Corona-Virus: Ehrenamtliche Vorstandsarbeit geht virtuell weiter

Erste virtuelle Vorstandssitzung des LIV.

Erste virtuelle Vorstandssitzung des LIV.

Neue Zeiten bringen neue Herausforderungen mit sich. Aufgrund der Corona-Krise hat der Vorstand des Landesinnungsverbandes seine erste Vorstandssitzung im Netz abgehalten. Via Zoom wurden die ehrenamtlichen, über ganz Bayern verteilten Vorstandsmitglieder von der Geschäftsführung zu einem Zoom-Meeting eingeladen und besprachen aktuelle Themen.
„Unsere Vorstandsarbeit geht weiter und ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen, die als Friseurmeisterin und -meister einen eigenen Salon haben, sich für das bayerische Friseurhandwerk in dieser schweren Zeit einzusetzen“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Die Technik macht es möglich, dass wir unser Ehrenamt weiter wahrnehmen und dringende Themen besprechen können.“ Diskutiert wurde unter anderem über den Informationsbedarf der Mitgliedsbetriebe und Strategien für die Wiedereröffnung der Salons.
Nachdem die Mitgliederversammlung Ende April wegen Corona ausfallen muss, werden als nächstes Bezirksversammlungen via Zoom durchgeführt, damit der Informationsfluss gewährleistet ist.

Corona-Virus: Friseure fordern Unterstützung für Betriebe

Für das Friseurhandwerk hat die allgemeine Betriebsschließung eine existenzbedrohende Konsequenz. Bereits zuvor führten die Auswirkungen der Corona-Epidemie zu dramatischen Umsatzeinbrüchen. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks positioniert sich deshalb deutlich mit einigen Forderungen. Landesinnungsmeister Christian Kaiser, der auch Vorstandsmitglied im Zentralverband ist, unterstreicht die Forderungen mit den Worten. „Die Politik muss jetzt handeln.“

Erleichterung und Erhöhung Kurzarbeitergeld

Es ist zu begrüßen, dass der Zugang zum Kurzarbeitergeld zum Erhalt von Arbeitsplätzen erweitert wurde und auch bei der Bundesagentur für Arbeit die Abläufe hierfür vereinfacht wurden. Doch fast alle Friseurbetriebe verfügen über kein Personalbüro; deshalb müssen jetzt weitere Verfahrenserleichterungen und Hilfestellungen auf den Weg gebracht werden.

Insbesondere muss aufgrund der besonderen Situation in der Friseurbranche das Kurzarbeitergeld so schnell wie möglich erhöht und auch die Auszubildenden und geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse müssen hier mit einbezogen werden.

Soforthilfe muss ankommen

Eine betriebsgrößenabhängige Pauschalentschädigung wegen der Betriebsschließungen ist grundsätzlich ein wichtiger Beitrag zur Soforthilfe, wenn dies umgehend und vor allem unbürokratisch umgesetzt wird. Diese Lösung muss aber auch Betriebe mit mehr als 10 Mitarbeiter einschließen.

Rechtsanspruch auf Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz verankern

Grundsätzlich ist es aber erforderlich, dass allgemeine Schließungsverfügungen und Maßnahmen aufgrund des Infektionsschutzgesetzes auch in diesem Rahmen erfolgen und nach § 56 Infektionsschutzgesetz (IfSG) entschädigt werden. Dazu gehört der Verdienstausfall der Mitarbeiter, eine Entschädigung des Verdienstausfalls für Selbständige und eine Erstattung laufender Betriebskosten in angemessenem Umfang. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks fordert, dass das IfSG entsprechend anzupassen ist.

Beiträge zur Berufsgenossenschaft und Handwerkskammer müssen solange gestundet oder ausgesetzt werden, bis wieder ein regelmäßiger Geschäftsbetrieb aufgenommen werden kann.

Corona-Virus: Änderungen beim Kurzarbeitergeld in Kraft

Die angekündigten Erleichterungen bzw. Verbesserungen zum Kurzarbeitergeld sind nun rückwirkend zum 01. März 2020 in Kraft getreten. Sie betreffen auch das Friseurhandwerk.
Das zuständige Bundesministerium hatte am 19. März 2020 einen Verordnungsentwurf über Erleichterungen der Kurzarbeit (Kurzarbeitergeldverordnung – KuGV) vorgelegt, der jetzt die Maßnahmen über befristete Erleichterungen beim Bezug von Kurzarbeitergeld umsetzt.
Ganz konkret bedeuten die Erleichterungen:
1) Das Absenken des Anteils der Beschäftigten, der von Arbeitsausfall betroffen sein muss, um einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld zu haben, auf zehn Prozent der Belegschaft.
2) Verzicht auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten (Minusstunden) vor der Gewährung von Kurzarbeitergeld
3) Vollständige Erstattung der vom Arbeitgeber zu tragenden Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit
4) Ausdehnung des Kurzarbeitergeldbezugs auf Leiharbeitnehmer – wobei dieser Punkt wohl eher nicht das Friseurhandwerk betrifft.

