Lockdown über Ostern 2021 – Regelung in Bayern

Das Bayerische Kabinett hat sich heute (23. März) mit den jüngsten Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz befasst und die erforderlichen Regelungen für Bayern getroffen. Die 12. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV) wird bis 18. April verlängert und in einigen Punkten angepasst. Für die Friseursalons in Bayern bedeutet dies, dass sie grundsätzlich weiterhin geöffnet bleiben dürfen. Eine Ausnahme bilden Gründonnerstag, 1. April und Karsamstag, 3. April. Aufgrund des konsequenten Lockdowns über Ostern müssen die Friseursalons an diesen beiden Tagen geschlossen bleiben. Zur arbeitsrechtlichen Behandlung dieser Schließtage wird noch eine Klarstellung durch den Bund erwartet.

Lockdown über Ostern 2021 – Stand der Dinge

Auf einen strikten Lockdown über Ostern haben sich Bund und Länder in ihrer jüngsten Konferenz (22./23. März) verständigt. Vom 1. bis 5. April gelten weitgehende Kontaktbeschränkungen und ein Ansammlungsverbot. Der 1. und 3. April werden als Ruhetage definiert, an denen Regelungen wie an Sonn- und Feiertagen gelten sollen. Nur Lebensmitteleinzelhandel soll am 3. April öffnen dürfen. Friseursalons müssten damit am Gründonnerstag (1. April) und Karsamstag (3. April) geschlossen bleiben.

Der bayerische Ministerrat wird sich heute am 23. März mit den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz befassen und die verbindlichen Regelungen für Bayern treffen. Die Pressekonferenz von Ministerpräsident Markus Söder ist für 12 Uhr 12:30 Uhr am 23. März angekündigt.

 

Bayerns Friseure sind ab heute geöffnet

Nach fast 11 Wochen Lockdown öffnen heute in Bayern die Friseursalons wieder. „Ich wünsche allen Kolleginnen und Kollegen einen guten und sicheren Start und bitte sie, die Arbeitsschutz- und Hygieneregeln strikt einzuhalten, damit die Wiedereröffnung für Kunden und Friseur ein verdienter Erfolg wird. Wir als Landesinnungsverband haben hart und intensiv für diese Wiedereröffnung zum Wohle des gesamten Friseurhandwerks gearbeitet“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. 

Bayerns Friseure freuen sich auf die Rückkehr der Kunden in ihre Salons. Aufgrund der weiter verschärften Hygieneauflagen wird es aber nicht möglich sein, allen Terminwünschen der Kunden zu entsprechen. „Wir Friseure sind dankbar für etwas Geduld und Verständnis der Kunden und werden die  Hygieneauflagen strikt einhalten. In der Hoffnung, dass in den Salons und in unser aller Leben bald wieder so etwas wie Normalität einziehen kann“, so Kaiser weiter. 

„Wirken Sie auf Ihre Kunden ein“, appelliert Kaiser an die bayerischen Friseure. Kunden müssen für den Friseurbesuch zwingend einen Termin vereinbaren. Ein spontaner Friseurbesuch ohne Anmeldung ist nicht möglich. Zudem müssen Kunden grundsätzlich eine FFP2-Maske tragen. Ausnahmen gelten unter anderem, wenn die Dienstleistung keine Maske zulässt, wie zum Beispiel bei der Bartpflege. In Bayern sind grundsätzlich alle Friseurdienstleistungen zulässig. 

Nachdem die Termine getaktet sind, sollte der Kunde pünktlich erscheinen. Das bedeutet aber auch, dass er nicht zu früh zu seinem Termin kommt, denn der Wartebereich im Salon und vor dem Salon ist in Corona-Zeiten äußerst begrenzt. Begleitpersonen sollten nur falls unbedingt nötig und nach Absprache mit im Salon erscheinen, denn die zulässige Personenzahl ist begrenzt. Kunden sollten auf dem ihnen zugewiesenen Platz bleiben und nicht unaufgefordert im Salon umhergehen. Bezahlt werden soll, wenn möglich, kontaktlos. 

