Corona-Virus: Landesinnungsmeister zur Ausgangsbeschränkung

Der Landesinnungsmeister des bayerischen Friseurhandwerks Christian Kaiser am 21. März 2020 zur Ausgangsbeschränkung in Bayern und die Folgen für das Friseurhandwerk.

Christian

Corona-Virus: Wir können das Corona-Virus nicht bekämpfen – Wir müssen lernen mit ihm zu leben!

Landesinnungsmeister Christian Kaiser.

Landesinnungsmeister Christian Kaiser

Landesinnungsmeister Christian Kaiser fasst seine Gedanken am Freitag. (20. März 2020)  morgen zusammen und positioniert sich in der aktuellen Corona-Diskussion. 

Es wird noch lange dauern, bis wirksame Mittel für den Kampf gegen Corona auf dem Markt sind. Und selbst dann wird uns das Virus oder eines seiner Verwandten ohne flächendeckende Impfung wie eine Kinderkrankheit weiterhin begleiten. Es geht derzeit darum, den exponentiellen Anstieg zu verlangsamen. Das Virus ist auch nach Ostern noch sehr aktiv. Wir werden uns FAST ALLE mit höchster Wahrscheinlichkeit irgendwann in diesem Jahr mit Corona infizieren.

Daher begrüße ich die besonnene Entscheidung unserer bayerischen Politik, die Krise mit bereits drastischen Einschnitten in das öffentliche Leben zu bewältigen, ohne aber die Wirtschaft mit noch extremeren Maßnahmen komplett lahm zu legen. Schon jetzt sind die Schäden nicht bezifferbar und werden auch von den nachfolgenden Generationen getragen werden müssen. Der Ausruf einer Notstandssituation ist ein Appell an ALLE – nicht notwendige Sozialkontakte zu vermeiden und im täglichen Leben die vorgegebenen Hygienemaßnahmen einzuhalten. Es ist ein Appell an die Vernunft und an das Verständnis der Bevölkerung. Biergartenbesuche, Corona-Partys oder freigestellte Kinder auf Spielplätzen sind hier nicht zweckgemäß. Wenn die derzeitigen Maßnahmen nicht ausreichend greifen, drohen Ausgangssperren und weitere Einschnitte in den Grundrechten.

Aber wir können uns auch in der zweiten Jahreshälfte mit Corona infizieren oder Viren an Kunden weitergeben. Auch dann werden voraussichtlich Betriebe wieder unter Quarantäne gestellt werden müssen. Die finanziellen Gefahren und massiven Einschnitte werden wir auch im Herbst noch hart zu spüren bekommen.

Wir müssen lernen, mit den bestmöglichen Maßnahmen im privaten und im betrieblichen Bereich zu helfen, die Ansteckungsgefahr zu verlangsamen. Dies dient überwiegend zum Schutz gefährdeter Personengruppen. Aber wir können derzeit damit das Virus nicht verhindern. Wir müssen auch nach einer mehrwöchigen Ausgangssperre mit dem Ansteckungsrisiko leben und weiterarbeiten. Wir können aber nicht die ganze Wirtschaft lahmlegen. Sonst drohen Zustände wie in der Nachkriegszeit.

Das Friseurhandwerk hat wie viele andere Berufe ein gewisses Ansteckungsrisiko. Dieses kann man mit ein paar Vorkehrungen verringern. Wir werden unseren freundlichen Handschlag oder die herzliche Umarmung eines Kunden auch noch nächstes Jahr in Frage stellen müssen. Vielleicht wird auch das Thema Schutzausrüstung und deren Anwendung neu diskutiert. Aber dieses Risiko begleitet uns auch künftig bei jedem Schul-, Kino- oder Biergartenbesuch. Wir können uns jetzt nicht bis zur Fertigstellung eines Impfmittels in häusliche Zwangshaft setzen oder bei jeder Virusgefahr den Nationalen Notstand ausrufen. Wir werden den finanziellen Corona-Schaden nicht erstattet bekommen. Wir alle zahlen den Preis eines Shutdowns.