Landesinnungsmeister Christian Kaiser begrüßt zusammen mit dem Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks die Erleichterungen. „Sie leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, Beschäftigung im Friseurhandwerk zu sichern und unsere Unternehmen zu entlasten.“ Darüber hinaus wird die Verordnung, wie vom ZDH gefordert, mit dem Beschluss des Bundeskabinetts rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft treten.

Über die in der Verordnung beschlossenen Maßnahmen hinaus sieht Landesinnungsmeister Christian Kaiser die Ausweitung der erleichterten KuG-Regelungen auf Auszubildende und geringfügig Beschäftigte als notwendig an. Zudem weist der Landesinnungsverband in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es Saloninhabern unbenommen bleibt, auf einzelvertraglicher oder betrieblicher Ebene eine Aufstockungen der KuG-Leistungen vorzunehmen, wenn die Liquidität des Betriebes dies zulässt.
Der LIV hat auf seiner Website verschiedene Hinweise zum Kurzarbeitergeld für Friseurbetriebe zusammengestellt:
Corona-Virus: Keine Ankündigungsfrist im Tarifvertrag
Corona-Virus: Verbessertes Kurzarbeitergeld rückwirkend ab 1. März
Corona-Virus: Arbeitsrechtliche Fragen – das Kurzarbeitergeld (Stand 16. März 2020)

Corona-Virus: Friseurhausbesuch ist untersagt

Hausbesuche von Friseuren sind untersagt.

Hausbesuche von Friseuren sind untersagt.

Auch wenn der Kunde noch so drängt: Mindestens bis 3. April, 24 Uhr, sind in Bayern Friseurdienstleistungen untersagt. Dem LIV kommen Anfragen zu Ohren, dass Kunden auf die Friseure Druck ausüben und um einen Friseurhausbesuch nachfragen. „Das ist eindeutig verboten“, stellt Landesinnungsmeister Christian Kaiser unmissverständlich klar. 

Der geforderte Mindestabstand von 1,5 Metern ist auch zu Hause bei der Friseurdienstleistung nicht einzuhalten. Zudem sind beim Friseurhausbesuch die Hygienestandards weniger kontrollierbar als in einem Salon.

Wer gegen die Allgemeinverfügung der Staatsregierung verstößt, kann mit einer Geldbuße in Höhe bis zu 25.000 Euro belegt werden. Oder es drohen bis zu fünf Jahre Haft, wenn jemand infiziert wird. Im Interesse der Gesundheit aller sollten Verstöße nicht geduldet, sondern zur Anzeige gebracht werden. „Das ist absolut kein Kavaliersdelikt“, so Landesinnungsmeister Kaiser. 

Am Wochenende wurde ein Friseurunternehmer in der Landeshauptstadt München angezeigt. Am Samstag, 21.03.2020, gegen 14 Uhr, teilte ein Zeuge dem Polizeinotruf 110 mit, dass ein Friseurgeschäft im Lehel nach seinem Eindruck geöffnet hätte. Eine Streife überprüfte den Salon und stellte fest, dass tatsächlich Geschäftstätigkeiten stattfanden. In dem Betrieb befanden sich vier Personen (21 bis 50 Jahre alt, einer mit Wohnsitz im Landkreis Bad Tölz Wolfratshausen und die anderen drei aus München). Allen vier Personen wurde ein Platzverweis erteilt und sie wurden wegen des Verstoßes nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt. 

Corona-Virus: Landesinnungsmeister zur Ausgangsbeschränkung

Der Landesinnungsmeister des bayerischen Friseurhandwerks Christian Kaiser am 21. März 2020 zur Ausgangsbeschränkung in Bayern und die Folgen für das Friseurhandwerk.

Christian

Corona-Virus: Wir können das Corona-Virus nicht bekämpfen – Wir müssen lernen mit ihm zu leben!

Landesinnungsmeister Christian Kaiser.

Landesinnungsmeister Christian Kaiser

Landesinnungsmeister Christian Kaiser fasst seine Gedanken am Freitag. (20. März 2020)  morgen zusammen und positioniert sich in der aktuellen Corona-Diskussion. 

