Bayerische Friseure senden SOS – „Handeln Sie endlich und lassen Sie uns nicht im Stich“

„Unsere Betriebe brauchen Geld – und zwar jetzt und sofort“, fordert Landesinnnungsmeister Christian Kaiser die Verantwortlichen in Berlin auf. „Das Wasser steht uns nicht bis zum Hals, sondern schwappt hinein. Wir brauchen für unsere Friseursalons ein sofortiges Rettungsprogramm, bevor noch mehr einstmals gesunde Betriebe pleite gehen.“ 

Bayerische Friseure senden SOS.

Täglich treffen beim Landesinnungsverband und den bayerischen Innungen Hiobsbotschaften von Betriebsinhaber ein, die aufgrund fehlender Finanzmittel unverschuldet in den Ruin getrieben wurden.“ Schnelle Möglichkeiten wären Soforthilfen oder unkomplizierte Überbrückungsgelder. Landesinnungsmeister Christian Kaiser appelliert an Finanzminister Olaf Scholz (SPD): „Handeln Sie endlich und ermöglichen Sie umgehend und unbürokratisch Abschlagszahlungen an die Betriebe, um weiteren Schaden vom Friseurhandwerk abzuhalten. Werden Sie als Sozialdemokrat Ihrer sozialpolitischen Verantwortung gerecht.“ 

Die Überbrückungshilfe III kann noch nicht beantragt werden. Der Zugang zu KfW-Darlehen wird durch die Hausbanken blockiert. Das Kurzarbeitergeld ist in der Regel beantragt, aber noch nicht ausbezahlt. Bei der Grundsicherung Hartz IV stellt sich das gleiche Problem. „Das Ganze ist ein komplettes Armutszeugnis und Leidtragende sind die Friseurunternehmer und ihre Mitarbeiter, die durch eine staatliche Anordnung und ohne eigenes Verschulden in diese Situation gekommen sind“, so Landesinnungsmeister Kaiser. „7:0 für Corona – sieben Wochen geschlossen, null Cent Unterstützung.“ 

Kunden vermissen ihren Friseur

Bad Hair Days: waschen, schneiden, Regeln brechen? Seit Mitte Dezember ist jeder Tag mehr im Lockdown ein weiterer „Bad Hair Day“. Kein Wunder, dass viele Friseure unmoralische Angebote erhalten, ob sie – verbotenerweise – zum Haare schneiden kommen könnten. Manche scheinen das Angebot anzunehmen, denn die Salons sind geschlossen, und für Ladenbesitzer gibt es derzeit noch keine Finanzhilfen. Normalbürger ärgern sich, wenn Fußballer und Promis trotz Lockdown perfekt gestylte Haare haben. Sich an die Regeln zu halten, fällt zunehmend schwer.

Solche Aufrufe zur Schwarzarbeit werden an den Friseur herangetragen.

In diesem Fernsehbericht des Bayerischen Fernsehen vom 28. Januar 2021 wird klar: Die Kunden vermissen ihren Friseur. Oftmals bekommen sie unmoralische Angebote.

Landesinnungsmeister Christian Kaiser wurde zur Schwarzarbeit interviewt und die Stv. Creativdirektorin des LIV Friseure Bayern Sonja Fischer macht den Frisurencheck bei Fußballern und Politikern.

Diskussion um Öffnungsstrategie für bayerische Friseursalons

Bayerns Friseure begrüßen die Diskussion um eine Öffnungsstrategie im Freistaat. „Unsere Unternehmer mit ihren Mitarbeitern brauchen ein Licht am Ende des Tunnels“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser.  

Bayerische Friseursalons brauchen ein Licht am Ende des Tunnels.

Der bayerische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger erklärte dazu am 25. Januar in einem Interview mit der Passauer Neuen Presse: „An Grundschulen ab Mitte Februar bei einem Wert unter 200 – wie wir es zu Winterbeginn beschlossen hatten. Handel und Hotel bei rund 100. Friseure und Dienstleister spätestens Mitte Februar. Dabei ist auch zu berücksichtigen, ob es eine breite Verteilung der Infektionslage gibt oder ob es Hotspots wie Pflegeheime sind, die die Zahlen hochtreiben.“

Und weiter erklärte Aiwanger: „Monatelange Schließungen ganzer Branchen sind nicht die einzige Alternative zur Öffnung, wie es noch im Frühjahr 2020 war, wo wir noch keine Masken und Hygienekonzepte hatten. Wir treiben vieles auch immer mehr in die Illegalität, wo es dann keine Hygienekonzepte gibt, beispielsweise der Privatbesuch des Friseurs. Also: weiterhin Kontaktreduzierung überall dort, wo man sich ohne Masken näher kommt als 1,5 Meter. Wo man das einhalten kann, sind Schließungen immer schwerer zu begründen.“

„Die Aussagen des Wirtschaftsministers sind ermutigend“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. Die Friseurbetriebe in Bayern sind für eine Wiedereröffnung bereit. Die Friseure waren die erste Branche innerhalb der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die einen ausgeklügelten Arbeitsschutzstandard für Pandemie-Bedingungen vorweisen konnte. Dass mit diesem Konzept sicher gearbeitet werden kann, zeigen unter anderem die Zahlen der Berufsgenossenschaft. Dort waren bis Ende Dezember im Friseurhandwerk sechs Covid-19-Fälle für das Jahr 2020 bei 80.000 Friseurbetrieben in ganz Deutschland gemeldet, von denen keiner anerkannt ist. Daher steht fest: Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle.

Kontrollen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege haben ergeben, dass die Vorgaben des Arbeitsschutzstandards in den Betrieben zu über 90 Prozent eingehalten wurden. Für eine noch höhere Verbindlichkeit und Kontrollierbarkeit durch die Ordnungsbehörden könnte in der entsprechenden bayerischen Verordnung explizit auf den branchenspezifischen Arbeitsschutzstandard Bezug genommen und die Pflicht zur Erfassung der Kundendaten festgelegt werden. Ebenso könnte die FFP2-Maskenpflicht analog zur aktuellen bayerischen Regelung beim Einkaufen und im ÖPNV festgeschrieben werden. „Wir brauchen eine Perspektive für unsere Salons“, so Landesinnungsmeister Kaiser.

Appell ans bayerische Kabinett: „Lassen Sie uns die Salons am 1. Februar 2021 öffnen“

In einem Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Arbeitsministerin Carolina Trautner und Gesundheitsminister Klaus Holetschek appelliert der Landesinnungsverband für die bayerischen Friseure: „Geben Sie grünes Licht und lassen Sie uns die Salons am 1. Februar 2021 öffnen“.  Dieser Brief, unterschrieben von Landesinnungsmeister Christian Kaiser und Geschäftsführerin Doris Ortlieb, wurde heute per Mail übermittelt und per Post versendet: 

Bayerische Friseure schreiben an Ministerpräsident Söder und die Minister Aiwanger, Holetschek und Ministerin Trautner. Foto: Staatskanzlei

Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle und daher wenden wir uns an Sie, sich mit Nachdruck für eine rasche Wiedereröffnung der Friseursalons in Bayern einzusetzen.

Als Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks sprechen wir für 14000 selbstständige Friseure im Freistaat. Nach dem ersten Lockdown und im Lockdown light hat unsere Branche bewiesen, dass Friseurdienstleistungen auch in der aktuellen Pandemie sicher erbracht werden können. Unsere Betriebsinhaber sind aufgrund des Meistervorbehalts hoch qualifiziert. Durch das Unternehmermodell/alternative Betreuung sind sie außerdem besonders befähigt, sich um den Arbeitsschutz zu kümmern.

Die Friseure waren die erste Branche innerhalb der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die einen ausgeklügelten Arbeitsschutzstandard für Pandemie-Bedingungen vorweisen konnte. Dass mit diesem Konzept sicher gearbeitet werden kann, zeigen unter anderem die Zahlen der Berufsgenossenschaft. Im Friseurhandwerk gibt es aktuell sechs gemeldete Covid-19-Fälle für das Jahr 2020 bei 80.000 Friseurbetrieben in ganz Deutschland, von denen keiner anerkannt ist. Daher steht fest: Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle.

Kontrollen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege haben ergeben, dass die Vorgaben des Arbeitsschutzstandards in den Betrieben zu 95 Prozent eingehalten wurden. Für eine noch höhere Verbindlichkeit und Kontrollierbarkeit durch die Ordnungsbehörden könnte in der entsprechenden bayerischen Verordnung explizit auf den branchenspezifischen Arbeitsschutzstandard Bezug genommen und die Pflicht zur Erfassung der Kundendaten festgelegt werden. Ebenso könnte die FFP2-Maskenpflicht analog zur aktuellen bayerischen Regelung beim Einkaufen und im ÖPNV festgeschrieben werden.

Unser Arbeitsschutzstandard beinhaltet u.a. Regelungen zu:

  • Kontrollierter Zugang zum Friseursalon durch persönliche Terminvergabe
  • Vermeiden von Wartezeiten und Personenansammlungen
  • Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Kunden und Mitarbeitern (mit Ausnahme des Erbringens der Dienstleistung), auch auf Verkehrswegen im Salon
  • Maskenpflicht
  • Ausreichender Luftaustausch in allen Arbeits-, Pausen- und Sanitärräumen
  • Reinigung und Desinfektion der Arbeitsgeräte und Arbeitsplätze

Der Lockdown führt massiv zu Schwarzarbeit. Friseurdienstleistungen haben eine große Bedeutung in der alltagsbezogenen Grundversorgung der Bevölkerung. Aktuell beobachten wir mit großer Sorge einen massiven Anstieg “unmoralischer” Angebote von Verbrauchern, die bei Friseuren wegen privater Termine für Haarschnitte nachfragen. Seriöse Friseure lehnen dies selbstverständlich ab. Dennoch beflügelt die aktuelle Schließung der Friseurbetriebe die Schwarzarbeit. Eine fatale Entwicklung in Zeiten einer Pandemie, die unserem gemeinsamen Ziel, die Infektionszahlen zu drücken, komplett zuwiderläuft. Der Bereich der Schwarzarbeit entzieht sich de facto jeder Kontrolle und Nachverfolgung von Infektionsketten; Hygienekonzepte und Arbeitsschutzmaßnahmen, die auch einen Kunden- und Infektionsschutz bewirken, spielen dort keine Rolle. 

Die bayerischen Friseure zählen auf Ihre Unterstützung. Unsere sachlichen Argumente sprechen für eine Öffnung der bayerischen Friseursalons am 1. Februar. Das bayerische Friseurhandwerk steht hinter der Pandemie-Bekämpfung der bayerischen Staatsregierung, sieht aber Korrekturen für die Friseurbranche als absolut notwendig an. Geben Sie grünes Licht und lassen Sie uns die Salons am 1. Februar 2021 öffnen.

Corona: Brandbrief der bayerischen Friseure an Bundestagsabgeordnete

Mit einem Brandbrief hat der LIV vor Weihnachten die bayerischen Bundestagsabgeordneten von CSU, SPD und FDP angeschrieben und mit der Lage des bayerischen Friseurhandwerks konfrontiert. „Es herrschen Unverständnis, Wut und Verzweiflung bei unseren Friseuren“, so der Tenor des Briefes. 

Foto: Bundestag/Neumann

Landesinnungsmeister Christian Kaiser stellte gegenüber der Politik klar: „Für Einzelunternehmer sehen die aktuellen Programme letztlich keine Hilfe für ein würdiges Überleben der Krise vor. Ihnen bleibt als bisher erfolgreiche Unternehmer nur die Grundsicherung als Rettungsanker.“ Aufgrund des Briefes finden mehr und mehr Telefonate mit Bundestagsabgeordneten statt. 