Wir müssen WEITERLEBEN – nur jetzt mit VERNUNFT und RÜCKSICHTNAHME.

Und wir müssen gemeinsam Lösungen suchen – wie WIR den jetzt entstehenden Schaden in der ZUKUNFT bewältigen können.

Corona-Virus: Schließung oder Nicht-Schließung der Friseursalons

Landesinnungsmeister Christian Kaiser.

Landesinnungsmeister Christian Kaiser.

Landesinnungsmeister Christian Kaiser stellt Fakten zum Thema Corona-Virus und Friseurbetriebe zusammen. Schließung oder Nicht-Schließung der Friseursalons – eine Frage, welche mittlerweile die ganze Nation bewegt.

Sie bewegt, sie polarisiert, sie spaltet, wird vielseitig befürwortet und wiederum stößt sie auch auf Unverständnis und Widerstand. Eine Frage, bei der es am Ende NUR Verlierer gibt.

Der LIV hat das ausführliche Statement von Landesinnungsmeister Christian Kaiser zum Download hier bereitgestellt. Das Originalstatement steht auf der Seite der Friseur-Innung München, dessen Obermeister Christian Kaiser ist. 

 

Corona-Virus: Friseure fordern von der Politik: Mehrwertsteuer für das Friseurhandwerk jetzt reduzieren

7 Prozent Mehrwertsteuer für Friseure wäre das richtige Zeichen von der Politik.

7 Prozent Mehrwertsteuer für Friseure wäre das richtige Zeichen von der Politik.

In der Corona-Krise fordern die bayerischen Friseure ein deutliches Zeichen von der Politik. „Als personalintensives Handwerk brauchen wir umgehend eine Reduzierung der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent“, erklärt Landesinnungsmeister Christian Kaiser, der auch Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks ist.

„Wir sehen in einem reduzierten Mehrwertsteuersatz eine enorm wirksame Maßnahme, um einer drohenden weiteren Verlagerung der Nachfrage während und nach der Corona-Krise in diesem sehr personalintensiven und damit stark schwarzarbeitsgefährdeten Tätigkeitsbereich in die Schattenwirtschaft entgegenzuwirken“, mahnt der Landesinnungsmeister.
„Das Friseurhandwerk ist eine ausbildungs- und beschäftigungsstarke Branche mit hohem Frauenanteil und vorbildlicher Integrationskraft. Andererseits kämpft sie mit einem hohen Anteil an umsatzsteuerbefreiten Kleinstbetrieben und Schwarzarbeit“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser weiter. „Wir wollen die Stärken unseres Friseurhandwerks ausbauen und die Probleme anpacken. Daher fordern wir von der Bundesregierung in der jetzigen Krise, den reduzierten Mehrwertsteuersatz für Friseurdienstleistungen schnellstmöglich einzuführen.“
Eine Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent ermöglicht Preissenkungen, motiviert Nachfragesteigerungen, erzeugt dadurch kräftige Beschäftigungsimpulse und dämmt gleichzeitig die Schwarzarbeit ein. Das Reduzieren der Mehrwertsteuer für Friseurdienstleistungen verspricht gerade in der Zeit nach der Corona-Krise einen hohen gesamtwirtschaftlichen Nutzen. Neben mehr Arbeits- und Ausbildungsplätzen würden durch eine niedrigere Mehrwertsteuerlast der Anreiz zur Schwarzarbeit stark gemindert und die steuerpflichtigen Umsätze steigen. „Es wäre das richtige Zeichen der Politik gegenüber dem Friseurhandwerk“, erklärte Christian Kaiser. „Ich appelliere an unserer Volksvertreter, dass sich ökonomische Vernunft durchgesetzt und somit unsere Betriebe trotz Corona überleben werden.“
Am Ende würde sich das dann auch im Steuersäckel positiv bemerkbar machen. Denn der Reduzierung der Mehrwertsteuer stehen höhere Einnahmen aus mehr steuerpflichtigen Umsätzen und Löhnen gegenüber. „Angesichts der Corona-Krise und der damit angespannten wirtschaftlichen Situation brauchen wir gerade in Deutschland einen reduzierten Mehrwertsteuersatz auf Friseurdienstleistungen.“
Begründet wird die Forderung durch die Tatsache, dass das Friseurhandwerk als äußerst beschäftigungsintensiv gilt, denn mehr als 50 Prozent der Betriebsausgaben betreffen die Personalkosten. Der Wert der in die Dienstleistung eingebrachten Produkte liegt mit rund 10 Prozent deutlich niedriger.

