Protest der Friseure zu CSU-Antrag zur Umsatzsteuerfreigrenze

LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb und BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl fordern von Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer das Absenken der Umsatzsteuerfreigrenze.

Gegen das Anheben der Umsatzsteuerfreigrenze protestieren LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb und BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl bei Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer.

Durch den Einsatz des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks konnte ein Antrag nach dem CSU-Parteitag im Sinne des Handwerks korrigiert werden. Am Rande der Eröffnung der Heim+Handwerk in München sprach LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb zusammen mit dem Präsidenten des bayerischen Handwerkstages Franz Xaver Peteranderl beim bayerischen Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU) vor und wies ihn auf einen fehlerhaften Antrag auf dem CSU-Parteitag hin. Dieser Antrag sieht ein Anheben der Umsatzsteuerfreigrenze von 17.500 Euro auf 25.000 Euro pro Jahr vor.

„Das bayerische Handwerk ist zusammen mit dem Friseurhandwerk absolut gegen diese Anhebung“, so LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb im Gespräch mit Pschierer. Im Moment liegt ein Viertel der selbstständigen Friseure unter dieser 17.500 Euro-Grenze. Die Finanzverwaltung stuft diese Betriebe als nicht prüfungswürdig ein. „Das ist eine enorme Wettbewerbsverzerrung gegenüber den anderen Friseuren, die die 19 Prozent Umsatzsteuer in ihrer Preiskalkulation berücksichtigen müssen“, so Ortlieb. Würde diese Umsatzsteuerfreigrenze auf 25.000 Euro erhöht, würde sich die Wettbewerbsverzerrung sogar noch ausweiten. Daher haben der BHT-Präsident und der Landesinnungsverband beim zuständigen Staatssekretär vorgesprochen. Die bayerischen Friseure fordern zudem eine echte Bagatellgrenze bei der Umsatzsteuerfreigrenze.

Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer signalisierte nach dem Einspruch Entgegenkommen und will sich für eine Überarbeitung des CSU-Antrags einsetzen.

WLAN: Europäischer Gerichtshof urteilt gegen die Störerhaftung

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Der Europäische Gerichtshof hat heute ein Urteil gefällt, dass sich gegen die Störerhaftung beim WLAN ausspricht. In Ergänzung der Berichterstattung in der aktuellen LIV direkt, die Innungsmitgliedern dieser Tage per Post zuging, hat jetzt der Europäische Gerichtshof ein wegweisendes Urteil (Az. C-484/14) gefällt. Das Urteil stärkt gewerbliche WLAN-Betreiber wie Friseure, die ihren Kunden ein offenes WLAN zur Verfügung stellen. Gleichzeitig erschwert das Urteil die Geschäfte der Abmahnindustrie. „Anbieter von WLANs in Friseursalons entgehen damit der Zahlung von Schadenersatz“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser.
Allerdings: Rechteinhaber können bei Verstößen aber von den Betreibern verlangen, durch ein Passwort oder Nutzerregistrierung weitere Verstöße zu verhindern. Es heißt: Es können Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Rechtsverstöße angemessen und verhältnismäßig sein.

Friseure mahnen Reform der Künstlersozialkasse an

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Oft ist unklar, für welche kreativen Leistungen die Künstlersozialabgabe fällig ist.

