Bayerns Friseure begrüßen Anheben der Verdienstgrenze für Minijobs

Auf Antrag Bayerns hat der Bundesrat über eine Anhebung der Verdienstgrenze bei geringfügiger Beschäftigung (sog. Minijobs) beraten. Jetzt warten wir auf das Ergebnis.

Der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks hält diesen Schritt für längst überfällig. „In bayerischen Friseursalons gibt es über 6000 geringfügig Beschäftigte. Durch die kontinuierliche Erhöhung der Tarifentgelte musste die Arbeitszeit bei gleichbleibender Verdienstgrenze immer weiter reduziert werden. Eine Anhebung der Verdienstgrenze würde Betrieben wie Beschäftigten mehr Freiraum verschaffen“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser.

Der Landesinnungsverband unterstützt ausdrücklich die bayerische Initiative, die Verdienstgrenze bei Minijobs ab dem 1. Januar 2020 auf 530 Euro anzuheben. „In unserem Modeberuf bedeutet eine längere Auszeit den Verlust von fachlicher Kompetenz. Ein Minijob ist zum Beispiel für junge Mütter eine gute Möglichkeit, um am Ball zu bleiben und nach der Familienphase den Wiedereinstieg leichter zu bewältigen“, so Kaiser weiter.

Die Minijob-Verdienstgrenze liegt seit dem 1. Januar 2013 unverändert bei 450 Euro. Der Mindestlohn wurde zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro angehoben und steigt zum 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro pro Stunde. In Verbindung mit der aktuell gültigen Verdienstgrenze für Minijobs führt dies jedoch automatisch zu einer Verringerung der Arbeitszeit. Peteranderl: „Aufgrund des Fachkräftemangels können vor allem kleinere Betriebe die entstehenden Lücken durch Einstellung neuer Mitarbeiter kaum noch füllen.“

Der BHT spricht sich daher für den Antrag Bayerns aus, die Verdienstgrenze bei Minijobs ab dem 1. Januar 2020 auf 530 Euro anzuheben. „Wir halten zusätzlich eine Anpassung der beitrags- und steuerrechtlichen Regelungen für notwendig, um den Einstieg in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung für Arbeitnehmer noch attraktiver zu machen“, sagt Peteranderl.

Seminar zur Kassenführung im Friseurhandwerk

Betriebsprüfer und Diplom-Finanzwirt (FH) Gerd Achilles zeigt beim Intensivseminar „Kassenführung im Friseurhandwerk“ am 21. Juli 2019 in Nürnberg auf, wie die Kasse im Friseursalon zu führen ist, um für die nächste Betriebsprüfung oder Kassennachschau gewappnet zu sein.

Ordnungsgemäß geführte Kassenaufzeichnungen sind zu einer zentralen Herausforderung im Friseurhandwerk geworden. Derzeit tragen Gesetzesänderungen und aktuelle Anweisungen des Bundesfinanzministeriums zur Verunsicherung der Branche bei. Die wachsenden Anforderungen an die formelle Ordungsgemäßigkeit erscheinen vielen Unternehmen kaum noch erfüllbar. Mit Gerd Achilles konnte der Landesinnungsverband für das Seminar einen ausgewiesenen Experten zum Thema Kassenführung gewinnen. Informationen zu Ablauf und Inhalt sowie die Anmeldeunterlagen gibt es hier.

Das Angebot richtet sich nur an Innungsmitglieder. Die Teilnahme erfordert unbedingt die vorherige Anmeldung beim Landesinnungsverband, vor Ort erfolgt kein Kartenverkauf.

Mindestausbildungsvergütung: Tarifpartner können es besser

Landesinnungsmeister Christian Kaiser spricht sich gegen staatliche Eingriffe in die Tarifautonomie aus.