Corona-Virus: Checkliste wenn der Salon schließt …

Ein paar Hinweise, wenn sich der Friseurunternehmer entschließt, seinen Salon in der Krise zu schließen.

Ein paar Hinweise, wenn sich der Friseurunternehmer entschließt, seinen Salon in der Krise zu schließen.

Wenn sich der Friseurunternehmer entschließt, seinen Friseursalon im Zuge der Corona-Krise zu schließen, hat der Landesinnungsverband eine Checkliste für Saloninhaber zusammengestellt. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 

 

Informieren Sie Ihre Kunden

Der Kunde ist das wichtigste Kapital und der Kunde sollte im Falle einer Schließung nicht überrascht vor verschlossenen Türen stehen. Daher kommunizieren Sie Ihre unternehmerische Entscheidung an den Kunden und bitten Sie um Verständnis. 

 

Aktualisieren Sie Ihre Website

Natürlich schaut eine digitale Generation auf die Website Ihres Salons. Aktualisieren Sie Ihre Website und weisen Sie auf die Schließung hin. 

 

Machen Sie an der Salontür einen Aushang

Ein Schild an der Tür, das Ihre Kunden von der Schließung informiert, sorgt für Klarheit und sollte eine Selbstverständlichkeit sein. 

 

Nutzen Sie das Kurzarbeitergeld

Friseurbetriebe haben die Möglichkeit in der Corona-Krise bei ihrer zuständigen Arbeitsagentur Kurzarbeit zu beantragen. Das ist unkompliziert durch Ausfüllen eines entsprechenden Antrags möglich. Mitarbeiter erhalten dann Kurzarbeitergeld. Ein genaues Vorgehen gibt es für Mitgliedsbetriebe hier

 

Reduzieren Sie die Überstunden der Mitarbeiter

Mancher Mitarbeiter hat im Laufe des Jahres Überstunden angehäuft. Suchen Sie das Gespräch mit dem Mitarbeiter und reduzieren Sie die Überstunden. 

 

Gewähren Sie Urlaubstage

Wenn ein Mitarbeiter Sie um Urlaub bittet, dann gewähren Sie auch kurzfristig Urlaubstage. Manche Mitarbeiter müssen sich um ihre Familie kümmern, ihre Eltern oder ihre Kinder betreuen. 

 

Bieten Sie Ihren Mitarbeitern unbezahlten Urlaub an

Kommunikation mit Mitarbeiter ist in Krisenzeiten besonders wichtig. Sprechen Sie offen mit Ihren Mitarbeitern über die wirtschaftliche Situation. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern unbezahlten Urlaub an. 

 

Denken Sie über kurzfristigen Betriebsurlaub nach

Normalerweise muss ein Betriebsurlaub vorher angekündigt werden, aber in Zeiten der Krise ist vieles möglich. Denken Sie daher auch über kurzfristigen Betriebsurlaub nach. 

 

Überprüfen Sie Ihre betrieblichen Kosten

Auch kleine Beträge können sich summieren. Was ist in dieser Situation notwendig, was kann gestrichen werden? 

 

Prüfen Sie Ihre Fälligkeiten bei den Lieferanten

Haben Sie die Kosten im Auge, wann bei Ihren Lieferanten Forderungen anfallen und sprechen Sie mit Ihnen, ob eine Stundung möglich ist. 

 

Prüfen Sie Ihren Kontostand

Sprechen Sie mit Ihrem Kreditinstitut und nutzen Sie die Angebote der KFW und LfA-Förderbank Bayern. Der erste Weg sollte aber zu Ihrem Kreditinstitut führen.  