Der Friseurbesuch ist sicher, wenn sich alle Beteiligten an die Regeln halten. Die Ergebnisse einer Untersuchung der TU Berlin bestätigen ein ausgesprochen geringes Ansteckungsrisiko beim Friseurbesuch. Dies unterstreichen auch die aktuellen Zahlen der Berufsgenossenschaft BGW. Stand 29.1.2021 lagen der BGW für den gesamten Zeitraum seit Beginn der Pandemie aus dem deutschen Friseurhandwerk 22 Meldungen von Berufskrankheitsverdachtsfällen aufgrund von Covid-19 vor. Von diesen 22 Fällen waren 14 mit Testung, davon 13 positiv und 1 negativ, keine Todesfälle. Und das bei ca. 80.000 Betrieben bundesweit mit rund 240.000 Beschäftigten und geschätzt 700.000 Kunden pro Tag.

“Jetzt sind alle gefordert und wir können im Salon zeigen, dass Friseure Teamplayer sind“, so Kaiser weiter. „Dringend notwendig wäre eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Friseurdienstleistungen von 19 auf 7 Prozent, nachdem sie zum Jahreswechsel von vorübergehend 16 wieder auf 19 Prozent angehoben wurde. Damit könnte die Bundesregierung Friseurkunden und -unternehmer gleichermaßen entlasten“, erklärt Landesinnungsmeister Christian Kaiser.  Das Reduzieren der Mehrwertsteuer für Friseurdienstleistungen verspricht gerade in der Zeit nach der Corona-Krise einen hohen gesamtwirtschaftlichen Nutzen. Neben mehr Arbeits- und Ausbildungsplätzen würden durch eine niedrigere Mehrwertsteuerlast der Anreiz zur Schwarzarbeit stark gemindert und die steuerpflichtigen Umsätze steigen. Damit würde sich die Steuersenkung mittelfristig selbst refinanzieren. „Wir appellieren an die Politik: Setzen Sie ein Zeichen für fairen und ehrlichen Wettbewerb“, so der Appell des Friseurhandwerks. 

Friseur-Aktion “Lasst euer Licht an” als Dankeschön für die Kundentreue

Unter strengen Auflagen dürfen Friseursalons am 1. März wieder öffnen. Mit der Friseur-Aktion „Lasst euer Licht an“ wollen die bayerischen Friseure sich für die Treue und das Verständnis bei ihren Kundinnen und Kunden bedanken. Nach dem großen Erfolg und der enormen Resonanz der Aktionen in den vergangenen Wochen bleiben die Lichter auch diesen Freitag ab 8 Uhr bis Samstag 8 Uhr in den Friseursalons an. 

„Viele Friseure machen sich für ihre Kunden bereit“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Wir bitten aber um Verständnis, dass wir nicht alle Terminwünsche sofort erfüllen können. Bitte akzeptieren Sie auch Termine, die nicht sofort in der ersten Märzwoche sind.“ Die Salons in Bayern müssen zudem das strenge Hygienekonzept und die Abstandsregelungen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege umsetzen.

 „Wir freuen uns sehr auf die Herausforderung wieder Schönheit zu verbreiten. Seit Mitte Dezember sind die Haare gewachsen und den Wildwuchs gilt es nun zu bändigen“, so Landesinnungsmeister Kaiser weiter. “Wir brennen schließlich für unsere Kunden”, so bringt die Lindauer Friseurmeisterin Petra Zander, Vorstandsmitglied im Landesinnungsverband und Initiatorin der Aktion, das Anliegen in dieser Woche auf den Punkt. “Vielen Dank für das solidarische Verhalten innerhalb der Branche und ein besonders großes Dankeschön für die Unterstützung unserer Kundinnen und Kunden.” 