Unverständnis, weil die Friseursalons seit dem 1. Lockdown im Frühjahr bestens aufgestellt sind für sicheres Arbeiten“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. Die Friseure waren die erste Branche innerhalb der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die einen ausgeklügelten Arbeitsschutzstandard für Pandemie-Bedingungen vorweisen konnte. Dass mit diesem Schutz- und Hygiene-Konzept sicher gearbeitet werden kann, zeigen unter anderem die Zahlen der Berufsgenossenschaft. Im Friseurhandwerk gab es Stand 18.12.2020 ganze 6 gemeldete Covid-19-Fälle für das ganze Jahr 2020, von denen keiner anerkannt war. Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle.

Wut, weil nach all den Anstrengungen und Investitionen in den Arbeitsschutz die Friseursalons ein zweites Mal in 2020 ohne nennenswerten Vorlauf und mitten im Weihnachtsgeschäft geschlossen wurden“, so Christian Kaiser in dem Schreiben an die Bundestagsabgeordneten weiter. Am 1. September verkündete Gesundheitsminister Spahn noch: Man würde mit dem Wissen von heute, das kann ich Ihnen sagen, keine Friseure mehr schließen …“.

„Und pure Verzweiflung darüber, wie sie ihre Unternehmen über die nächsten Wochen und Monate bringen sollen“, erklärt der Landesinnungsmeister die Probleme der Branche. Es geht an die Substanz der Betriebe und kostet Arbeitsplätze der Mitarbeiter.  

Mit diesem Schreiben übermittelte der LIV auch das Positionspapier des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks, in dem die zentralen Forderungen der Branche an die Bundespolitik formuliert sind. „Es ist ein sachliches Papier. Die tatsächliche Lage des Friseurhandwerks können Sie nur im Kontakt mit den Menschen erfahren. Sicherlich werden Friseure aus Ihrem Wahlkreis in nächster Zeit auf Sie zukommen“, so Kaiser an die Adresse der Abgeordneten.

Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk aktualisiert

Die BGW hat ihren branchenspezifischen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk auf Basis der Entwicklungen und Erfahrungen der vergangenen Monate überarbeitet. In der aktuellen Fassung vom 30.12.2020 wird unter anderem das Thema Lüftung ausführlicher behandelt als zuvor. Zusätzliche Erläuterungen und kleine Anpassungen gibt es aber auch in den übrigen Abschnitten. Beispielsweise wird hervorgehoben, dass der grundsätzliche Mindestabstand von 1,5 Metern weiterhin auch für den Kontakt der Beschäftigten untereinander gilt.

Zu finden ist die aktuelle Fassung des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards für das Friseurhandwerk unter www.bgw-online.de/corona-schutz-friseure. Ebenso gibt es dort weitere Arbeitshilfen und eine FAQ-Liste zum Thema.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat mit rund 400 Betriebsbesuchen in Friseursalons die Umsetzung ihres Corona-Arbeitsschutzstandards für die Branche überprüft. Sie kommt zu einem positiven Ergebnis: Der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk wurde insgesamt zu über 90 Prozent in den besuchten Salons umgesetzt. Inhaltlich ging es bei der Überprüfung unter anderem um ausreichende Schutzabstände, die Lüftung und das Tragen von Mund-Nasen- Bedeckungen.

„Wann öffnen Friseure wieder?“ Hohe Suchanfrage bei Google

Die Suchmaschine Google hat ihren Jahresrückblick 2020 veröffentlicht und die Suchanfragen im Internet drehten sich um COVID-19. „Coronavirus“ ist in der Folge der meist genutzte Suchbegriff 2020.

Wer sich die Google Trends für Deutschland aber genauer ansieht, dem wird die große Bedeutung von Friseuren innerhalb der deutschen Bevölkerung mehr als bewusst. In der Kategorie Wann-Fragen ist die Frage: „Wann öffnen Friseure wieder?“ auf dem zweiten Platz. Den Deutschen war die Frage so enorm wichtig, dass sie diese Suchanfragen in Google stellten.