 

Sprechen Sie offen mit Ihrem Vermieter

Wenn das Gebäude in dem Sie Ihren Salon haben, nicht Ihr Eigentum ist, sondern wenn Sie Mieter sind, dann nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Vermieter auf. Sprechen Sie offen über Ihre Situation, ob ein Aufschub Ihrer Miete möglich ist.

 

Um Liquidität zu behalten, prüfen Sie alle anstehenden Investitionen

Um auf dem neuesten Stand zu bleiben, sind selbstverständlich Investitionen in den Salon wichtig. Doch lassen sich diese Investitionen nicht auf später verschieben? 

 

Beantragen Sie eine Steuerstundung bei Ihrem Finanzamt

Die bayerische Staatsregierung hat erklärt, dass Finanzämter großzügiger bei der Erhebung von Steuer sein werden. Beantragen Sie daher bei Ihrem Finanzamt in Absprache mit Ihrem Steuerberater eine Steuerstundung. Ebenso verhält es sich mit der Gewerbesteuer. 

 

Corona-Chaos – offenes Wort des Landesinnungsmeisters

Landesinnungsmeister Christian Kaiser ist auch Obermeister der Friseurinnung München. Dort gab er folgendes Statement ab. Wir veröffentlichen es zeitlich angepasst:

Landesinnungsmeister Christian Kaiser.

Landesinnungsmeister Christian Kaiser.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

diese außergewöhnlich schwierigen Zeiten sind für uns alle eine Bewährungsprobe und nicht jede Entscheidung seitens der Regierung ist für uns einfach zu tragen. Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Innung München für Friseure und Kosmetiker, wie auch der Landesinnungsverband des bayrischen Friseurhandwerks keinen Einfluss auf Entscheidungen der Regierung hatten.
Der Verband versteht sich als Interessenvertretung seiner Mitglieder und ist somit bemüht, ein Sprachrohr zwischen den Entscheidungsträgern des Landes und den Friseurbetrieben zu sein. Als Sprachrohr geben wir möglichst zeitnah (wie geschehen) Informationen weiter. Leider sind manche Grenzen in diesen turbulenten Zeiten nicht immer sofort und genau abzustecken. Dadurch kam es auch zu einigem Wirrwarr.
Die unternehmerische Entscheidungsfreiheit liegt im Moment bei Ihnen. Sie als Saloninhaber entscheiden selbst, ob Sie Ihren Salon schließen oder nicht.

Die teilweise bösartigen Beschimpfungen, die sich die Mitarbeiter in den Geschäftsstellen anhören mussten, sind daher nicht tragbar.
Ich verstehe Ihre Einwände, den wirtschaftlichen Schaden bei einer Schließung zu bedenken. Ich verstehe aber auch die gesundheitlichen Aspekte, die eine weitere Ausbreitung des Virus mit sich bringt. Beide Szenarien sind in Ihren Auswirkungen für den einzelnen aber auch für die gesamte Weltwirtschaft kaum abschätzbar.

Daher appelliere ich an Sie: Wir sitzen alle in einem Boot! Das Kosmetikstudio, der kleine Friseurbetrieb mit 1-2 Angestellten wie auch der große Betrieb oder Filialen mit 10 und mehr Angestellten.
Die Innung, wie auch der Landesverband sind bemüht, Ihnen schnellstmöglich aktuelle Entscheidungen mitzuteilen. Des weiteren sehen wir unsere Aufgabe in der Aufklärung der rechtlichen Sachlage und der Weitergabe an Informationen wie wir uns im Falle einer vorgeschriebenen Schließung verhalten können und müssen. Unabhängig von der aktuellen Sachlage sollte sich ein Jeder auf weitere politische Maßnahmen wie der gegebenenfalls drohenden Schließung von Betrieben vorbereiten.

Mit der heutigen Pressekonferenz von Ministerpräsident Markus Söder um 12 Uhr erwarten wir neue Informationen.