„Die Künstlersozialkasse muss reformiert werden. Derzeit ist sie für Unternehmer ein Bürokratiemonster und ein unkalkulierbares Risiko“, fordert Josef Wieser, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks. „Wir kritisieren die enorme Rechtsunsicherheit bei unseren Kleinbetrieben, wenn sie zur Gestaltung von Flyern oder Webseiten Kreative wie Grafiker und Texter beauftragen“, so Wieser weiter. Außerdem wird Künstlersozialabgabe auch auf Leistungen von Personen fällig, die selbst die KSK nicht in Anspruch nehmen.
Die Künstlersozialkasse (KSK) übernimmt die Hälfte der Beiträge für Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungen von Grafikern, Layoutern und Textern, die auch vom bayerischen Friseurhandwerk beschäftigt werden. Rund 180 000 Kreative sind in Deutschland in der KSK organisiert, wenn sie nicht über ein genügend hohes Einkommen verfügen. Die Auftraggeber zahlen deshalb in die KSK eine Abgabe. Derzeit liegt die Pflicht zur Prüfung auf Versicherungspflicht aber beim Auftraggeber.
Unternehmen beklagen generell, dass neben den Abgaben auch hohe Bürokratiekosten anfallen. Einen zusätzlichen Euro je Euro Abgabe – davon spricht die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände. Das bayerische Friseurhandwerk fordert deshalb, dass die Versicherten die Abgaben selbst an die Versicherung abführen oder zumindest in der Rechnung klar auf die Abgabenpflicht hinweisen.

Unternehmensnachfolge regeln

Zum Seminar „Unternehmensnachfolge“ laden die Unternehmensberatung Peter Zöllner und Wella am 20. Juni 2016 von 18 bis 21 Uhr ins Wella Studio München ein. Peter Zöllner und Norbert Göppel referieren über das Ermitteln eines angemessenen Unternehmenswertes, die Berücksichtigung der Belange von Käufer und Verkäufer, die Sicherung der Ertragskraft für den Übernehmer und die Einflussfaktoren im Übernahmeprozess. Die Seminargebühr beträgt 59 Euro netto. Zur Anmeldung geht es hier.

Das Thema Nachfolge ist als Zukunftsthema für zahlreiche Unternehmen der Friseurbranche von großer Bedeutung, wenn es auch oft noch weit weg erscheint. Die Überlegungen betreffen das altersbedingte Ausscheiden aus dem Berufsleben oder das frühzeitige Sichern des aufgebauten Lebenswerkes. Ob eine Nachfolgeregelung innerhalb der Familie oder eine externe Lösung in Betracht kommt, kann generell erst kompetent gelöst werden, wenn man sich rechtzeitig um eine Lösung bemüht und nicht etwa erst kurz vor dem 65. Geburtstag feststellt, dass man sich um eine Nachfolge kümmern sollte! Im Rahmen eines Unternehmerabends liefert die Unternehmensberatung Peter Zöllner Informationen, Impulse und Handlungsempfehlungen, um die richtigen Schritte zur richtigen Zeit einzuleiten.

Über die genaue Anzahl der in den kommenden Jahren zur Nachfolge anstehenden Friseurunternehmen gibt es keine fundierten Zahlen. Unternehmerinnen und Unternehmer, die aber in einigen Jahren die Altersgrenze erreichen und sich mit der Abgabe ihres Betriebes beschäftigen, sind gut beraten, frühzeitig Informationen einzuholen und Planungen anzustellen – für einen vorausschauenden und lohnenden Übergang!

Entgelt-Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich

Für allgemeinverbindlich erklärt wurde der Entgelt-Tarifvertrag für das bayerische Friseurhandwerk. Der Tarifausschuss beim bayerischen Arbeitsministerium folgte damit dem gemeinsamen Antrag des Landesinnungsverbandes und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

In ihrem Antrag hatten die Tarifpartner das öffentliche Interesse an einem allgemeinverbindlichen Entgelt-Tarifvertrag im bayerischen Friseurhandwerk dargelegt. Außerdem führte der Landesinnungsverband den Nachweis, dass die Innungsbetriebe mehr als die Hälfte der über 37000 Mitarbeiter im bayerischen Friseurhandwerk beschäftigen. „Durch die Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages ist sichergestellt, dass wir in Bayern einheitliche tarifliche Lohnuntergrenzen haben“, begrüßt Landesinnungsmeister Christian Kaiser die Entscheidung des Tarifausschusses. „Damit setzen wir unsere erfolgreiche Tarifpolitik der vergangenen Jahrzehnte fort“, so Kaiser weiter.