Dank sagt der Landesinnungsverband an alle Kolleginnen und Kollegen, die im Lockdown vernünftig geblieben sind und die unmoralischen Angebote der Schwarzarbeit abgelehnt haben. Und natürlich gilt der Dank auch allen, die sich zum Wohle des Friseurhandwerks stark gemacht haben.

Von Freitag 8 Uhr bis Samstag 8 Uhr wird daher die symbolische Aktion “Lasst euer Licht an” fortgesetzt. Jeder Salon in Bayern ist aufgerufen, sich bei dieser stillen Aktion der Freude zu beteiligen und zu zeigen: „Wir brennen für unsere Kunden! Und als Dank lassen wir das Licht an, damit sie wissen: Wir freuen uns auf Sie!“

Hoffnung auf Lockerung bei FFP-2-Maskenpflicht für bayerische Friseure

Eine Äußerung von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Freitag morgen (12. Feb. 2021) in dem Online-Format CSU-Live gibt Hoffnung für bayerische Friseure. Bisher ist es vorgesehen, dass sowohl Kunde als auch Friseur ab 1. März FFP2-Masken tragen müssen. So steht es klar im Beschluss der Staatsregierung.

Nun erklärte Klaus Holetschek im Gespräch mit CSU-Generalsekretär Markus Blume: “Über die FFP2-Maskenpflicht bei den Friseuren, das steht so im Beschluss für den Kunden und für das Personal – da wird man es sich beim Arbeitsschutz noch genau anschauen müssen”, so Holetschek  – bei uns im Video bei 1:01 min zu sehen.

“Wir sehen hier eine positive Entwicklung, die uns Mut macht”, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. “Als Landesinnungsverband bieten wir unsere Unterstützung an. Wir freuen uns, dass Friseure ab 1. März wieder öffnen, wollen aber erreichen, dass sich auch Bayern bei der Maskenpflicht am bundesweiten Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk orientiert.” 

Das Friseurhandwerk arbeitet seit April 2020 nach einem umfangreichen Schutz- und Hygienekonzept für Kunden und Mitarbeiter, welches konsequent umgesetzt wurde.

Friseur-Aktion “Lasst euer Licht an” als Dankeschön für die Kundentreue

Unter strengen Auflagen dürfen Friseursalons am 1. März wieder öffnen. Mit der Friseur-Aktion „Lasst euer Licht an“ wollen die bayerischen Friseure sich für die Treue und das Verständnis bei ihren Kundinnen und Kunden bedanken. Nach dem großen Erfolg und der enormen Resonanz der Aktionen in den vergangenen Wochen bleiben die Lichter auch diesen Freitag ab 8 Uhr bis Samstag 8 Uhr in den Friseursalons an. 

Auch heute sollen bis Samstag morgen die Lichter in den Salons brennen. Bayerns Friseure danken den Kundinnen und Kunden für ihre Treue.

„Viele Friseure machen sich für ihre Kunden bereit“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Wir bitten aber um Verständnis, dass wir nicht alle Terminwünsche sofort erfüllen können. Bitte akzeptieren Sie auch Termine, die nicht sofort in der ersten Märzwoche sind.“ Die Salons in Bayern müssen zudem das strenge Hygienekonzept und die Abstandsregelungen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege umsetzen.

 „Wir freuen uns sehr auf die Herausforderung wieder Schönheit zu verbreiten. Seit Mitte Dezember sind die Haare gewachsen und den Wildwuchs gilt es nun zu bändigen“, so Landesinnungsmeister Kaiser weiter. “Wir brennen schließlich für unsere Kunden”, so bringt die Lindauer Friseurmeisterin Petra Zander, Vorstandsmitglied im Landesinnungsverband und Initiatorin der Aktion, das Anliegen in dieser Woche auf den Punkt. “Vielen Dank für das solidarische Verhalten innerhalb der Branche und ein besonders großes Dankeschön für die Unterstützung unserer Kundinnen und Kunden.” 

