Drei fränkische Friseurinnungen schließen sich zu schlagkräftiger Organisation zusammen

 

Obermeisterin Tanja Arnold-Petter (vorne Mitte) umringt von ihren Stellvertreterinnen und den Vorstandsmitgliedern der neuen Innung für Bamberg, Coburg und Lichtenfels.

Die Friseurinnungen Bamberg, Coburg und Lichtenfels sind zur fünftgrößten Friseurinnung in Bayern fusioniert. „Der Zusammenschluss zeigt, dass unsere bayerische Friseurorganisation mit der Zeit geht und schlagkräftige Einheiten bildet“, erklärt Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Durch die Fusion werden die Kräfte gebündelt, aber die Regionalität bleibt erhalten.“ Die neue Innung tritt nun als gemeinsame Friseurinnung Bamberg, Coburg, Lichtenfels auf.

Die bisherigen Obermeisterinnen stehen an der Spitze der neuen Friseurinnung. Obermeisterin ist Tanja Arnold-Petter (Bamberg). Ihre drei Stellvertreterinnen stammen aus allen drei Innungen: Karin Eminger (Bamberg), Carmen Schultheiß (Coburg) und Elke Seidel (Lichtenfels).

Die Fusion hat klare Vorteile für die 105 Innungsmitglieder. Die Geschäftsführung liegt jetzt bei der Kreishandwerkerschaft Bamberg mit ihrem Geschäftsführer Assessor Siegfried Dibowski. „So können zum einen die Innungsmitglieder professionell und optimal betreut werden. Zum anderen wird das Ehrenamt von vielen Verwaltungstätigkeiten entlastet, wenn die Innung, anders als bisher in Coburg, von hauptamtlichem Personal unterstützt wird“, führt Landesinnungsmeister Christian Kaiser weiter aus.

„Jetzt hat die Innung die Chance, dass das ehrenamtliche Engagement gefördert wird. Die Bereitschaft zur Übernahme eines Ehrenamtes wird durch den Zusammenschluss gestärkt – die ehrenamtliche Arbeit kann auf mehrere Schultern verteilt werden und wird so für jeden Beteiligten leichter“, so Obermeisterin Tanja Arnold-Petter. „Unsere drei fusionierten Innungen sind auch ein hervorragendes Best-Practice-Beispiel für andere Innungen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.“

Landesinnungsmeister Christian Kaiser sieht die Fusion auch vor dem Hintergrund der Veränderungen im deutschen Friseurmarkt. Immer mehr Kleinstbetriebe im Markt erkennen nicht, wie wichtig eine umfassende fachliche und auch rechtliche Betreuung durch Innung und Fachverband ist, und bleiben leider oft den Innungen fern. Dies hat eine rückläufige Mitgliederzahl bei Innungen zur Folge. „Es zeigt sich, dass für eine schlagkräftige und leistungsstarke Organisation eine engere Zusammenarbeit und damit auch Fusionen erforderlich sind“, so der Landesinnungsmeister.

Schulungstermine 2017/2018 für die alternative Betreuung


Der Landesinnungsverband bietet in Kooperation mit seinen Mitgliedsinnungen Unternehmerschulungen im Rahmen der alternativen Betreuung an.

Wer an einer Schulung teilnehmen möchte, meldet sich bitte direkt bei der jeweiligen Innung an. Teilnehmen können auch Betriebe aus anderen Innungsbezirken und Nichtmitglieder, soweit Plätze frei sind. Betriebe, die trotz Anmeldung nicht zur Schulung erscheinen, müssen die entstandenen Kosten erstatten.

2018 werden folgende Schulungen angeboten:

5. Februar, Neuburg (FB)
5. Februar, Weiden (FB)
16. April, Bamberg (FB)
23. April, Freising
4. Juni, Erding
11. Juni, Amberg (FB)
18. Juni, Nürnberg
23. Juli, Memmingen
17. September, Bayreuth
8. Oktober, Passau
8. Oktober, Freising (FB)
19. November, Nürnberg
26. November, München

Nach dem Arbeitssicherheitsgesetz sind Unternehmer verpflichtet, eine betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung einzurichten, sobald sie einen Mitarbeiter beschäftigen. Das gilt auch für geringfügig Beschäftigte, Teilzeitkräfte und Aushilfen.

