Richtig Kasse machen im Jahr 2020

Seit 1. Januar 2020 ist die Bonausgabe verpflichtend.

Bonpflicht, Einzelaufzeichnung, zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung, Zählprotokoll, Kassennachschau, retrograder Kassenbericht, Verfahrensdokumentation usw. Schwirrt Ihnen auch schon der Kopf vor lauter Begriffen rund um die Kassenführung? Orientierung bietet hier die Friseurinnung Nordoberpfalz ihren Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung am Montag, 2. März 2020 mit dem Vortrag „Richtig Kasse machen im Jahr 2020“. Referentin ist Dipl.-Oec. (univ.) Doris Ortlieb, Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks. Aus der Beratungspraxis kennt sie die Sorgen und Nöte der Friseurunternehmer und spricht ihre Sprache. In ihrem Vortrag geht sie auf die Neuerungen 2020 bei der Kassenführung durch die Kassensicherungsverordnung und die Bedeutung des Nichtbeanstandungserlasses ein. Außerdem gibt sie Tipps, welche Fehler Sie im Hinblick auf eine mögliche Kassennachschau unbedingt vermeiden sollten. Teilnehmen können nur Mitglieder der Friseurinnung Nordoberpfalz nach Voranmeldung bei der Kreishandwerkerschaft.

Friseure begrüßen das Streichen der umstrittenen Kassenbons

Die umstrittene Bonpflicht soll fallen. Die umstrittene Bonpflicht soll fallen.

Das bayerische Friseurhandwerk begrüßt das Vorhaben, die umstrittene Bonpflicht wieder aus dem Gesetz zu entfernen. „Die Ausgabe der Bons für das vollständige Erfassen von Umsätzen ist nicht notwendig,“ so Landesinnungsmeister Christian Kaiser.
Die Bonpflicht ist Teil der neuen Kassensicherungsverordnung, die Kassen durch eine technische Sicherheitseinrichtung (TSE) fälschungssicher zu machen. Die zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung sorgt schon dafür, dass man getippte Umsätze nicht mehr verschwinden lassen kann, so Kaiser weiter. Der Landesinnungsmeister kritisiert scharf, dass im Vorfeld der Gesetzgeber zu wenig auf die berechtigten Einwände der Betroffenen achtet. „In den Ministerien erfolgt wohl keine wirkliche Folgenabschätzung. Wir fordern für künftige Gesetze eine Folgenabschätzung insbesondere für den handwerklichen Mittelstand, in dem meist die Inhaber mit aus den Gesetzen resultierenden Auflagen und Forderungen belastet werden,“ so Kaiser.
Wie aus Ministeriumskreisen zu hören ist, soll die Streichung aus Gründen des Umweltschutzes erfolgt sein, um eine massive Papierverschwendung zu verhindern. Das Thermopapier der Kassenbons ist kein Altpapier. „Umweltschutz ist wichtig, aber die Verantwortlichen im Ministerium hätten vorher daran denken können und nicht erst auf den Druck des Mittelstands und der Bevölkerung reagieren müssen“, so Kaiser kopfschüttelnd.