Dank sagt der Landesinnungsverband an alle Kolleginnen und Kollegen, die im Lockdown vernünftig geblieben sind und die unmoralischen Angebote der Schwarzarbeit abgelehnt haben. Und natürlich gilt der Dank auch allen, die sich zum Wohle des Friseurhandwerks stark gemacht haben.

Von Freitag 8 Uhr bis Samstag 8 Uhr wird daher die symbolische Aktion “Lasst euer Licht an” fortgesetzt. Jeder Salon in Bayern ist aufgerufen, sich bei dieser stillen Aktion der Freude zu beteiligen und zu zeigen: „Wir brennen für unsere Kunden! Und als Dank lassen wir das Licht an, damit sie wissen: Wir freuen uns auf Sie!“

Bayerns Ministerpräsident Söder öffnet Friseursalons zum 1. März 2021

In einer Pressekonferenz nach der Kabinettsitzung am 11. Februar 2021 kündigt Ministerpräsident Markus Söder die Öffnung der Friseursalons zum 1. März an. Das Friseurhandwerk sei ein „großartiges Handwerk“. Friseure haben etwas mit Hygiene zu tun und es habe etwas mit Würde zu tun.

Friseure werten Seehofers Äußerung als „Signal der Hoffnung“

„Wir begrüßen die Aussage von Bundesinnenminister Horst Seehofer, die Friseursalons wieder zu öffnen“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Das ist ein Signal der Hoffnung und zeigt, dass unsere Argumente stichhaltig und überzeugend sind.“ 

Bayerns Friseure sehen die Äußerungen des Bundesinnenministers Horst Seehofer als Signal der Hoffnung.

Friseure sollen nach dem Willen von Bundesinnenminister Horst Seehofer bald wieder ihrer Arbeit nachgehen dürfen. „Ich bin in der aktuellen Situation ganz klar für eine Verlängerung der Corona-Schutzmaßnahmen“, sagte der CSU-Politiker nach Pressemeldungen dem „Spiegel“. „Wir sollten aber diejenigen Maßnahmen zurücknehmen, die ganz offensichtlich keine Schutzwirkung entfalten“, fügte er hinzu. Bei den Friseuren habe sich „regelrecht ein Schwarzmarkt“ entwickelt. Immer mehr Menschen würden sich auf anderen Wegen und dann eben auch ohne Hygienekonzepte die Haare schneiden lassen. Das sei viel gefährlicher, als Friseurläden mit einem strengen Hygienekonzept die Öffnung zu gestatten.

Damit folgt Bundesinnenminister Seehofer der Argumentation der bayerischen Friseure. In einem Brief an die Bundestagsabgeordneten aus Bayern hatte der LIV auf eine schnelle Wiedereröffnung gedrängt. Die Friseure waren die erste Branche innerhalb der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die einen ausgeklügelten Arbeitsschutzstandard für Pandemie-Bedingungen vorweisen konnte. Dass mit diesem Konzept sicher gearbeitet werden kann, zeigen unter anderem die Zahlen der Berufsgenossenschaft. Es steht fest: Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle.

Kontrollen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege haben ergeben, dass die Vorgaben des Arbeitsschutzstandards in den Betrieben zu über 90 Prozent eingehalten wurden.
Der Arbeitsschutzstandard beinhaltet u.a. Regelungen zu:
Kontrollierter Zugang zum Friseursalon durch persönliche Terminvergabe
Vermeiden von Wartezeiten und Personenansammlungen
Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Kunden und Mitarbeitern (mit Ausnahme des Erbringens der Dienstleistung), auch auf Verkehrswegen im Salon
Maskenpflicht
Ausreichender Luftaustausch in allen Arbeits-, Pausen- und Sanitärräumen
Reinigung und Desinfektion der Arbeitsgeräte und Arbeitsplätze

