Von der Prüfung aufs Siegerpodest

Die Landessieger im PLW 2016: 1. Platz Anna-Lena Reißner (m.), 2. Platz Pia Zelzer (l.), 3. Platz Michelle Gleißner (r.)

Rund 1100 Auszubildende haben in diesem Jahr erfolgreich ihre Gesellenprüfung im Friseurhandwerk abgelegt. Doch für die Prüfungsbesten aus den 61 bayerischen Friseurinnungen ist noch lange nicht Schluss. Im Leistungswettbewerb des Handwerks PLW kämpfen sie im Herbst um den Sieg auf Kammer-, Landes- und Bundesebene. Teilnahmeberechtigt ist jeweils der beste Prüfling einer Innung, wenn er im Gesamtergebnis mindestens die Note gut erreicht hat und nicht älter als 27 Jahre ist. Im Wettbewerb werden Damen- und Herrenhaarschnitte sowie eine Hochsteckfrisur verlangt. Über die Zulassung entscheidet die zuständige Handwerkskammer, die Anmeldung erfolgt über die jeweilige Innung. Weitere Informationen zum Wettbewerb erhalten Prüflinge und Ausbildungsbetriebe von ihrer Innung oder dem Landesinnungsverband.

Arbeitgeber und Lehrer intensivieren Zusammenarbeit

Die Vorstände von Lehrer- und Landesinnungsverband v.l.n.r.: Tanja Kurtz, Christian Kaiser, Tanja Arnold-Petter, Tilo Hartig, Evelyn de Marco-Maier, Ariane Thurau, Ulrike Königer-Höfling, Madeleine Momberg, Christian Hertlein, Dieter Schöllhorn, Tobias Bickel, Bernhard Dräxler, Rudolf Reisbeck

Zu einer gemeinsamen Sitzung trafen sich die Vorstände des Lehrerverbandes im Berufsfeld Körperpflege LiBK – Landesverband Bayern und des Landesinnungsverbandes (LIV) des bayerischen Friseurhandwerks Ende Juni. „In der dualen Ausbildung sollen die Partner Betrieb und Berufsschule vertrauensvoll zusammenarbeiten. Diesen Gedanken pflegen wir auch auf Landesebene“, formuliert Landesinnungsmeister Christian Kaiser das Ziel des Treffens.

Auf der Tagesordnung standen praxisrelevante Themen wie die Aufwandsentschädigungen für Mitglieder der Prüfungsausschüsse oder der Einsatz von Wörterbüchern in der Gesellenprüfung. Beraten wurden aber auch aktuelle bildungspolitische Fragen wie die Umsetzung der Kompetenzrasterausbildung an Berufsschulen und die Forderung nach einer bundeseinheitlichen Gestaltung der Berufsschulpflicht. Breiten Raum nahm vor allem die Diskussion über die Sicherung der Ausbildungsqualität im dualen System ein. Der Vorstand des LIV beabsichtigt für Meister, die erstmals ausbilden wollen oder nach neuen Impulsen für die Ausbildung suchen, eigene Qualifizierungsmaßnahmen zu entwickeln.

Friseurazubis gewinnen 2. Aschaffenburger Ausbildungspreis

LIV-Vorstandsmitglied Dieter Eser (links) mit den Preisträgern des 2. Aschaffenburger Ausbildungspreises

Mariama Sonko und Murat Kuba haben den zweiten Aschaffenburger Ausbildungspreis des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft gewonnen. Die beiden Auszubildenden im zweiten Lehrjahr nahmen mit ihrem Filmbeitrag „Ich bin gerne Friseur“ am Wettbewerb teil. Der Beitrag überzeugte die Jury und landete auf dem ersten Platz. Auch bei den Interviews mit Schülern und Schülerinnen der Mittelschulen wussten die beiden zu überzeugen und begeisterten das Publikum. Den Wettbewerbsbeitrag „Ich bin gerne Friseur“ kann man hier ansehen. Mit dem Preisgeld möchten die beiden zusammen mit ihren Mitschülern von der Johannes-de-la-Salle-Berufsschule Aschaffenburg, die sie bei der Umsetzung der Film Idee unterstützten, eine Fortbildung besuchen. „Jetzt wissen Sie, warum ich seit über 40 Jahren Friseur bin“, kommentierte LIV-Vorstandsmitglied Dieter Eser bei der Preisverleihung begeistert den Beitrag der Friseurazubis.

Fotonachweis: Johannes-de-la-Salle-Berufsschule

Friseurarbeitgeber erhöhen Ausbildungsvergütung

 

Die Mitgliederversammlung des Landesinnungsverbandes hat die Erhöhung der Ausbildungsvergütungen beschlossen.

Die Friseurlehrlinge in Bayern erhalten aufgrund eines Vorstoßes der Friseurarbeitgeber mehr Geld. Die Ausbildungsvergütungen für die Friseurazubis in Bayern werden um rund 3 Prozent erhöht, so der Beschluss des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks (LIV) bei seiner jüngsten Mitgliederversammlung. Nach der Verbandsempfehlung beträgt die Ausbildungsvergütung nun 465 Euro im ersten, 570 Euro im zweiten und 720 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Außerdem ist der Einstieg in eine betriebliche Altersvorsorge mit mindestens 10 Euro pro Monat vorgesehen.
Diese Beschlüsse gehen auf Initiative der Arbeitgeber zurück, nachdem die zuständige Gewerkschaft nicht verhandeln wollte. Kritisiert wurde seitens der Delegierten des LIV, dass die Gewerkschaft ver.di in den vergangenen zwei Jahren nicht bereit war, über einen Vergütungstarifvertrag für Auszubildende zu verhandeln. Der LIV hatte 2015 beschlossen, die Verbandsempfehlung in einen Tarifvertrag zu überführen. Da ver.di einen bundesweiten Abschluss anstrebt, kam es in Bayern aber nie zu Verhandlungen. “Wir halten eine moderate, kontinuierliche Erhöhung der Ausbildungsvergütungen für richtig”, stellt Landesinnungsmeister Christian Kaiser klar. “Es ist bedauerlich, wenn die Gewerkschaft aus ideologischen Gründen nicht bereit ist, dies für Bayern in einem Tarifvertrag festzuschreiben. Deswegen mussten wir im Alleingang von unserer Regelungskompetenz Gebrauch machen”, begründete Kaiser den Beschluss.

Studie: Generation What? – so ticken die Jugendlichen

Wer effektiv Lehrlingswerbung betreiben will, der muss wissen, wie die jungen Leute ticken. Das Bauchgefühl eines Friseurunternehmens ist wichtig, verlässliches Zahlenmaterial ist es auch.
Jetzt liegt der Abschlussbericht der Studie „Generation What“ vor. An der Studie haben sich fast eine Million junger Menschen beteiligt. Der Bayerische Rundfunk hat die Befragung zusammen mit dem ZDF und dem SWR begleitet. „Wir sind sehr dankbar, dass die Studie jetzt vorliegt und werden die in unserer Nachwuchswerbung berücksichtigen“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Ich empfehle jeden meiner Berufskollegen einen Blick in die Studie zu werfen und für sich und seinen Betrieb Schlüsse zu ziehen.“

