Corona-Virus: Friseure fordern Unterstützung für Betriebe

Für das Friseurhandwerk hat die allgemeine Betriebsschließung eine existenzbedrohende Konsequenz. Bereits zuvor führten die Auswirkungen der Corona-Epidemie zu dramatischen Umsatzeinbrüchen. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks positioniert sich deshalb deutlich mit einigen Forderungen. Landesinnungsmeister Christian Kaiser, der auch Vorstandsmitglied im Zentralverband ist, unterstreicht die Forderungen mit den Worten. „Die Politik muss jetzt handeln.“

Erleichterung und Erhöhung Kurzarbeitergeld

Es ist zu begrüßen, dass der Zugang zum Kurzarbeitergeld zum Erhalt von Arbeitsplätzen erweitert wurde und auch bei der Bundesagentur für Arbeit die Abläufe hierfür vereinfacht wurden. Doch fast alle Friseurbetriebe verfügen über kein Personalbüro; deshalb müssen jetzt weitere Verfahrenserleichterungen und Hilfestellungen auf den Weg gebracht werden.

Insbesondere muss aufgrund der besonderen Situation in der Friseurbranche das Kurzarbeitergeld so schnell wie möglich erhöht und auch die Auszubildenden und geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse müssen hier mit einbezogen werden.

Soforthilfe muss ankommen

Eine betriebsgrößenabhängige Pauschalentschädigung wegen der Betriebsschließungen ist grundsätzlich ein wichtiger Beitrag zur Soforthilfe, wenn dies umgehend und vor allem unbürokratisch umgesetzt wird. Diese Lösung muss aber auch Betriebe mit mehr als 10 Mitarbeiter einschließen.

Rechtsanspruch auf Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz verankern

Grundsätzlich ist es aber erforderlich, dass allgemeine Schließungsverfügungen und Maßnahmen aufgrund des Infektionsschutzgesetzes auch in diesem Rahmen erfolgen und nach § 56 Infektionsschutzgesetz (IfSG) entschädigt werden. Dazu gehört der Verdienstausfall der Mitarbeiter, eine Entschädigung des Verdienstausfalls für Selbständige und eine Erstattung laufender Betriebskosten in angemessenem Umfang. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks fordert, dass das IfSG entsprechend anzupassen ist.

Beiträge zur Berufsgenossenschaft und Handwerkskammer müssen solange gestundet oder ausgesetzt werden, bis wieder ein regelmäßiger Geschäftsbetrieb aufgenommen werden kann.

Corona-Virus: Umgehend Beitragsstundung beantragen

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen hat die Möglichkeiten zur Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen modifiziert. Damit der Beitrag für den Monat März nicht eingezogen wird, muss der Antrag heute (26.3.) noch  an die Krankenkassen gerichtet werden. Mitgliedsbetriebe können ein Musterformular bei ihrer Innung anfordern oder im internen Bereich herunterladen. Sind Beschäftigte bei verschiedenen Krankenkassen versichert, muss der Stundungsantrag bei jeder Krankenkasse separat gestellt werden.

Corona-Virus: Änderungen beim Kurzarbeitergeld in Kraft

Die angekündigten Erleichterungen bzw. Verbesserungen zum Kurzarbeitergeld sind nun rückwirkend zum 01. März 2020 in Kraft getreten. Sie betreffen auch das Friseurhandwerk.
Das zuständige Bundesministerium hatte am 19. März 2020 einen Verordnungsentwurf über Erleichterungen der Kurzarbeit (Kurzarbeitergeldverordnung – KuGV) vorgelegt, der jetzt die Maßnahmen über befristete Erleichterungen beim Bezug von Kurzarbeitergeld umsetzt.
Ganz konkret bedeuten die Erleichterungen:
1) Das Absenken des Anteils der Beschäftigten, der von Arbeitsausfall betroffen sein muss, um einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld zu haben, auf zehn Prozent der Belegschaft.
2) Verzicht auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten (Minusstunden) vor der Gewährung von Kurzarbeitergeld
3) Vollständige Erstattung der vom Arbeitgeber zu tragenden Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit
4) Ausdehnung des Kurzarbeitergeldbezugs auf Leiharbeitnehmer – wobei dieser Punkt wohl eher nicht das Friseurhandwerk betrifft.

