EU bestätigt: Meisterbrief im Friseurhandwerk ist der Garant für handwerkliche Qualität

„Wir haben täglich mit Köpfen zu tun und freuen uns, dass die Köpfe der EU-Kommission vernünftig sind!“ Mit diesen Worten begrüßte der Landesinnungsmeister des bayerischen Friseurhandwerks Christian Kaiser die jüngste EU-Entscheidung, den Meisterbrief in Deutschland zu erhalten. EU-Kommissionsvize Jyrki Katainen erklärte: „Der Meisterbrief und das duale Ausbildungssystem werden nicht angetastet.“
„Das sind sehr gute Nachrichten aus Europa für alle bayerischen Friseure“, so Landesinnungsmeister Kaiser weiter. „Das bayerische Friseurhandwerk steht hinter dem Meisterbrief und der dualen Berufsausbildung und hat sich für den Erhalt immer wieder eingesetzt.“ Kaiser bedankte sich bei allen Unterstützern. „Das Friseurhandwerk hat auf allen Ebenen für unsere Forderungen gekämpft. Wir führten Gespräche auf Landes-, Bundes- und Europaebene und wir sprachen mit Europapolitikern, wenn sie bei uns auf dem Friseurstuhl saßen“, so Kaiser weiter. „Fest steht: Unser Meisterbrief ist die Grundlage für handwerkliche Qualität und fundierte Ausbildung.“
Für einige Handwerksberufe, etwa in den Branchen Gesundheit, sei die Reglementierung durch den Meisterbrief gerechtfertigt, so die Behörde. Das Friseurhandwerk gehört zu den Gesundheitsberufen.
Die EU bestätigte, dass die Berufsausbildung in Deutschland hervorragend funktioniere. Dies zeige sich an der niedrigen Arbeitslosenquote und hohen Ausbildungsbereitschaft. Im bayerischen Friseurhandwerk werden im Moment rund 3800 Lehrlinge ausgebildet.

Protest der Friseure zu CSU-Antrag zur Umsatzsteuerfreigrenze

LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb und BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl fordern von Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer das Absenken der Umsatzsteuerfreigrenze.

Gegen das Anheben der Umsatzsteuerfreigrenze protestieren LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb und BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl bei Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer.

Durch den Einsatz des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks konnte ein Antrag nach dem CSU-Parteitag im Sinne des Handwerks korrigiert werden. Am Rande der Eröffnung der Heim+Handwerk in München sprach LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb zusammen mit dem Präsidenten des bayerischen Handwerkstages Franz Xaver Peteranderl beim bayerischen Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU) vor und wies ihn auf einen fehlerhaften Antrag auf dem CSU-Parteitag hin. Dieser Antrag sieht ein Anheben der Umsatzsteuerfreigrenze von 17.500 Euro auf 25.000 Euro pro Jahr vor.

„Das bayerische Handwerk ist zusammen mit dem Friseurhandwerk absolut gegen diese Anhebung“, so LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb im Gespräch mit Pschierer. Im Moment liegt ein Viertel der selbstständigen Friseure unter dieser 17.500 Euro-Grenze. Die Finanzverwaltung stuft diese Betriebe als nicht prüfungswürdig ein. „Das ist eine enorme Wettbewerbsverzerrung gegenüber den anderen Friseuren, die die 19 Prozent Umsatzsteuer in ihrer Preiskalkulation berücksichtigen müssen“, so Ortlieb. Würde diese Umsatzsteuerfreigrenze auf 25.000 Euro erhöht, würde sich die Wettbewerbsverzerrung sogar noch ausweiten. Daher haben der BHT-Präsident und der Landesinnungsverband beim zuständigen Staatssekretär vorgesprochen. Die bayerischen Friseure fordern zudem eine echte Bagatellgrenze bei der Umsatzsteuerfreigrenze.

Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer signalisierte nach dem Einspruch Entgegenkommen und will sich für eine Überarbeitung des CSU-Antrags einsetzen.