Arbeit: Geldverdienen oder Selbstverwirklichungn
Interessant ist, was die junge Generation zum Thema Arbeit und Geldverdienen sagt. Bittet man die junge Generation, sich festzulegen, ob Arbeit für sie eher Geldverdienen oder eher Selbstverwirklichung bedeutet, fällt die Entscheidung unabhängig vom Geschlecht klar zu Gunsten des materiellen Aspekts aus (60 Prozent vs. 38 Prozent). Im demografischen Vergleich zeigen sich die Hochgebildeten am ehesten idealistisch: Für immerhin die Hälfte dieser Gruppe bedeutet Arbeit primär Selbstverwirklichung. Sie können öfter aus einem breiten Spektrum an Berufsoptionen wählen, in denen sich auch die eigenen Interessen spiegeln. Zudem kann diese Gruppe damit rechnen, ohnehin angemessen bezahlt zu werden. Des Weiteren haben Hochgebildete finanziell meist bessere Startvoraussetzung als Bildungsferne, gibt es doch in Deutschland einen klaren Zusammenhang zwischen erreichtem Bildungsniveau und sozialem Status des Elternhauses. Vor dem Hintergrund familiärer Absicherung ist persönliche Entfaltung als Berufsmotiv daher wahrscheinlicher als bei bildungsferneren Gruppen. Auch zeigt sich ein Alters-Effekt: Die 18- bis 24-Jährigen sind idealistischer als die 25- bis 34-Jährigen und betrachten Arbeit fast zur Hälfte als Option zur Selbstverwirklichung. Vergleicht man die jungen Menschen, die sich noch in Studium, Schule oder Ausbildung befinden, mit denen, die schon arbeiten, zeigt sich, dass der materielle Aspekt an Bedeutung gewinnt, sobald man einer Erwerbstätigkeit nachgeht (64 Prozent bei den Arbeitenden vs. 52 Prozent bei denen, die sich noch in der Ausbildung befinden). Womöglich werden die Erwartungen an den Job im späteren Berufsalltag nicht erfüllt.

Der Stellenwert von Arbeit bei Jugendlichen

Der Stellenwert von Arbeit bei Jugendlichen

Junge Generation übt scharfe Kritik am deutschen Schulsystem
Nur 1 Prozent der Befragten ist fest davon überzeugt, dass das Bildungssystem sie gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. 26 Prozent stimmen dem im Großen und Ganzen zu. Ein viel größerer Teil (45 Prozent) fühlt sich hingegen eher nicht für das Arbeitsleben gerüstet, 26 Prozent sogar überhaupt nicht. Hier zeigen sich keine signifikanten Geschlechterunterschiede. Zwar sind die Hochgebildeten zuversichtlicher als die Personen mit mittlerer und niedriger Formalbildung, aber auch unter ihnen findet sich nur ein Drittel, das sich für den Arbeitsmarkt gut ausgebildet sieht. Die älteren Befragten (30 bis 34 Jahre) sind etwas zurückhaltender mit einer rigorosen Kritik: Von ihnen sind nur 22 Prozent voll und ganz der Ansicht, dass das Bildungssystem nicht für den Arbeitsmarkt fit macht, in den anderen Altersgruppen sind es bis zu 30 Prozent. Die Vermutung liegt nahe, dass die jüngeren Gruppen deswegen unsicherer sind, weil viele den Übergang in das Berufsleben noch vor sich haben und daher nicht wissen, was das Gelernte in der beruflichen Praxis letztlich wert ist. Denkbar ist zudem, dass sich manche Ältere durch berufliche Weiterbildungen praxisrelevante Kompetenzen und Wissensbestände angeeignet haben und deswegen ein etwas positiveres Bild vom Bildungssystem zeichnen.
Generation What? ist ein multimediales Projekt und eine europaweite Studie über die junge Generation. Sie wurde entwickelt, um Nutzer mit Hilfe eines spielerischen und interaktiven Fragebogens dazu anzuhalten, über sich selbst zu sprechen und ihre Meinung zu äußern. Wie leben die 18-34-Jährigen von heute – was denken sie, welche Ziele, Wünsche, Hoffnungen und Ängste haben sie? Es handelt sich dabei um eine Weiterentwicklung von Génération Quoi, einer großangelegten Studie, die im Jahr 2013 in Frankreich stattgefunden hat. Nun sind 10 weitere Länder dazugekommen, um das Programm zu einem wahrhaft europäischen Projekt zu machen: Deutschland, Österreich, Belgien, Spanien, Italien, Irland, Luxemburg, Holland, Wales und Tschechien.