Der Lockdown führt massiv zu Schwarzarbeit. Friseurdienstleistungen haben eine große Bedeutung in der alltagsbezogenen Grundversorgung der Bevölkerung. Aktuell ist ein massiver Anstieg “unmoralischer” Angebote von Verbrauchern zu beobachten, die bei Friseuren wegen privater Termine für Haarschnitte nachfragen. Seriöse Friseure lehnen dies selbstverständlich ab. Dennoch beflügelt die aktuelle Schließung der Friseurbetriebe die Schwarzarbeit. Eine fatale Entwicklung in Zeiten einer Pandemie, die dem erklärten Ziel, die Infektionszahlen zu drücken, komplett zuwiderläuft. Der Bereich der Schwarzarbeit entzieht sich de facto jeder Kontrolle und Nachverfolgung von Infektionsketten; Hygienekonzepte und Arbeitsschutzmaßnahmen, die auch einen Kunden- und Infektionsschutz bewirken, spielen dort keine Rolle. 

„Für uns steht fest: Der Friseursalon ist sicher“, so Landesinnungsmeister Kaiser. Am Mittwoch tagt wieder die Runde der Ministerpräsidenten, um das weitere Vorgehen gegen Corona zu besprechen. 

Friseure gehen pleite – Protest “Lasst euer Licht an” geht am Freitag in die nächste Runde

Auch diesen Freitag auf Samstag heißt es wieder: Wir lassen das Licht in unseren Friseursalons in Bayern an. Foto: Karrer

„Wenn nicht sofort finanzielle Hilfen für Friseursalons eintreffen, geht in vielen Betrieben für immer das Licht aus“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. Daher protestierten bayerische Friseure diesen Freitag wieder mit ihrer Aktion “Lasst euer Licht an”. Von Freitag ab 8 Uhr bis Samstag 8 Uhr wird in den Friseursalons symbolisch das Licht angelassen. 

„Viele sind verzweifelt, weil die von Finanzminister Olaf Scholz versprochene Unterstützung nie eingetroffen ist. Von schönen Worten können wir keine Rechnungen bezahlen und unsere Familien ernähren“; so Kaiser weiter. Täglich treffen Hiobsbotschaften von Betriebsinhaber ein, die aufgrund fehlender Finanzmittel unverschuldet in den Ruin getrieben werden.“ Schnelle Möglichkeiten wären Soforthilfen oder unkomplizierte Überbrückungsgelder. 

Kunden und Friseure wehren sich solidarisch gegen diese unfaire Behandlung seitens der Politik. Die Überbrückungshilfe III kann noch nicht beantragt werden. Der Zugang zu KfW-Darlehen wird durch die Hausbanken blockiert. Das Kurzarbeitergeld ist in der Regel beantragt, aber noch nicht ausbezahlt. Bei der Grundsicherung Hartz IV stellt sich das gleiche Problem.

Mit der symbolträchtigen Aktion “Lasst euer Licht an” weisen Bayerns Friseure jetzt zum dritten Mal auf ihre prekäre Situation hin und wissen ihre Kunden hinter sich. “Vielen Dank für das solidarische Verhalten innerhalb der Branche und ein besonders großes Dankeschön für die Unterstützung unserer Kundinnen und Kunden“, so die Lindauer Friseurmeisterin Petra Zander, Vorstandsmitglied im Landesinnungsverband und Initiatorin der Aktion.

Bayerns Friseure schlagen Alarm im Bundestag und Landtag

 

Foto: Bundestag/Urban

Heute ging ein Hilferuf des bayerischen Friseurhandwerks an die Adresse der bayerischen Bundestagsabgeordneten in Berlin und die Abgeordneten des Bayerischen Landtags in München. Wir drucken den Wortlaut des Briefes hier ab.