WLAN: Europäischer Gerichtshof urteilt gegen die Störerhaftung

wlan

Der Europäische Gerichtshof hat heute ein Urteil gefällt, dass sich gegen die Störerhaftung beim WLAN ausspricht. In Ergänzung der Berichterstattung in der aktuellen LIV direkt, die Innungsmitgliedern dieser Tage per Post zuging, hat jetzt der Europäische Gerichtshof ein wegweisendes Urteil (Az. C-484/14) gefällt. Das Urteil stärkt gewerbliche WLAN-Betreiber wie Friseure, die ihren Kunden ein offenes WLAN zur Verfügung stellen. Gleichzeitig erschwert das Urteil die Geschäfte der Abmahnindustrie. „Anbieter von WLANs in Friseursalons entgehen damit der Zahlung von Schadenersatz“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser.
Allerdings: Rechteinhaber können bei Verstößen aber von den Betreibern verlangen, durch ein Passwort oder Nutzerregistrierung weitere Verstöße zu verhindern. Es heißt: Es können Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Rechtsverstöße angemessen und verhältnismäßig sein.

Friseure mahnen Reform der Künstlersozialkasse an

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Oft ist unklar, für welche kreativen Leistungen die Künstlersozialabgabe fällig ist.

„Die Künstlersozialkasse muss reformiert werden. Derzeit ist sie für Unternehmer ein Bürokratiemonster und ein unkalkulierbares Risiko“, fordert Josef Wieser, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks. „Wir kritisieren die enorme Rechtsunsicherheit bei unseren Kleinbetrieben, wenn sie zur Gestaltung von Flyern oder Webseiten Kreative wie Grafiker und Texter beauftragen“, so Wieser weiter. Außerdem wird Künstlersozialabgabe auch auf Leistungen von Personen fällig, die selbst die KSK nicht in Anspruch nehmen.
Die Künstlersozialkasse (KSK) übernimmt die Hälfte der Beiträge für Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungen von Grafikern, Layoutern und Textern, die auch vom bayerischen Friseurhandwerk beschäftigt werden. Rund 180 000 Kreative sind in Deutschland in der KSK organisiert, wenn sie nicht über ein genügend hohes Einkommen verfügen. Die Auftraggeber zahlen deshalb in die KSK eine Abgabe. Derzeit liegt die Pflicht zur Prüfung auf Versicherungspflicht aber beim Auftraggeber.
Unternehmen beklagen generell, dass neben den Abgaben auch hohe Bürokratiekosten anfallen. Einen zusätzlichen Euro je Euro Abgabe – davon spricht die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände. Das bayerische Friseurhandwerk fordert deshalb, dass die Versicherten die Abgaben selbst an die Versicherung abführen oder zumindest in der Rechnung klar auf die Abgabenpflicht hinweisen.

Unternehmensnachfolge regeln

Zum Seminar „Unternehmensnachfolge“ laden die Unternehmensberatung Peter Zöllner und Wella am 20. Juni 2016 von 18 bis 21 Uhr ins Wella Studio München ein. Peter Zöllner und Norbert Göppel referieren über das Ermitteln eines angemessenen Unternehmenswertes, die Berücksichtigung der Belange von Käufer und Verkäufer, die Sicherung der Ertragskraft für den Übernehmer und die Einflussfaktoren im Übernahmeprozess. Die Seminargebühr beträgt 59 Euro netto. Zur Anmeldung geht es hier.

Das Thema Nachfolge ist als Zukunftsthema für zahlreiche Unternehmen der Friseurbranche von großer Bedeutung, wenn es auch oft noch weit weg erscheint. Die Überlegungen betreffen das altersbedingte Ausscheiden aus dem Berufsleben oder das frühzeitige Sichern des aufgebauten Lebenswerkes. Ob eine Nachfolgeregelung innerhalb der Familie oder eine externe Lösung in Betracht kommt, kann generell erst kompetent gelöst werden, wenn man sich rechtzeitig um eine Lösung bemüht und nicht etwa erst kurz vor dem 65. Geburtstag feststellt, dass man sich um eine Nachfolge kümmern sollte! Im Rahmen eines Unternehmerabends liefert die Unternehmensberatung Peter Zöllner Informationen, Impulse und Handlungsempfehlungen, um die richtigen Schritte zur richtigen Zeit einzuleiten.

Über die genaue Anzahl der in den kommenden Jahren zur Nachfolge anstehenden Friseurunternehmen gibt es keine fundierten Zahlen. Unternehmerinnen und Unternehmer, die aber in einigen Jahren die Altersgrenze erreichen und sich mit der Abgabe ihres Betriebes beschäftigen, sind gut beraten, frühzeitig Informationen einzuholen und Planungen anzustellen – für einen vorausschauenden und lohnenden Übergang!

