Trainingsköpfe von L’IMAGE

IMG_1266_klein

2015 ist für die L’IMAGE GmbH aus Neusäß ein ganz besonderes Jahr. Denn seit 25 Jahren verkauft Geschäftsführerin Gabriele Bürger nun schon ihre Echthaarköpfe für Übungszwecke und Meisterschaften. 1990 begann sie mit nur 500 Köpfen, die sie in ihrer Garage lagerte. Die Idee zur Selbständigkeit kam der gelernten Friseurmeisterin kurz nachdem sie ihr zweites Kind zur Welt gebracht hatte. In einem chinesischen Katalog, den ihr Mann von einer Reise mitgebracht hatte, entdeckte sie die Trainingsköpfe mit echtem Haar, wagte das Experiment der Selbständigkeit und verkaufte die Köpfe an ihre ehemaligen Kollegen von der Berufsschule für Friseure.

Alle Friseurhandgriffe an einem Kopf

Schon vor einem Vierteljahrhundert florierte das Nischenprodukt, die Nachfrage war groß. Denn Friseure, Azubis, Innungen, Berufsschulen und die Industrie konnten mit den Trainingsköpfen neue Schneide- und Färbetechniken probieren wie auch an Meisterschaften teilnehmen, Seminare abhalten und nicht zuletzt sogar Frisuren für die Models der großen Laufstege kreieren. Doch der Weg des indischen Echthaars bis zu einer Modelfrisur auf der Berliner Fashionweek ist weit.

Echthaar „Made in India“

Seinen Ursprung hat ein Trainingskopf zunächst als langes, gepflegtes Haar von indischen Frauen, die sich – wie es im Hinduismus Brauch ist – im bekannten Tirumala Venkateswara Tempel in Indien die Haare abrasieren lassen. Ihre oft knielangen Haare opfern die Inderinnen, um sich den Segen von ihrer Gottheit zu erbitten. Das Tempelhaar wird anschließend gesammelt und in verschiedene Weiterbearbeitungsstätten versendet. Der Verkaufserlös der Haare wird für soziale Projekte genutzt. In China werden die Haare für L’IMAGE in den vier Produktionsstätten veredelt, damit sie dem europäischen Haar gleichen. Anschließend werden die Haare in verschiedene Farben aufgehellt und zu guter Letzt in der richtigen Länge in die handgefertigten PVC-Köpfe gestochen. Dafür benötigt eine chinesische Arbeiterin zwei Tage pro Kopf.

Größte Produktvielfalt weltweit

Bis zu zwei Jahre dauert die Entwicklung eines neuen Kopfes, dabei spielt das Aussehen eine große Rolle, denn jeder Kunde hat andere Ansprüche an das Gesicht und die Haare eines Trainingskopfes. Insgesamt 52 verschiedene Köpfe hat L’IMAGE inzwischen im Sortiment und damit – neben lediglich zwei globalen Mitstreitern – die größte Produktauswahl weltweit. Die fertig produzierten Köpfe werden in das bayerische Neusäß geliefert und anschließend an über 17.000 Kunden in der ganzen Welt verschickt – auch nach Berlin zu den großen Fashionshows, wo die Haarkreationen der Laufstegschönheiten kreiert werden.

Unternehmensnachfolge steht bereits fest

Nach 25 Jahren Geschäftsführung braucht sich Gabriele Bürger keine Sorgen um die Unternehmensnachfolge machen. Denn Tochter Adina Bürger, ebenfalls gelernte Friseurin und Kauffrau für den Groß- und Außenhandel, tritt schon jetzt in die Fußstapfen ihrer Mutter. Erst 2014 hat sie selbst mit Marco Arena, Friseur, Salonbesitzer und REDKEN Artist, eine eigene Firma gegründet und vertreibt hochwertiges Friseurzubehör. Gleichzeitig arbeitet Adina Bürger im Unternehmen der Eltern mit und will demnächst die Geschäftsführung übernehmen.

Für ihre außergewöhnliche Geschäftsidee wurde Gabriele Bürger 2014 für den Querdenker Award nominiert und stand unter Anderem mit Start-Geiger David Garrett im Finale.

%d Bloggern gefällt das: