griffig zusammen.