Entgelt-Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich

Für allgemeinverbindlich erklärt wurde der Entgelt-Tarifvertrag für das bayerische Friseurhandwerk. Der Tarifausschuss beim bayerischen Arbeitsministerium folgte damit dem gemeinsamen Antrag des Landesinnungsverbandes und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

In ihrem Antrag hatten die Tarifpartner das öffentliche Interesse an einem allgemeinverbindlichen Entgelt-Tarifvertrag im bayerischen Friseurhandwerk dargelegt. Außerdem führte der Landesinnungsverband den Nachweis, dass die Innungsbetriebe mehr als die Hälfte der über 37000 Mitarbeiter im bayerischen Friseurhandwerk beschäftigen. „Durch die Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages ist sichergestellt, dass wir in Bayern einheitliche tarifliche Lohnuntergrenzen haben“, begrüßt Landesinnungsmeister Christian Kaiser die Entscheidung des Tarifausschusses. „Damit setzen wir unsere erfolgreiche Tarifpolitik der vergangenen Jahrzehnte fort“, so Kaiser weiter.

Der tarifliche Einstiegslohn für Gesellen liegt bei 8,83 Euro pro Stunde. Erste Kräfte verdienen im Ecklohn 12,08 Euro. Für angestellte Betriebsleiter und Ausbilder sieht der Tarifvertrag einen Stundenlohn ab 13,83 Euro vor. Die bisherige Lohngruppe Ia für ungelernte Kräfte wurde gestrichen. Mit dem gesetzlichen Mindestlohn gilt seit 1. Januar 2015 eine verbindliche Lohnuntergrenze für Ungelernte. Festgeschrieben wurde für diese Mitarbeitergruppe ein Anspruch auf Höhergruppierung nach einschlägiger Berufstätigkeit. Die Allgemeinverbindlichkeit gilt rückwirkend ab 1. November 2015, für § 2 Ziff. 2 ab 1. Mai 2016.

Das bayerische Friseurhandwerk beschäftigt über 37000 Mitarbeiter und bildet 3768 junge Menschen zu Friseurinnen und Friseuren aus (Stichtag 31.12.2015). Die erste Lohnvereinbarung für die Beschäftigten wurde 1949 zwischen dem Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks und der Gewerkschaft ÖTV getroffen. Seit 1992 sind die Entgelt-Tarifverträge durchgehend für allgemeinverbindlich erklärt worden.

Innungsmitglieder haben den Tarifvertrag bereits im Februar mit der LIV direkt erhalten. Nichtmitglieder können ihn hier bestellen.

Erfolgreich als Friseurunternehmer

Die erfolgreichen Teilnehmer des Unternehmertrainings 2014/15 mit Landesinnungsmeister Christian Kaiser und den Trainern Stefan Dax und Torsten Kowalsky

Die erfolgreichen Teilnehmer des Unternehmertrainings 2014/15 mit Landesinnungsmeister Christian Kaiser und den Trainern Stefan Dax und Torsten Kowalsky

Rund 14500 selbstständige Friseure gibt es derzeit in Bayern. Eigentlich zu viele für die knapp 12,8 Millionen Einwohner, denn auf einen Salon sollten im Schnitt mindestens 1000 Einwohner kommen. Wer sich als selbständiger Friseur von der Masse abheben und erfolgreich sein will, muss daher nicht nur handwerklich hervorragend arbeiten, sondern auch unternehmerische Fähigkeiten entwickeln. Der Landesinnungsverband bietet hierfür gemeinsam mit der Unternehmensberatung Schaefer + Partner ein Unternehmertraining an. An acht Seminartagen greifen die Berater spannende und zeitgemäße Themen der Branche auf und schärfen mittels Vorträgen, Gruppenarbeiten, Dialog und Austausch den unternehmerischen Spürsinn der Teilnehmer. Zum nächsten Seminartag am 13. Juni in München ist die Anmeldung kurzfristig noch möglich. Die Anmeldung gilt für den kompletten Seminarzyklus von acht Tagen. Die weiteren Termine in diesem Jahr sind 12. September und 14. November.

Weitere Information und Anmeldung beim Landesinnungsverband Tel. 089 55029302, info@friseurebayern.de