Dieses Verhalten belegt, wie wichtig Friseurdienstleistungen in der Corona-Krise innerhalb des gesamten Jahres sind. „Es zeigt, dass Friseure in Deutschland so wichtig sind, dass sie von einer ganz hohen Anzahl bei Google gesucht wurden“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Zu Recht weisen wir immer wieder auf die hohe Bedeutung des Friseurhandwerks hin und diese unabhängige Aussage von Google unterstreicht dies eindrucksvoll.“

Friseursalons in Bayern weiterhin geöffnet

In Bayern gelten seit Mitternacht der Katastrophenfall und schärfere Corona-Auflagen. Es gilt aber weiterhin: Friseursalons in ganz Bayern sind geöffnet. Der Friseurbesuch stellt einen triftigen Grund zum Verlassen der eigenen Wohnung/Hauses dar. 

„Gerade in der Corona-Zeit wünschen sich die Menschen eine Auszeit vom Alltag, die der Friseurbesuch bieten kann“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Machen Sie Ihre Kundinnen und Kunden darauf aufmerksam, dass Salons in Bayern weiter geöffnet haben. Mit dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege verfügen unsere Friseursalons in Bayern über ein umfangreiches und wirksames Hygienekonzept.“

Friseursalons sind keine Hotspots der Infektionsausbreitung. Und das trotz geschätzt aktuell 700.000 Friseurkunden in Deutschland täglich und 240.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

„Die Friseurdienstleistung trägt zum Wohlbefinden der Menschen in unserem Land bei. Dies ist ein in dieser Zeit nicht zu unterschätzender Aspekt für die psychische Gesundheit unserer Bevölkerung“, so Kaiser weiter. Friseurdienstleistungen sind außerdem zum Teil medizinisch notwendig. Als Beispiel sei die Perückenversorgung für Chemo-Patienten genannt. „Und nicht zu vergessen: Unsere Saloninhaber sind im Arbeitsschutz geschult. Als Gesundheitshandwerk besteht Anwesenheitspflicht eines Meisters oder handwerklichen Betriebsleiters, der Verantwortung trägt und den Hygienestandard im Friseursalon kontrolliert.“

In der Corona-Zeit hat sich auch gezeigt, wie wichtig eine leistungsstarke Verbandsorganisation im Friseurhandwerk ist. Der Landesinnungsverband stellte den Innungen und deren Mitgliedsbetrieben zeitnah und regelmäßig Informationen bereit. „Hinter den Kulissen wurden wichtige Gespräche geführt und auch politische Entscheidungsträger mit Sachinformationen über unser Gesundheitshandwerk versorgt“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser.

Corona: Menschen genießen die Zeit beim Friseur

Kurze Momente, in denen man abschalten und sich selbst etwas Gutes tun kann, sind in der Zeit der Pandemie mehr als wertvoll. Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel zeigen, dass ein Besuch beim Lieblingsfriseur genau das bieten kann: eine Abkehr von dem ganzen Stress.

So genießen mehr als 70 Prozent der Frauen und Männer die entspannte und ruhige Atmosphäre im Salon: Frauen mit 80 Prozent sogar etwas mehr als Männer mit 67 Prozent. Eine wohltuende Haarwäsche und die sanften Berührungen bei einer Kopfhautmassage tragen für
63 Prozent der Frauen und 46 Prozent der Männer zusätzlich zur Entspannung bei. Und 56 Prozent der Umfrageteilnehmer mögen es, sich bei einem Friseurbesuch zu verwandeln und danach wie ein neuer Mensch zu fühlen.

Ines Imdahl, Diplom-Psychologin und Geschäftsführerin von Lönneker & Imdahl rheingold salon, hat dir Studie für den Industrieverband durchgeführt. Sie erklärt: „Die Untersuchung zeigt, dass sich die Menschen gerade zu Corona-Zeiten nach einer entspannten Wohlfühlatmosphäre sehnen. Es trägt auch zur psychischen Gesundheit der Menschen bei, Dienstleistungen beim Friseur in Anspruch zu nehmen, wie Haarewaschen und Kopfmassagen. Mit einer neuen gepflegten Frisur fühlt man sich verwandelt und wie ein neuer Mensch. Diese menschliche Seite gewinnt während der Pandemie enorm an Bedeutung.“

Wie wichtig es den Menschen ist, gepflegt auszusehen, zeigt sich auch daran, wie häufig sie zum Friseur gehen. 60 Prozent der Befragten geben an, dass sie ihrem Friseur genauso häufig einen Besuch abstatten wie vor der Pandemie. Dies ist auch ein Beleg dafür, dass die Kunden ihren Friseuren in punkto Sicherheit vertrauen.