Bleiben Sie Gesund. Herzlichst grüßend

Ihr Christian Kaiser
Obermeister und Landesinnungsmeister Bayern

Corona-Virus: Aktuelles Videostatement des LIV

Die Corona-Krise trifft das bayerische Friseurhandwerk empfindlich. Am Montag, 16. März 2020, überschlugen sich die Ereignisse. Landesinnungsmeister Christian Kaiser und LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb nehmen zu den aktuellen Entwicklungen Stellung.

Corona-Virus: Friseure bleiben weiterhin geöffnet (Update)

Friseure haben doch weiterhin geöffnet,

Bitte die aktuelle Regelung beachten: bis mindestens 19. April keine Friseurdienstleistungen

Update vom 30. März 2020: Ministerpräsident Markus Söder hat die Verlängerung der am 16. und 20. März angeordneten Maßnahmen verkündet. Damit müssen in Bayern Friseurdienstleistungen bis mindestens 19. April 2020 unterbleiben. Dies gilt auch für mobile Friseure und das Reisegewerbe.

Die Ereignisse überschlagen sich und das Wirrwarr ist komplett. Nach den neuesten Informationen aus der Bayerischen Staatskanzlei bleiben die bayerischen Friseure weiterhin geöffnet (Montag 16. März 2020 – Stand 13:25 Uhr)
Friseure fallen nun unter die Dienstleistungsbranche und bleiben in Bayern weiterhin geöffnet. „Kommando zurück und wir haben weiterhin für unsere Kunden geöffnet“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. Eine zuvor gemeldete Erklärung um 12:05 Uhr auf der LIV-Website ist damit gegenstandslos. Dennoch gelten natürlich die Vorsichtsmaßnahmen im Hinblick auf Corona.
Also: Im Moment steht fest: Friseursalons in Bayern haben trotz Corona weiterhin geöffnet.

Corona-Virus: Friseursalons werden ab Mittwoch geschlossen

Update vom 30. März 2020: Ministerpräsident Markus Söder hat die Verlängerung der am 16. und 20. März angeordneten Maßnahmen verkündet. Damit müssen in Bayern Friseurdienstleistungen bis mindestens 19. April 2020 unterbleiben. Dies gilt auch für mobile Friseure und das Reisegewerbe.

Friseurbetriebe in Bayern werden ab Mittwoch bis voraussichtlich 30. März geschlossen bleiben. Wegen der Corona-Pandemie wird das öffentliche Leben in Bayern stark eingeschränkt. Wie das Bayerische Wirtschaftsministerium und die Bayerische Staatskanzlei gegenüber dem LIV schriftlich am Montag erklärt hat, gilt die Schließung auch für Friseurbetriebe. Dies ist der Stand von Montag, 16. März 2020, um 12:05 Uhr.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus schränkt Bayern das öffentliche Leben im Freistaat stark ein. „Wir rufen den Katastrophenfall aus“, sagte Ministerpräsident Markus Söder am Montag in München. „Das gilt ab jetzt zu diesem Zeitpunkt.“
Oberstes Ziel sei der Schutz der Bevölkerung. Hier gilt es, die „soziale Kontakte auszudünnen, das öffentliche Leben zu verlangsamen“.
Dazu gehört auch der Besuch von Friseursalons in Bayern. Daher werden am Mittwoch, 18. März, im Freistaat Geschäfte geschlossen, die nicht für die Grundversorgung notwendig sind.