Landesinnungsmeister Christian Kaiser begrüßt zusammen mit dem Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks die Erleichterungen. „Sie leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, Beschäftigung im Friseurhandwerk zu sichern und unsere Unternehmen zu entlasten.“ Darüber hinaus wird die Verordnung, wie vom ZDH gefordert, mit dem Beschluss des Bundeskabinetts rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft treten.

Über die in der Verordnung beschlossenen Maßnahmen hinaus sieht Landesinnungsmeister Christian Kaiser die Ausweitung der erleichterten KuG-Regelungen auf Auszubildende und geringfügig Beschäftigte als notwendig an. Zudem weist der Landesinnungsverband in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es Saloninhabern unbenommen bleibt, auf einzelvertraglicher oder betrieblicher Ebene eine Aufstockungen der KuG-Leistungen vorzunehmen, wenn die Liquidität des Betriebes dies zulässt.
Der LIV hat auf seiner Website verschiedene Hinweise zum Kurzarbeitergeld für Friseurbetriebe zusammengestellt:
Corona-Virus: Keine Ankündigungsfrist im Tarifvertrag
Corona-Virus: Verbessertes Kurzarbeitergeld rückwirkend ab 1. März
Corona-Virus: Arbeitsrechtliche Fragen – das Kurzarbeitergeld (Stand 16. März 2020)

Corona-Virus: Passierschein zum Download

Ggf. ist ein Passierschein für den Weg zur Arbeit nötig.

Ggf. ist ein Passierschein für den Weg zur Arbeit nötig.

Friseursalons in Bayern sind geschlossen und dennoch sind in den Salons noch Arbeiten zu erledigen, um die Schließung zu kommunizieren und sich auf die Wiedereröffnung vorzubereiten.
Wer Mitarbeiter zu seiner Arbeitsstätte ruft, sollte diese grundsätzlich mit einem Passierschein ausstatten. Der Schein heißt nicht wie bei Asterix Formular A38, sondern im besten Amtsdeutsch: Bescheinigung des Arbeitgebers zum Nachweis der Gestattung des Hin- und Rückwegs zur jeweiligen Arbeitsstätte aufgrund einer verfügten Ausgangssperre nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG).
Wir haben mal eine Vorlage der Handwerkskammer für Unterfranken Download bereitgestellt. Uns ist bisher nichts zu Ohren gekommen, dass so ein Schein wirklich vorgezeigt werden muss, aber sicher ist sicher. Und die selbstständigen Friseure sollten auf dem Weg zum Salon immer ihre Handwerkerkarte dabei haben.

Corona-Virus: Landesinnungsmeister zur Ausgangsbeschränkung

Der Landesinnungsmeister des bayerischen Friseurhandwerks Christian Kaiser am 21. März 2020 zur Ausgangsbeschränkung in Bayern und die Folgen für das Friseurhandwerk.

Christian

Corona-Virus: Vorläufige Ausgangsbeschränkung – Friseurunternehmer müssen handeln

Jetzt gilt es Salons über die Zeit der Schließung zu retten.

Jetzt gilt es Salons über die Zeit der Schließung zu retten.

In Bayern wird es im Kampf gegen das Coronavirus landesweite Ausgangsbeschränkungen geben. Das ist keine Ausgangssperre. „Wir sperren Bayern nicht ein, aber wir fahren das öffentliche Leben fast vollständig herunter,“ sagte Ministerpräsident Söder.
Die Regelungen des Freistaats treten Freitag, 20. März 2020, um Mitternacht in Kraft und gelten vorläufig für zwei Wochen, also bis mindestens 3. April 2020, 24 Uhr. Söder erklärte, dass das öffentliche Leben in Bayern nahezu vollständig heruntergefahren werde. Außer Haus darf man demnach nur, wenn unbedingt nötig. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, der Weg zum Arzt oder Lebensmitteleinkauf.
„Nicht zur Deckung des täglichen Bedarfs gehört die Inanspruchnahme sonstiger Dienstleistungen wie etwa der Besuch von Friseurbetrieben.“ So steht es in der veröffentlichten Verfügung beim Vollzug des Infektionsschutzgesetzes (IfSG). Das gilt auch für mobile Friseure.