Die Abschlussergebnisse für Deutschland gibt es hier:

HAARE 2016: Von einer Gymnasiastin zur Friseurin

Friseurweltmeisterin Sonja Fischer erzählt aus ihrem Leben und wirbt für den Friseurberuf

Friseurweltmeisterin Sonja Fischer erzählt aus ihrem Leben und wirbt für den Friseurberuf

Dass eine Friseurkarriere nicht geradlinig verläuft, zeigt das Leben von Friseurweltmeisterin Sonja Fischer. Die engagierte Friseurin sprach auf dem Kongress der HAARE 2016 über ihr Leben und diskutierte mit jungen Gesellinnen über die verschiedene Wege im Friseurhandwerk.
„Ich will den Nachwuchs motivieren, verschiedene Wege einzuschlagen. Das Wichtigste ist aber, auf seine innere Stimme zu hören“, so Sonja Fischer. Ihr Weg zu einer erfolgreichen Friseurin verlief unterschiedlich. Zug um Zug arbeitete sie sich voran, trat in Wettbewerben an, holte verschiedene Titel wie bayerischer Meisterin und sogar Friseurweltmeisterin in Chicago. Zudem engagiert sie sich für den Landesinnungsverband und führt in Franken einen erfolgreichen Salon.

PLW: Die besten bayerischen Friseurgesellen

 

Landessiegerin Anna-Lena Reißner (m.), 2. Landessiegerin Pia Zelzer (l.), 3. Landessiegerin Michelle Gleißner (r.)

Landessiegerin Anna-Lena Reißner (m.), 2. Landessiegerin Pia Zelzer (l.), 3. Landessiegerin Michelle Gleißner (r.)

Die beste bayerische Friseurgesellin heißt Anna-Lena Reißner und wurde im Salon Zeitlmann in Donauwörth ausgebildet. Sie setzte sich am gestrigen Sonntag im Leistungswettbewerb PLW der Handwerksjugend gegen ihre leistungsstarken Kolleginnen durch und überzeugte die Jury mit ihren Arbeitsproben. Am 17. Oktober wird sie in Nürnberg im Rahmen der HAARE beim Bundesentscheid für Bayern ins Rennen gehen.

Kammersieger (v.l.n.r.): Pia Zelzer (München-Oberbayern), Michelle Gleißner (Niederbayern-Oberpfalz), Sandra Wetscheck (Oberfranken), Anna-Lena Reißner (Schwaben), Katharina Pfrang (Unterfranken)

Kammersieger (v.l.n.r.):
Pia Zelzer (München-Oberbayern), Michelle Gleißner (Niederbayern-Oberpfalz), Sandra Wetscheck (Oberfranken), Anna-Lena Reißner (Schwaben), Katharina Pfrang (Unterfranken)

Zweitplatzierte und Kammersiegerin in München – Oberbayern ist Pia Zelzer, gefolgt von Michelle Gleißner, die im Kammerbezirk Niederbayern-Oberpfalz den Wettbewerb für sich entscheiden konnte. Die weiteren Kammersiegerinnen sind Sandra Wetscheck in Oberfranken und Katharina Pfrang in Unterfranken.

Teilnehmer (v.l.n.r.): Hinten: Sandra Reichert, Lisa Merk, Ana Maria Stefan, Maria Decker Mitte:Karola Brüderle, Jaqueline Dorrer, Sandra Wetscheck, Daniela Klapper, Katharina Pfrang Vorne: Pia Zelzer, Michelle Gleißner, Anna-Lena Reißner, Verena Geiß

Teilnehmer (v.l.n.r.):
Hinten: Sandra Reichert, Lisa Merk, Ana Maria Stefan, Maria Decker
Mitte: Karola Brüderle, Jaqueline Dorrer, Sandra Wetscheck, Daniela Klapper, Katharina Pfrang
Vorne: Pia Zelzer, Michelle Gleißner, Anna-Lena Reißner, Verena Geiß

In etwas mehr als drei Stunden mussten die Wettbewerbsteilnehmerinnen einen modischen Damenhaarschnitt mit Styling, einen modischen Herrenhaarschnitt mit Styling und eine Hochsteckfrisur erarbeiten. „Der Leistungswettbewerb ist immer wieder Sprungbrett für beispiellose Karrieren. Ehemalige Wettbewerbssieger sind heute führende Meinungsbildner der Branche“, so LIV-Vorstandsmitglied Christian Hertlein.