Gegen eine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung positionierte sich der Landesinnungsmeister des bayerischen Friseurhandwerks Christian Kaiser anlässlich der jüngsten Vorstandssitzung des Bayerischen Handwerkstages in München. In seinem Statement missbilligte er die staatlichen Eingriffe in die Tarifautonomie durch Mindestlohn und Mindestausbildungsvergütung. „Die Tarifpartner können es besser lösen und lösen es besser“, so Kaiser.
Neben der grundsätzlichen Ablehnung einer im Berufsbildungsgesetz verankerten Mindestausbildungsvergütung kritisierte der Landesinnungsmeister aber auch die aktuellen Vorschläge zur Höhe und Weiterentwicklung. „Eine Steigerung der Vergütung um rund 20 Prozent innerhalb von drei Jahren orientiert sich nicht an einer durchschnittlichen tariflichen Entwicklung“, stellte Kaiser klar. Zudem beinhalte die von BDA und DGB vorgeschlagene Entwicklung beim Übergang ins jeweils nächste Ausbildungsjahr eine kumulative Erhöhung durch die jährliche Steigerung. „Ich befürchtet nicht nur negative Auswirkungen auf die Ausbildungsbereitschaft unserer Betriebe, sondern auch Konsequenzen für die Ausbildungsqualität“, erklärte Kaiser in der Vorstandssitzung. „Jeder zusätzliche Euro bei der Ausbildungsvergütung fehlt für Ausbildungsmittel, Seminare und Fortbildungen.”
Für das bayerische Friseurhandwerk wurde im vergangenen Jahr ein Tarifvertrag über die Ausbildungsvergütung geschlossen. Er sieht ab 1. August 2019 eine Vergütung von 515 Euro im ersten, 605 Euro im zweiten und 760 Euro im dritten Ausbildungsjahr vor. Aufgrund der Blockadehaltung branchenfremder Arbeitgebervertreter im Tarifausschuss wurde er trotz des hohen Organisationsgrades der Ausbildungsbetriebe nicht für allgemeinverbindlich erklärt.

Finanzkontrolle Schwarzarbeit hat Kontrollen bei Friseuren ausgeweitet

 

Zur Kontrolle des Mindestlohns benötigt die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mehr Personal.

Wie der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) berichtet, hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) die Kontrollintensität in der Friseur- und Kosmetikbranche deutlich gesteigert. Erreicht werden konnte dies durch das Bündnis zur Bekämpfung der Schwarzarbeit von Bundesfinanzministerium (BMF), Zentralverband und ver.di.

Die Bündnispolitik zeigt sichtbare Erfolge: Im Jahr 2018 wurden 1.508 Betriebe im Friseurhandwerk kontrolliert, die Kontrollen sind somit gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Das führte in 2018 zu 537 bereits abgeschlossenen Strafverfahren wegen Abgabenhinterziehung und Leistungsmissbrauch und insgesamt 375 abgeschlossenen Ordnungswidrigkeitsverfahren. Neben den noch nicht abgeschlossenen Strafverfahren wurden bereits Geldstrafen und -bußen in Höhe von rund 350.000 Euro verhängt. Die festgestellten Schadenssummen von fast 3 Mio. Euro, die zu entsprechenden Nachzahlungsverpflichtungen führen, lösen im übrigen nachgelagerte Kontrollen der Rentenversicherungsträger und Finanzbehörden aus.

Exemplarisch ist die Schwerpunktprüfung in Sachen illegale Beschäftigung im Friseurhandwerk durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Karlsruhe zu nennen. Insgesamt wurden dabei im Oktober 2018 unter Einsatz von 100 Beamten 187 Objekte geprüft und 474 Personen einer Befragung unterzogen. In 108 Fällen wurde Einsicht in die Geschäftsunterlagen genommen. Dabei wurden zwölf Verstöße gegen das Mindestlohngesetz aufgedeckt und drei Delikte von illegaler Ausländerbeschäftigung ermittelt. In zehn Fällen fand ein sogenannter Leistungsmissbrauch statt. Bei 45 Sachverhalten muss eine weitergehende Überprüfung zeigen, ob auch hier gegen Rechtsnormen verstoßen wurde.

Auch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Osnabrück konnte einen Sozialbetrüger gezielt überführen. 2.250 Euro Geldstrafe, so lautet das Urteil des Amtsgerichts Syke gegen einen faktischen Geschäftsführer aus der Friseurbranche wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt in 29 Fällen sowie Leistungsbetrugs.

Fazit: Lohndumping und Abgabenverkürzung lohnen sich nicht.

Entgelt-Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich

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Nun ist es endlich amtlich: Im Bundesanzeiger wurde die Allgemeinverbindlichkeit des Entgelt-Tarifvertrages für das bayerische Friseurhandwerk veröffentlicht. Der Tarifausschuss beim bayerischen Arbeitsministerium hatte bereits Anfang Oktober 2018 dem gemeinsamen Antrag des Landesinnungsverbandes und der Gewerkschaft zugestimmt. Die Veröffentlichung der Entscheidung ließ allerdings bis Anfang 2019 auf sich warten. Die Allgemeinverbindlichkeit gilt rückwirkend ab 1. September 2018.