Sehr geehrte Damen und Herren,
wenn es so weitergeht, dann geht es nicht mehr weiter. Das gilt zumindest für viele Friseurbetriebe in Bayern. Jetzt muss schnell gehandelt werden, denn die Rücklagen sind nach mehr als 13 Wochen Schließung seit März 2020 aufgebraucht. Unsere bayerischen Friseurinnen und Friseure brauchen endlich eine umgehende und unbürokratische Soforthilfe, um die unverschuldete Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Wir senden ein SOS für unsere Betriebe an Sie. 

Seit 16. Dezember dürfen Friseure ihre Dienstleistungen nicht mehr erbringen. Seit über sieben Wochen ist der Umsatz bei Null, während die Kosten weiterlaufen. Und die staatliche Unterstützung beträgt bei den meisten Salons bis heute 0 Cent. Angesichts von Kurzarbeitergeld, Ausbildungsprämien, vereinfachter Grundsicherung, KfW-Krediten und Überbrückungshilfe schier unglaublich. Und dennoch bittere Realität: Friseure verhungern gerade am ausgestreckten Arm des deutschen Staates. Warum das so ist, wollen wir Ihnen gerne erklären und fordern Ihre Unterstützung.

Überbrückungshilfe
Die Kriterien der Überbrückungshilfe II erfüllen nur wenige Friseursalons. Vom 4. Mai bis 15. Dezember 2020 durften die Salons ihre Dienstleistungen erbringen. Aufgrund der hohen Hygienestandards waren zwar die Kosten höher und die Auslastung geringer, doch der Umsatzrückgang lag in der Regel unter den erforderlichen 30 Prozent.
Mit der Schließung ab 16. Dezember 2020  sind die Friseursalons antragsberechtigt für die Überbrückungshilfe III. Mittlerweile sind über sieben Wochen ohne Umsätze ins Land gegangen. Und auch über sieben Wochen ohne die Chance, einen Antrag für die Überbrückungshilfe III zu stellen. Unter der Hand ist zu erfahren, dass die Antragstellung auch nicht vor Ende Februar möglich sein wird. Bis das System wirklich rund läuft soll es Mitte März sein, sodass mit der Auszahlung nicht vor Ende März zu rechnen sei. Die betrieblichen und privaten Ausgaben laufen von diesen Problemen völlig unbeeindruckt gnadenlos weiter.
Apropos private Ausgaben: Dass ein Einzelunternehmer vom Gewinn seinen Lebensunterhalt, seine Krankenversicherung und Altersvorsorge bestreiten muss, lässt die Überbrückungshilfe außer Acht. Ein Unternehmerlohn ist bei den berücksichtigungsfähigen Kosten bislang nicht vorgesehen. Aber dafür hat der Unternehmer ja einen vereinfachten Zugang zur Grundsicherung, im Volksmund auch Stütze genannt.

Grundsicherung
Vom psychologischen Problem, einen Unternehmer, der es gewohnt ist Menschen und ein Unternehmen zu führen, auf die Grundsicherung/Hartz IV/Stütze zu verweisen, wollen wir an dieser Stelle mal absehen. Viele Unternehmer haben ihren Stolz und ihre Vorbehalte über Bord geworfen und noch im Dezember einen Antrag auf Grundsicherung gestellt. So viele Unternehmer, dass die Bearbeitung der Anträge auf sich warten lässt. Bis heute. Fazit: Ein vereinfachter Zugang (= Antragstellung) heißt nicht, dass sieben Wochen später schon Geld auf dem Konto ist.