Es wird noch lange dauern, bis wirksame Mittel für den Kampf gegen Corona auf dem Markt sind. Und selbst dann wird uns das Virus oder eines seiner Verwandten ohne flächendeckende Impfung wie eine Kinderkrankheit weiterhin begleiten. Es geht derzeit darum, den exponentiellen Anstieg zu verlangsamen. Das Virus ist auch nach Ostern noch sehr aktiv. Wir werden uns FAST ALLE mit höchster Wahrscheinlichkeit irgendwann in diesem Jahr mit Corona infizieren.

Daher begrüße ich die besonnene Entscheidung unserer bayerischen Politik, die Krise mit bereits drastischen Einschnitten in das öffentliche Leben zu bewältigen, ohne aber die Wirtschaft mit noch extremeren Maßnahmen komplett lahm zu legen. Schon jetzt sind die Schäden nicht bezifferbar und werden auch von den nachfolgenden Generationen getragen werden müssen. Der Ausruf einer Notstandssituation ist ein Appell an ALLE – nicht notwendige Sozialkontakte zu vermeiden und im täglichen Leben die vorgegebenen Hygienemaßnahmen einzuhalten. Es ist ein Appell an die Vernunft und an das Verständnis der Bevölkerung. Biergartenbesuche, Corona-Partys oder freigestellte Kinder auf Spielplätzen sind hier nicht zweckgemäß. Wenn die derzeitigen Maßnahmen nicht ausreichend greifen, drohen Ausgangssperren und weitere Einschnitte in den Grundrechten.

Aber wir können uns auch in der zweiten Jahreshälfte mit Corona infizieren oder Viren an Kunden weitergeben. Auch dann werden voraussichtlich Betriebe wieder unter Quarantäne gestellt werden müssen. Die finanziellen Gefahren und massiven Einschnitte werden wir auch im Herbst noch hart zu spüren bekommen.

Wir müssen lernen, mit den bestmöglichen Maßnahmen im privaten und im betrieblichen Bereich zu helfen, die Ansteckungsgefahr zu verlangsamen. Dies dient überwiegend zum Schutz gefährdeter Personengruppen. Aber wir können derzeit damit das Virus nicht verhindern. Wir müssen auch nach einer mehrwöchigen Ausgangssperre mit dem Ansteckungsrisiko leben und weiterarbeiten. Wir können aber nicht die ganze Wirtschaft lahmlegen. Sonst drohen Zustände wie in der Nachkriegszeit.

Das Friseurhandwerk hat wie viele andere Berufe ein gewisses Ansteckungsrisiko. Dieses kann man mit ein paar Vorkehrungen verringern. Wir werden unseren freundlichen Handschlag oder die herzliche Umarmung eines Kunden auch noch nächstes Jahr in Frage stellen müssen. Vielleicht wird auch das Thema Schutzausrüstung und deren Anwendung neu diskutiert. Aber dieses Risiko begleitet uns auch künftig bei jedem Schul-, Kino- oder Biergartenbesuch. Wir können uns jetzt nicht bis zur Fertigstellung eines Impfmittels in häusliche Zwangshaft setzen oder bei jeder Virusgefahr den Nationalen Notstand ausrufen. Wir werden den finanziellen Corona-Schaden nicht erstattet bekommen. Wir alle zahlen den Preis eines Shutdowns.

Wir müssen WEITERLEBEN – nur jetzt mit VERNUNFT und RÜCKSICHTNAHME.

Und wir müssen gemeinsam Lösungen suchen – wie WIR den jetzt entstehenden Schaden in der ZUKUNFT bewältigen können.

Corona-Virus: Schließung oder Nicht-Schließung der Friseursalons

Landesinnungsmeister Christian Kaiser.

Landesinnungsmeister Christian Kaiser.

Landesinnungsmeister Christian Kaiser stellt Fakten zum Thema Corona-Virus und Friseurbetriebe zusammen. Schließung oder Nicht-Schließung der Friseursalons – eine Frage, welche mittlerweile die ganze Nation bewegt.

Sie bewegt, sie polarisiert, sie spaltet, wird vielseitig befürwortet und wiederum stößt sie auch auf Unverständnis und Widerstand. Eine Frage, bei der es am Ende NUR Verlierer gibt.

Der LIV hat das ausführliche Statement von Landesinnungsmeister Christian Kaiser zum Download hier bereitgestellt. Das Originalstatement steht auf der Seite der Friseur-Innung München, dessen Obermeister Christian Kaiser ist.