LIV-Thementag in Fürth

Peter Zöllner und Norbert Göppel referieren beim LIV-Thementag.

Geballte Informationen zu aktuellen Fragen der Branche liefert der LIV-Thementag am 23. September in Fürth. Peter Zöllner und Norbert Göppel referieren kurz und prägnant zu Preiskalkulation, Mindest- und Leistungslohn, Mitarbeiterführung und Saloncheck, Nachfolgeplanung und Datenschutz und weiteren aktuellen Themen. Zum Abschluss des Thementages besteht für die Teilnehmer die Möglichkeit eines 10-minütigen individuellen Einzelgesprächs mit den Referenten.

Weitere Informationen und das Anmeldeformular gibt es hier.

Erfolgreiches Seminar „Kassenführung im Friseurhandwerk“ mit Gerd Achilles

Landesinnungsmeister Christian Kaiser und Referent Gerd Achilles

Landesinnungsmeister Christian Kaiser und Referent Gerd Achilles

Mit riesigem Erfolg führte der Landesinnungsverband am vergangenen Sonntag ein Wirtschaftsseminar „Kassenführung im Friseurhandwerk“ im Nürnberger PresseClub durch. 150 Friseurinnen und Friseure lauschten den lehrreichen und unterhaltsamen Ausführungen von Diplom-Finanzwirt (FH) Gerd Achilles.

Die Prüfungsdichte im Friseurhandwerk ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Wer geglaubt hat, mit der täglichen Anfertigung von Z-Bons oder Kassenbüchern seien die Anforderungen der Finanzverwaltung schon erfüllt, unterlag seit jeher einem fatalen Irrglauben mit teils existenzbedrohenden Folgen für den Unternehmer. Seit 1. Januar 2018 räumt das neue Instrument der Kassen-Nachschau den Finanzbehörden gar noch weitergehende Rechte ein. Prüfer dürfen die Geschäftsräume ohne vorherige Ankündigung betreten, um das Verhalten an der Kasse zu beobachten, Testkäufe durchzuführen, Kassenunterlagen anzufordern und Auskünfte einzuholen, einen Kassensturz durchzuführen und sofort Zugriff auf die Einzeldaten der Kasse (Bondaten) zu nehmen. Damit wird die ordnungsmäßig geführte Kasse zu einer der zentralen Herausforderungen des Friseurs, will er keine nachteiligen Rechtsfolgen gegen sich gelten lassen müssen. Gerd Achilles beschrieb in seinem Vortrag verständlich, wie der Friseur seine Kasse prüfungssicher einrichtet und Schätzungen vermieden werden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfuhren nicht nur, wie sie beispielsweise mit Trinkgeldern umgehen müssen, was bei der Behandlung von Modellen zu beachten ist oder wie Kassendifferenzen zu behandeln sind. Achilles zeigte auch auf, was die Prüfer der Finanzverwaltung dürfen und was nicht. Die neuesten Anwendungserlasse vom Mai und Juni 2018 zur Kassen-Nachschau und zur Einzelaufzeichnungspflicht sowie vom Juni 2019 zur Einführung technischer Sicherheitseinrichtungen wurden berücksichtigt. Zudem gab er einen Ausblick auf gesetzliche Änderungen zum 01.01.2020.

Gerd Achilles ist Autor der Bücher Kassenführung in Friseurbetrieben, Kassenführung – Bargeschäfte sicher dokumentieren und Lexikon der Kassenführung.

Bayerns Friseure begrüßen Anheben der Verdienstgrenze für Minijobs

Auf Antrag Bayerns hat der Bundesrat über eine Anhebung der Verdienstgrenze bei geringfügiger Beschäftigung (sog. Minijobs) beraten. Jetzt warten wir auf das Ergebnis.

Der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks hält diesen Schritt für längst überfällig. „In bayerischen Friseursalons gibt es über 6000 geringfügig Beschäftigte. Durch die kontinuierliche Erhöhung der Tarifentgelte musste die Arbeitszeit bei gleichbleibender Verdienstgrenze immer weiter reduziert werden. Eine Anhebung der Verdienstgrenze würde Betrieben wie Beschäftigten mehr Freiraum verschaffen“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser.

Der Landesinnungsverband unterstützt ausdrücklich die bayerische Initiative, die Verdienstgrenze bei Minijobs ab dem 1. Januar 2020 auf 530 Euro anzuheben. „In unserem Modeberuf bedeutet eine längere Auszeit den Verlust von fachlicher Kompetenz. Ein Minijob ist zum Beispiel für junge Mütter eine gute Möglichkeit, um am Ball zu bleiben und nach der Familienphase den Wiedereinstieg leichter zu bewältigen“, so Kaiser weiter.