Kurzarbeitergeld
Wie gut, dass der Unternehmer wenigstens für seine Mitarbeiter, sofern es sich nicht um geringfügig Beschäftigte oder Azubis handelt, Kurzarbeit beantragen kann. Ein Instrument, das Friseuren bis zum Frühjahr 2020 gänzlich fremd war. Aber im zweiten Lockdown ist man ja geübter. Also wurde gleich im Dezember Kurzarbeit angezeigt und Kurzarbeitergeld beantragt. Am Monatsende ist allerdings erstmal der Arbeitgeber in der Pflicht und muss das Kurzarbeitergeld vorstrecken. Inzwischen wurden Gehalt/Kurzarbeitergeld für Dezember und Januar vom Unternehmer an die Mitarbeiter überwiesen – wenn der finanzielle Spielraum dafür überhaupt noch vorhanden war, denn das Unternehmen ist seit 16. Dezember ohne Einnahmen! Die Bearbeitung der KuG-Anträge bei der Arbeitsagentur dauert selbstverständlich noch, schließlich gibt es überraschenderweise nach der reihenweisen Schließung von Unternehmen seit Anfang November 2020 eine Vielzahl von Anträgen zu bearbeiten. Aber irgendwann im Laufe des Februars wird das Kurzarbeitergeld vom Dezember schon noch an den Unternehmer ausbezahlt werden. Dann fehlt ja nur noch die Zahlung für Januar. Ob sie rechtzeitig erfolgt, um damit das KuG für Februar vorzustrecken?
Ausbildungsbetriebe werden im übrigen zusätzlich bestraft, denn für die Azubis gibt es in der Regel kein Kurzarbeitergeld.

KfW-Kredite
„Um Ihre Liquidität zu verbessern und laufende Kosten zu decken, können Sie jetzt einen KfW-Kredit erhalten. Den Kredit beantragen Sie bei Ihrer Bank oder Sparkasse“, heißt es auf der Website der KfW. Haben Sie schon einmal versucht, bei Ihrer Bank oder Sparkasse einen Kredit zu beantragen, wenn Ihre Konten allesamt leer sind? Sie werden die gleiche Erfahrung machen wie die Friseurunternehmer, die es versucht haben. Wer leere Konten hat und keine positive Prognose für sein Unternehmen liefern kann – wie auch, wenn es keine Perspektive für die Wiedereröffnung gibt – bekommt auch keinen KfW-Kredit.

Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“
Bleibt zumindest die Hoffnung auf einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung, wenn Azubis trotz Lockdown weiter ausgebildet werden. Arbeitgeber, die trotz Kurzarbeit die Ausbildung fortsetzen, erhalten einen Zuschuss in Höhe von 75 Prozent der Ausbildungsvergütung. Weitere Voraussetzung ist, dass auch der Ausbilder nicht in Kurzarbeit ist. Das sollte aber nun doch für den Friseurunternehmer ein Leichtes sein! Wenn, ja wenn da nicht ein kleiner Schönheitsfehler im Programm wäre. Der Ausbilder muss nämlich grundsätzlich einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben. Bei unseren Friseurunternehmen handelt es sich in der Regel um Einzelunternehmen, in denen der Betriebsinhaber aufgrund seiner Meisterqualifikation die Ausbildungsberechtigung hat und daher selber die Verantwortung für die Ausbildung trägt. Einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld hat er als Selbstständiger allerdings nicht. Daher wird er auch keinen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung erhalten, obwohl er mehrere Tage in der Woche seine Azubis an Übungsköpfen oder online unterweist.

Gut gemeint ist leider nicht gut gemacht. Und daher stehen die Friseurunternehmer nach mehr als sieben Wochen Zwangsschließung im zweiten Lockdown ohne staatliche Unterstützung, mit leeren Konten und ohne Öffnungsperspektive da.

Wir fordern Sie als unsere gewählten Volksvertreterinnen und Volksvertreter auf, endlich zu handeln. Die Stimmung in der Friseurbranche ist schlecht, sehr schlecht. Die Betriebe haben die Schließung nicht zu vertreten, müssen sie aber im Moment alleine ausbaden. Als Landesinnungsverband sind wir inzwischen täglich mit drohenden Betriebspleiten konfrontiert.

Für weitere Erläuterungen stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung. Überhören Sie bitte unser SOS nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Kaiser, Landesinnungsmeister
Doris Ortlieb, Geschäftsführerin