„Der Schutz der Bevölkerung geht uns alle an“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser in einer ersten Stellungnahme. „Wir stehen in intensiven Kontakt mit unseren Innungsbetrieben und den politisch Verantwortlichen, um die schwere Krise gemeinsam zu meistern. Wir bitten alle bayerischen Friseure einen kühlen Kopf zu bewahren und keine Panik zu verbreiten. Ruhig, konzentriert und sachorientiert werden Verband und angeschlossene Innungen Informationen aufbereiten und zeitnah informieren. Unser Team arbeitet rund um die Uhr.“

Hier Tipps, um die Ansteckung einzudämmen:
Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Das Virus wird via Tröpfcheninfektion bei direktem Kontakt mit Infizierten weitergegeben, zum Beispiel durch Husten oder Niesen.
80 Prozent aller Infektionskrankheiten werden über die Hände verbreitet. Im Schnitt fassen wir uns alle vier Minuten ins Gesicht, häufig mit ungewaschenen Händen. Die wichtigste Schutzmaßnahme gegen Viren und Bakterien aller Art ist deshalb: Hände gründlich und oft waschen! Und zwar mindestens 20 Sekunden lang – auch zwischen den Fingern. Eine Eselsbrücke ist, zweimal im Kopf „Happy Birthday“ zu singen. Damit die Hände nicht rissig werden, sollte man sie auch ab und zu eincremen. Niesen und husten Sie in die Armbeuge und nicht in die Hand. Verwenden Sie bei Schnupfen Einmaltaschentücher und keine Stofftücher. Entsorgen Sie die Taschentücher in der Toilette oder in einem Mülleimer mit Deckel.

Handwerk gegen die Bonpflicht

Das Handwerk der KH Memmingen-Mindelheim protestiert gegen die Bonpflicht. Günther Landerer von der Bäckerinnung und Initiator der Aktion, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Unterallgäu-Memmingen Gottfried Voigt, stellv. Kreishandwerksmeister Georg Göttinger, Obermeister der Metzgerinnung Georg Greiff und Obermeister der Friseurinnung Enrico Karrer übergeben dem Bürgerbeauftragten der Staatsregierung Klaus Holetschek gesammelte Bons.

Das Handwerk der KH Memmingen-Mindelheim protestiert gegen die Bonpflicht. Günther Landerer von der Bäckerinnung und Initiator der Aktion, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Unterallgäu-Memmingen Gottfried Voigt, stellv. Kreishandwerksmeister Georg Göttinger, Obermeister der Metzgerinnung Georg Greiff und Obermeister der Friseurinnung Enrico Karrer übergeben dem Bürgerbeauftragten der Staatsregierung Klaus Holetschek gesammelte Bons.

Begeistert zeigt sich der Landesinnungsverband von einer Aktion der Kreishandwerkerschaft Memmingen-Mindelheim. Dem Bürgerbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung Klaus Holetschek wurden vom Handwerk Tausende von Kassenbons übergeben, die in den vergangenen Tagen bei Bäckereien, Metzgereien und Friseuren gesammelt wurden. 

„Eine starke Aktion des Handwerks“, lobte Landesinnungsmeister Christian Kaiser die Idee. Die bayerischen Friseure halten die Bonpflicht für überflüssig.  Die Bonpflicht ist Teil der neuen Kassensicherungsverordnung, die Kassen durch eine technische Sicherheitseinrichtung (TSE) fälschungssicher machen sollen. „Die zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung sorgt schon dafür, dass man getippte Umsätze nicht mehr verschwinden lassen kann“, so Holetschek.

Es müssen die Spielräume ausgelotet werden, um den Mittelstand von der Bonpflicht zu befreien, um bürokratische Auswüchse für die Unternehmen zu vermeiden. Frankreich hat vergangene Woche die Bonpflicht für Kleinbeträge wieder abgeschafft. „Finanzbehörden können nach Ermessen eine Befreiung von der Belegpflicht erteilen. Hier muss von Seiten der Finanzverwaltung bürgernah entschieden werden“, betonte Klaus Holetschek.

Landesinnungsmeister Christian Kaiser kritisiert scharf, dass im Vorfeld der Gesetzgeber zu wenig auf die berechtigten Einwände der Betroffenen achtet. „In den Ministerien erfolgt wohl keine wirkliche Folgenabschätzung. Wir fordern für künftige Gesetze eine Folgenabschätzung insbesondere für den handwerklichen Mittelstand, in dem meist die Inhaber mit aus den Gesetzen resultierenden Auflagen und Forderungen belastet werden,“ so Kaiser.