Der tarifliche Einstiegslohn für Gesellen liegt bei 8,83 Euro pro Stunde. Erste Kräfte verdienen im Ecklohn 12,08 Euro. Für angestellte Betriebsleiter und Ausbilder sieht der Tarifvertrag einen Stundenlohn ab 13,83 Euro vor. Die bisherige Lohngruppe Ia für ungelernte Kräfte wurde gestrichen. Mit dem gesetzlichen Mindestlohn gilt seit 1. Januar 2015 eine verbindliche Lohnuntergrenze für Ungelernte. Festgeschrieben wurde für diese Mitarbeitergruppe ein Anspruch auf Höhergruppierung nach einschlägiger Berufstätigkeit. Die Allgemeinverbindlichkeit gilt rückwirkend ab 1. November 2015, für § 2 Ziff. 2 ab 1. Mai 2016.

Das bayerische Friseurhandwerk beschäftigt über 37000 Mitarbeiter und bildet 3768 junge Menschen zu Friseurinnen und Friseuren aus (Stichtag 31.12.2015). Die erste Lohnvereinbarung für die Beschäftigten wurde 1949 zwischen dem Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks und der Gewerkschaft ÖTV getroffen. Seit 1992 sind die Entgelt-Tarifverträge durchgehend für allgemeinverbindlich erklärt worden.

Innungsmitglieder haben den Tarifvertrag bereits im Februar mit der LIV direkt erhalten. Nichtmitglieder können ihn hier bestellen.

Erfolgreich als Friseurunternehmer

Die erfolgreichen Teilnehmer des Unternehmertrainings 2014/15 mit Landesinnungsmeister Christian Kaiser und den Trainern Stefan Dax und Torsten Kowalsky

Die erfolgreichen Teilnehmer des Unternehmertrainings 2014/15 mit Landesinnungsmeister Christian Kaiser und den Trainern Stefan Dax und Torsten Kowalsky

Rund 14500 selbstständige Friseure gibt es derzeit in Bayern. Eigentlich zu viele für die knapp 12,8 Millionen Einwohner, denn auf einen Salon sollten im Schnitt mindestens 1000 Einwohner kommen. Wer sich als selbständiger Friseur von der Masse abheben und erfolgreich sein will, muss daher nicht nur handwerklich hervorragend arbeiten, sondern auch unternehmerische Fähigkeiten entwickeln. Der Landesinnungsverband bietet hierfür gemeinsam mit der Unternehmensberatung Schaefer + Partner ein Unternehmertraining an. An acht Seminartagen greifen die Berater spannende und zeitgemäße Themen der Branche auf und schärfen mittels Vorträgen, Gruppenarbeiten, Dialog und Austausch den unternehmerischen Spürsinn der Teilnehmer. Zum nächsten Seminartag am 13. Juni in München ist die Anmeldung kurzfristig noch möglich. Die Anmeldung gilt für den kompletten Seminarzyklus von acht Tagen. Die weiteren Termine in diesem Jahr sind 12. September und 14. November.

Weitere Information und Anmeldung beim Landesinnungsverband Tel. 089 55029302, info@friseurebayern.de

Gastbeitrag von Norbert Göppel: Unternehmensbewertung

Haarwaesche

Die Unternehmensbewertung zur Festlegung des Kaufpreises ist kein einfaches Unterfangen, denn Wertevorstellungen driften oft auseinander. Umso wichtiger sind zuverlässige Daten und Abgrenzung …
Eine Unternehmensbewertung als solches stellt die große Herausforderung als zentrales Element in einem Übergabe-/Verkaufsprozess dar. Die Unternehmensbewertung ist Ausgangspunkt jeder Übergabeüberlegung, sowohl im Rahmen einer familiären (Erb)-Regelung, als auch bei einem Verkauf (Wettbewerber, Finanzinvestor, MBO, MBI). Als wichtigstes Element ist hierbei die Quantifizierung des Wertes, den das Unternehmen repräsentiert, zu sehen. Das Ergebnis der Unternehmensbewertung stellt die Entscheidungsgrundlage für die Durchführung der anstehenden Transaktion und die Grundlage für die Festlegung des Kaufpreises im Übergabeprozess dar.
Soviel zur theoretischen Einführung. Aber mit welchen Verfahren lässt sich nun eigentlich der Wert eines Unternehmens auf nachvollziehbare Weise ermitteln?
Bewertungsfragen gehören eher zu den schwierigsten betriebswirtschaftlichen Themenkomplexen. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, sind die Anlässe zahlreich und vielschichtig. Um kurz noch einmal darauf einzugehen stehen folgende Anlässe besonders im Fokus:

  • die klassische Unternehmensnachfolge
  • der Kauf oder Verkauf von Unternehmen, aber auch möglicherweise von Unternehmensanteilen
  • bei Unternehmenszusammenschlüssen
  • beim Ein- oder Austritt von Gesellschaftern

Vor allem aber wenn es um Fragen hinsichtlich Erbschafts-, Schenkungs- oder Ertragssteuern geht, wird (auch) bei kleinen und mittleren Unternehmen, wie es in der Friseurbranche ja am häufigsten der Fall ist, immer mehr eine Unternehmensbewertung als Grundlage weiterer Überlegungen durchgeführt.
Die Schwierigkeiten bei einer Unternehmensbewertung liegen darin begründet, dass es einen eindeutigen Unternehmenswert in der Praxis nicht gibt. Dieser Wert muss doch meist durch eine feste, finanzielle Größe ausgedrückt werden und dabei gibt es unterschiedliche Sichtweise zu berücksichtigen.

  • Während Unternehmer, die ihr Unternehmen verkaufen, vor allem auch die Arbeitsleistung, die sie in ihr Unternehmen gesteckt haben, abgebildet sehen wollen,
  • muss der Erwerber doch in erster Linie mit daran denken, welche Erträge er in Zukunft erwirtschaften kann. Um seinen Lebensunterhalt, Steuern, usw. zu erwirtschaften und gegebenenfalls darüber hinaus seinen Kaufpreis für das Unternehmen mit Tilgungsleistungen versehen kann.

Beide Parteien kommen dabei häufig zu unterschiedlichen Wertvorstellungen. Der Preis für Unternehmen bildet sich auf freien Kapitalmärkten aus Angebot und Nachfrage, sodass dieser wesentlich vom Nutzen des jeweiligen Käufers oder Verkäufers bestimmt werden wird.
Gerade bei der Bewertung von kleinen und mittleren Unternehmen ergeben sich oft Besonderheiten, wie zum Beispiel bei der sogenannten übertragbaren Ertragskraft. Wir beschreiben dies damit, dass in diesen Betrieben kein Management den Ton angibt, sondern sich die unternehmerische Fähigkeit, der Einsatz sowie auch das finanzielle Risiko des Unternehmers als ausschlaggebend für den Erfolg, aber auch Misserfolg darstellen. Maßgeblich ist außerdem die Beurteilung, inwieweit private und unternehmerische Sphären sich gegebenenfalls überschneiden.
Auch kleine und mittlere Unternehmen sollen, ja müssen, mehr Wert auf aussagefähige Jahresabschlüsse und zeitnahes unterjähriges Zahlenmaterial zur Bewertung legen. Dass hier meist keine testierten Abschlüsse vorliegen, ist ja gerade noch verständlich. Aber um eine für die Gespräche oder Verhandlungen vorliegende „belastbare“ Datenbasis zu haben, sollten die Übergeber schon ausreichende Verantwortung zeigen. Soll also ein einigermaßen objektiver Unternehmenswert ermittelt werden, muss auf folgende drei Aspekte maßgeblicher Wert gelegt werden:

  • genaue Abgrenzung des Bewertungsobjektes
  • Zuverlässigkeit der vorhandenen Daten und Unternehmenszahlen
  • Bestimmung der übertragbaren Ertragskraft

Ihr Norbert Göppel