Friseurunternehmer müssen nun entscheiden, wie sie mit der Schließung und sofortigen Freistellung des Personals umgehen. An erster Stelle stehen der Abbau eventueller Überstunden und Resturlaubsansprüche aus dem Vorjahr. Dies ist auch Voraussetzung, um bei Bedarf Kurzarbeit anordnen zu können. Auf der LIV-Website gibt es das genaue Vorgehen. Innungsmitglieder finden dort auch im passwortgeschützten Bereich ein Muster für die erforderliche Vereinbarung mit den Mitarbeitern.
Bei der Anzeige von Arbeitsausfall gegenüber der Arbeitsagentur ist anzugeben, ob für den Betrieb ein Tarifvertrag gilt und in diesem eine Ankündigungsfrist zur Einführung von Kurzarbeit vorgesehen ist. Für das bayerische Friseurhandwerk findet der allgemeinverbindliche Manteltarifvertrag Nr. 3/2014 Anwendung. Er enthält keine Ankündigungsfrist. Daher kann beim Antrag darauf verzichtet werden, den Tarifvertrag beizulegen.
Wichtig ist, dass das verbesserte Kurzarbeitergeld bereits rückwirkend ab 1. März gilt. Damit erhält der Arbeitgeber bei Kurzarbeit 100 Prozent der Sozialversicherungsabgaben erstattet. Bisher war diese Regelung erst ab 1. April vorgesehen. Gerade für das personalintensive Friseurhandwerk stellt dies eine spürbare Entlastung der Arbeitgeber dar. Nach derzeitigem Stand fallen Auszubildende und geringfügig Beschäftigte nicht unter die Kurzarbeit. Eventuell bessert der Gesetzgeber angesichts der aktuellen Krise in diesen Punkten nach.

Zudem stehen die Anträge für die beschlossene Soforthilfe zum Download bereit. Das Soforthilfeprogramm richtet sich an Betriebe, die von der Corona-Krise besonders geschädigt wurden. Hier gibt es die Dokumente. Wer Geld auf dem Konto hat, Sparverträge oder ein Aktiendepot besitzt, der muss diese Finanzen erst aufbrauchen, bevor er die Soforthilfe aus dem Härtefall-Fonds Corona beantragen kann.

Die LfA hilft Unternehmen bei der Bewältigung der Corona-Krise mit Krediten und Risikoübernahmen. Voraussetzung für die Unterstützung der Unternehmen ist ein grundsätzlich tragfähiges Geschäftsmodell und die Bereitschaft der Hausbanken, die LfA-Förderangebote in die Gesamtfinanzierung einzubinden. Für das Handwerk stehen Bürgschaften der Bürgschaftsbank Bayern GmbH zur Verfügung. Den Link finden Sie hier.

Corona-Virus: Keine Ankündigungsfrist im Tarifvertrag

Viele Friseurunternehmer sehen sich aufgrund der Corona-Krise gezwungen Kurzarbeit anzumelden. Hier sind die Dokumente.  Beim LIV laufen vermehrt Anfragen auf. Bei der Anzeige von Arbeitsausfall gegenüber der Arbeitsagentur ist anzugeben, ob für den Betrieb ein Tarifvertrag gilt und in diesem eine Ankündigungsfrist zur Einführung von Kurzarbeit vorgesehen ist. Für das bayerische Friseurhandwerk findet der allgemeinverbindliche Manteltarifvertrag Nr. 3/2014 Anwendung. Er enthält keine Ankündigungsfrist. Daher kann beim Antrag darauf verzichtet werden, den Tarifvertrag beizulegen.