Die Minijob-Verdienstgrenze liegt seit dem 1. Januar 2013 unverändert bei 450 Euro. Der Mindestlohn wurde zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro angehoben und steigt zum 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro pro Stunde. In Verbindung mit der aktuell gültigen Verdienstgrenze für Minijobs führt dies jedoch automatisch zu einer Verringerung der Arbeitszeit. Peteranderl: „Aufgrund des Fachkräftemangels können vor allem kleinere Betriebe die entstehenden Lücken durch Einstellung neuer Mitarbeiter kaum noch füllen.“

Der BHT spricht sich daher für den Antrag Bayerns aus, die Verdienstgrenze bei Minijobs ab dem 1. Januar 2020 auf 530 Euro anzuheben. „Wir halten zusätzlich eine Anpassung der beitrags- und steuerrechtlichen Regelungen für notwendig, um den Einstieg in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung für Arbeitnehmer noch attraktiver zu machen“, sagt Peteranderl.

Seminar zur Kassenführung im Friseurhandwerk

Betriebsprüfer und Diplom-Finanzwirt (FH) Gerd Achilles zeigt beim Intensivseminar „Kassenführung im Friseurhandwerk“ am 21. Juli 2019 in Nürnberg auf, wie die Kasse im Friseursalon zu führen ist, um für die nächste Betriebsprüfung oder Kassennachschau gewappnet zu sein.

Ordnungsgemäß geführte Kassenaufzeichnungen sind zu einer zentralen Herausforderung im Friseurhandwerk geworden. Derzeit tragen Gesetzesänderungen und aktuelle Anweisungen des Bundesfinanzministeriums zur Verunsicherung der Branche bei. Die wachsenden Anforderungen an die formelle Ordungsgemäßigkeit erscheinen vielen Unternehmen kaum noch erfüllbar. Mit Gerd Achilles konnte der Landesinnungsverband für das Seminar einen ausgewiesenen Experten zum Thema Kassenführung gewinnen. Informationen zu Ablauf und Inhalt sowie die Anmeldeunterlagen gibt es hier.

Das Angebot richtet sich nur an Innungsmitglieder. Die Teilnahme erfordert unbedingt die vorherige Anmeldung beim Landesinnungsverband, vor Ort erfolgt kein Kartenverkauf.

Mindestausbildungsvergütung: Tarifpartner können es besser

Landesinnungsmeister Christian Kaiser spricht sich gegen staatliche Eingriffe in die Tarifautonomie aus.

Gegen eine gesetzliche Mindestausbildungsvergütung positionierte sich der Landesinnungsmeister des bayerischen Friseurhandwerks Christian Kaiser anlässlich der jüngsten Vorstandssitzung des Bayerischen Handwerkstages in München. In seinem Statement missbilligte er die staatlichen Eingriffe in die Tarifautonomie durch Mindestlohn und Mindestausbildungsvergütung. „Die Tarifpartner können es besser lösen und lösen es besser“, so Kaiser.
Neben der grundsätzlichen Ablehnung einer im Berufsbildungsgesetz verankerten Mindestausbildungsvergütung kritisierte der Landesinnungsmeister aber auch die aktuellen Vorschläge zur Höhe und Weiterentwicklung. „Eine Steigerung der Vergütung um rund 20 Prozent innerhalb von drei Jahren orientiert sich nicht an einer durchschnittlichen tariflichen Entwicklung“, stellte Kaiser klar. Zudem beinhalte die von BDA und DGB vorgeschlagene Entwicklung beim Übergang ins jeweils nächste Ausbildungsjahr eine kumulative Erhöhung durch die jährliche Steigerung. „Ich befürchtet nicht nur negative Auswirkungen auf die Ausbildungsbereitschaft unserer Betriebe, sondern auch Konsequenzen für die Ausbildungsqualität“, erklärte Kaiser in der Vorstandssitzung. „Jeder zusätzliche Euro bei der Ausbildungsvergütung fehlt für Ausbildungsmittel, Seminare und Fortbildungen.”
Für das bayerische Friseurhandwerk wurde im vergangenen Jahr ein Tarifvertrag über die Ausbildungsvergütung geschlossen. Er sieht ab 1. August 2019 eine Vergütung von 515 Euro im ersten, 605 Euro im zweiten und 760 Euro im dritten Ausbildungsjahr vor. Aufgrund der Blockadehaltung branchenfremder Arbeitgebervertreter im Tarifausschuss wurde er trotz des hohen Organisationsgrades der Ausbildungsbetriebe nicht für allgemeinverbindlich erklärt.