Die alternative Betreuung ist die einfachste und kostengünstigste Betreuungsform für Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern. Sie ist branchenspezifisch ausgerichtet und bietet viel Flexibilität und Möglichkeiten zur Eigeninitiative, indem sich der Unternehmer selbst im Arbeits- und Gesundheitsschutz qualifiziert. In Schulungen wird der Unternehmer im Gesundheitsschutz und in der Arbeitssicherheit weitergebildet (6 Lehreinheiten à 45 Minuten). Es wird nach MIMA Motivations- und Informationsschulung und Fortbildungsveranstaltungen (FB) unterschieden. Die MIMA ist für Unternehmer, die der alternativen Betreuung neu beigetreten sind. Wer 2008/2009 bereits eine Schulung besucht hat, ist in der Fortbildungsveranstaltung richtig. Soweit nicht anders vermerkt, findet zu den oben genannten Terminen jeweils eine MIMA und eine Fortbildung statt.

Weitere Informationen zur alternativen, bedarfsorientierten Betreuung gibt es auf der Internetseite der Berufsgenossenschaft.

Die Allgemeinverbindlichkeit des Mindestentgeltvertrags ist ein Meilenstein in der Geschichte der Verbandsarbeit

Geschäftsführerin Doris Ortlieb bei ihrer Unterschrift zum bundesweiten Mindestentgeltvertrags im Friseurhandwerk.

Geschäftsführerin Doris Ortlieb bei ihrer Unterschrift zum bundesweiten Mindestentgeltvertrags im Friseurhandwerk.

Als „absolut richtig und wichtig“ begrüßt das bayerische Friseurhandwerk die Allgemeinverbindlichkeit des bundesweiten Mindestentgeltvertrags im Friseurhandwerk. „Damit wird bestätigt, dass der von Bayern initiierte Weg der Tarifpolitik vollkommen richtig war“, so Doris Ortlieb, Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks.

Der am 1. August in Kraft getretene Mindestentgelttarifvertrag für die Beschäftigten des Friseurhandwerks wird für allgemeinverbindlich erklärt. Das hat der beim Bundesarbeitsministerium eingerichtete Tarifausschuss beschlossen.

„Der bayerische Verband hat das Einführen einer tariflichen Lohnuntergrenze für ganz Deutschland in den vergangenen zwei Jahren konsequent vorangetrieben. Wir sind sehr glücklich, dass unsere Arbeit nun durch die Entscheidung des Tarifausschusses gewürdigt wird“, so Ortlieb weiter. „Es ist ein einzigartiger und fast schon historischer Moment für das gesamte Friseurhandwerk.“ Es sei ein Meilenstein in der Geschichte der Verbandsarbeit und Zeichen einer einzigartigen Geschlossenheit, dass dieser Mindestentgelttarifvertrag so zustande gekommen sei.

Bayern hat seit über sechs Jahrzehnten seine Hausaufgaben gemacht und besitzt einen eigenständigen Tarifvertrag. Dennoch sei dieses Signal auf Bundesebene enorm wichtig. Für den Friseur in Coburg war es nicht nachvollziehbar, warum in dem paar Kilometer entfernten Sonneberg deutlich weniger bezahlt werdenkonnte. „Diese Ungleichheit hat nun ein Ende“, so die Geschäftsführerin der bayerischen Friseure.

Ab sofort hat jeder Beschäftigte Anspruch auf einen Mindestlohn von 6,50 Euro (ostdeutsche Länder einschließlich Berlin) und 7,50 Euro (westdeutsche Länder). Gleichzeitig ist jeder Friseur-Arbeitgeber verpflichtet, seinen Beschäftigten diesen tariflichen Mindestlohn zu gewähren. Am 1. August 2014 erhöhen sich die Mindeststundenlöhne auf 7,50 Euro (Ost) beziehungsweise 8 Euro (West). Am 1. August 2015 werden dann in ganz Deutschland 8,50 Euro erreicht und allgemeinverbindlich.