Doch was bedeutet die Allgemeinverbindlichkeit eines Tarifvertrages? Zunächst gilt ein Tarifvertrag nur für die Mitglieder der Tarifvertragsparteien. Damit hätten nur Friseure, die Gewerkschaftsmitglied sind und in einem Innungsbetrieb beschäftigt werden, Anspruch auf den Tariflohn. Dadurch, dass ein Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt wird, bildet er eine verbindliche Lohnuntergrenze für alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Geltungsbereich des Tarifvertrages. Das Tarifvertragsgesetz lässt eine Allgemeinverbindlicherklärung zu, wenn diese „im öffentlichen Interesse geboten erscheint. Die Allgemeinverbindlicherklärung erscheint in der Regel im öffentlichen Interesse geboten, wenn 1. der Tarifvertrag in seinem Geltungsbereich für die Gestaltung der Arbeitsbedingungen überwiegende Bedeutung erlangt hat oder 2. die Absicherung der Wirksamkeit der tarifvertraglichen Normsetzung gegen die Folgen wirtschaftlicher Fehlentwicklung eine Allgemeinverbindlicherklärung verlangt.“

Alle selbstständigen und angestellten Friseure, die unter die Geltung des Tarifvertrages fallen, können nun beim Landesinnungsverband ein Exemplar des Tarifvertrages erwerben. Hier geht es zum Bestellformular.

Praxisseminar: Haben Sie Ihre Zahlen im Griff?

Verstehen Sie Ihre Betriebszahlen wirklich und können Sie daraus Konzepte für Ihren Salon entwickeln? Der Landesinnungsverband hilft Ihnen dabei mit einem verständlichen Praxisseminar am 2. und 3. Dezember in Kloster Banz/Oberfranken. Nach einer erfolgreichen Runde bietet der LIV dieses Seminar noch einmal aufgrund des großen Erfolgs an.

Landesinnungsmeister Christian Kaiser hilft den Teilnehmerinnen und Teilnehmern beim Zahlenseminar des LIV. Jetzt anmelden.

Landesinnungsmeister Christian Kaiser hilft den Teilnehmerinnen und Teilnehmern beim Zahlenseminar des LIV. Jetzt anmelden.

Verständlich und praxisnah vermittelt Landesinnnungsmeister Christian Kaiser im Seminar „Die Zahlen im Blick“ die Grundlagen von Sollumsatzberechnung und Preiskalkulation. Schritt für Schritt erarbeitet er mit den Seminarteilnehmern die wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Besonderen Wert legt er darauf, dass jeder die Berechnungen auch selbst durchführen kann.

Wir haben noch ein paar Restplätze frei. Hier gibt es Informationen über den Ablauf und das Anmeldeformular.

 

Vereinigung der bayerischen Wirtschaft verhindert verbindliche Ausbildungsvergütungen für Friseure

Mit völligem Unverständnis reagieren die bayerischen Friseure auf eine Entscheidung im Tarifausschuss des bayerischen Arbeits- und Sozialministeriums, bei der die branchenfremden Arbeitgebervertreter eine verbindliche Regelung der Ausbildungsvergütung für die knapp 4.000 Friseurazubis in Bayern abgelehnt haben.

Der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks und die Gewerkschaft ver.di haben im Frühjahr einen Tarifvertrag über die Ausbildungsvergütungen abgeschlossen. Dieser Tarifvertrag sollte jetzt durch den Tarifausschuss für allgemeinverbindlich erklärt werden und damit für alle Friseurauszubildenden in Bayern gelten. Das ist im Moment vom Tisch. Damit verhindert die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) flächendeckend bessere Ausbildungsvergütungen im Friseurhandwerk.

Die Vertreter der vbw im Tarifausschuss des Arbeitsministeriums ignorierten damit den Willen der Arbeitgeber und Beschäftigten im Friseurhandwerk und stimmten gegen den gemeinsamen Antrag von Landesinnungsverband und Gewerkschaft. Der Tarifausschuss ist paritätisch von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite besetzt. Die Arbeitnehmerseite hat den Antrag auf die Allgemeinverbindlichkeit unterstützt. Die Reaktionen von Landesinnungsverband und Gewerkschaft sind eindeutig.

„Es ist ein Skandal und menschenverachtend, dass die Vertreter der Wirtschaft Dumping und Verschlechterung der Ausbildung unterstützen und rechtlich legitimieren“, so Kai Winkler, Vertreter der Gewerkschaft ver.di.

„Gute Ausbildungsvergütungen, so wie wir sie im Tarifvertrag vereinbart haben, sind auch der Schlüssel für eine hochwertige Ausbildung im Friseurhandwerk. Die Entscheidung des Tarifausschusses ist für uns völlig unverständlich“ betont Christian Kaiser, Landesinnungsmeister des bayerischen Friseurhandwerks.

Jetzt prüfen Landesinnungsverband und Gewerkschaft das weitere Vorgehen.