Finanzkontrolle Schwarzarbeit hat Kontrollen bei Friseuren ausgeweitet

 

Zur Kontrolle des Mindestlohns benötigt die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mehr Personal.

Wie der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) berichtet, hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) die Kontrollintensität in der Friseur- und Kosmetikbranche deutlich gesteigert. Erreicht werden konnte dies durch das Bündnis zur Bekämpfung der Schwarzarbeit von Bundesfinanzministerium (BMF), Zentralverband und ver.di.

Die Bündnispolitik zeigt sichtbare Erfolge: Im Jahr 2018 wurden 1.508 Betriebe im Friseurhandwerk kontrolliert, die Kontrollen sind somit gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Das führte in 2018 zu 537 bereits abgeschlossenen Strafverfahren wegen Abgabenhinterziehung und Leistungsmissbrauch und insgesamt 375 abgeschlossenen Ordnungswidrigkeitsverfahren. Neben den noch nicht abgeschlossenen Strafverfahren wurden bereits Geldstrafen und -bußen in Höhe von rund 350.000 Euro verhängt. Die festgestellten Schadenssummen von fast 3 Mio. Euro, die zu entsprechenden Nachzahlungsverpflichtungen führen, lösen im übrigen nachgelagerte Kontrollen der Rentenversicherungsträger und Finanzbehörden aus.

Exemplarisch ist die Schwerpunktprüfung in Sachen illegale Beschäftigung im Friseurhandwerk durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Karlsruhe zu nennen. Insgesamt wurden dabei im Oktober 2018 unter Einsatz von 100 Beamten 187 Objekte geprüft und 474 Personen einer Befragung unterzogen. In 108 Fällen wurde Einsicht in die Geschäftsunterlagen genommen. Dabei wurden zwölf Verstöße gegen das Mindestlohngesetz aufgedeckt und drei Delikte von illegaler Ausländerbeschäftigung ermittelt. In zehn Fällen fand ein sogenannter Leistungsmissbrauch statt. Bei 45 Sachverhalten muss eine weitergehende Überprüfung zeigen, ob auch hier gegen Rechtsnormen verstoßen wurde.

Auch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Osnabrück konnte einen Sozialbetrüger gezielt überführen. 2.250 Euro Geldstrafe, so lautet das Urteil des Amtsgerichts Syke gegen einen faktischen Geschäftsführer aus der Friseurbranche wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt in 29 Fällen sowie Leistungsbetrugs.

Fazit: Lohndumping und Abgabenverkürzung lohnen sich nicht.

Entgelt-Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich

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Nun ist es endlich amtlich: Im Bundesanzeiger wurde die Allgemeinverbindlichkeit des Entgelt-Tarifvertrages für das bayerische Friseurhandwerk veröffentlicht. Der Tarifausschuss beim bayerischen Arbeitsministerium hatte bereits Anfang Oktober 2018 dem gemeinsamen Antrag des Landesinnungsverbandes und der Gewerkschaft zugestimmt. Die Veröffentlichung der Entscheidung ließ allerdings bis Anfang 2019 auf sich warten. Die Allgemeinverbindlichkeit gilt rückwirkend ab 1. September 2018.

Doch was bedeutet die Allgemeinverbindlichkeit eines Tarifvertrages? Zunächst gilt ein Tarifvertrag nur für die Mitglieder der Tarifvertragsparteien. Damit hätten nur Friseure, die Gewerkschaftsmitglied sind und in einem Innungsbetrieb beschäftigt werden, Anspruch auf den Tariflohn. Dadurch, dass ein Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt wird, bildet er eine verbindliche Lohnuntergrenze für alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Geltungsbereich des Tarifvertrages. Das Tarifvertragsgesetz lässt eine Allgemeinverbindlicherklärung zu, wenn diese „im öffentlichen Interesse geboten erscheint. Die Allgemeinverbindlicherklärung erscheint in der Regel im öffentlichen Interesse geboten, wenn 1. der Tarifvertrag in seinem Geltungsbereich für die Gestaltung der Arbeitsbedingungen überwiegende Bedeutung erlangt hat oder 2. die Absicherung der Wirksamkeit der tarifvertraglichen Normsetzung gegen die Folgen wirtschaftlicher Fehlentwicklung eine Allgemeinverbindlicherklärung verlangt.“

Alle selbstständigen und angestellten Friseure, die unter die Geltung des Tarifvertrages fallen, können nun beim Landesinnungsverband ein Exemplar des Tarifvertrages erwerben. Hier geht es zum Bestellformular.