Friseure als Hygienebotschafter
Damit sich die Kunden in den Friseurgeschäften sicher und wohl fühlen können, unternehmen die Friseur so einiges. Die Einhaltung aller vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln im Salon ist für sie genauso selbstverständlich wie die Bereitschaft, als „Hygienebotschafter“ die Kunden über die Bedeutung der Schutzmaßnahmen aufzuklären. Mit der Informationskampagne „sicher. gepflegt. schön. – #friseuregegencorona“ werben die Friseure dafür, dass jeder in seinem Alltag Verantwortung übernehmen kann, um die Infektionskette zu unterbrechen.
Birgit Huber, Bereichsleiterin des Kompetenzpartners Schönheitspflege im IKW: „Die Friseure engagieren sich sehr, damit sie ihren Kunden auch während der Pandemie ein sicheres Friseurerlebnis ermöglichen können. Friseure leisten aber noch mehr. Sie sind gute Zuhörer und haben immer ein offenes Ohr für ihre Kunden – gerade jetzt ist das unbezahlbar.“

Jetzt noch anmelden: Bald endet Anmeldefrist zur BayernHair digital

Christian Hertlein, Vorsitzender des Berufsbildungsausschuss im Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks, wirbt um die Teilnahme an den digitalen Nachwuchswettbewerb BayernHair digital: „Wir suchen Bayerns beste Friseurlehrlinge!“ Am 18. November 2020, endet der Anmeldeschluss für diesen digitalen Wettbewerb. Die IKK classic und der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks loben diese digitale Meisterschaft für Friseurazubis in Bayern gemeinsam aus. Also jetzt anmelden.

„Melde dich zum Wettbewerb an. Wir schicken dir die Wettbewerbsunterlagen und eine IKK-Maske per Post zu. Nun gestaltest du deine Frisur und fotografierst sie. Die Fotos lädst du zusammen mit deinem Teilnahmeformular auf einen dir zugesandten individuellen Link hoch“, so Christian Hertlein.

„Dinge, mit denen man sich intensiv und mit Spaß auseinandersetzt, lernt man besser und schneller. Man kann regelrecht dabei zusehen, wie die eigenen Fähigkeiten wachsen. Das macht Laune und kommt gut an. Bei Kollegen, Chef und Kunden. Ein gutes Gefühl, kreativ und fachlich versiert arbeiten zu können“, betont Hertlein. Er ruft auch Saloninhaber auf, ihre Lehrlinge in dieser Corona-Zeit zu fordern. „Unser Wettbewerb bringt auch in diesen Zeiten eine Abwechslung im Lehrlingsalltag.“

Für Hertlein steht fest: „Es gibt verschiedene Säulen, in denen der Wettbewerb Sie klar schulen wird: Durch das Training lernen Sie sicherer und schneller zu arbeiten. Sie lernen neue Techniken unterschiedlichster Art und steigern so Ihr Know-How. Durch Wettbewerbe erhalten Sie mehr Kreativität, denn Sie schulen Ihr Auge und Ihr Gespür für mögliche Trends. Sie lernen, auch in schwierigen Zeiten durchzuhalten und dass es sich lohnt für sein Ziel zu arbeiten. Das erhöht Ihre Disziplin. Zu guter Letzt lernen Sie sich und Ihr Können optimal in Szene zu setzen. Sie sehen, es gibt eigentlich keine Aus­reden, nicht an den Wett­bewerben der Bayerischen Meisterschaft teilzunehmen.“

Ab dem 29. November 2020 posten wir alle eingereichten Fotos auf Instagram. Jetzt ist deine Fanbase gefragt, denn die Frisur mit den meisten Likes gewinnt den Publikumspreis der BAYERN HAIR digital. Auf den Gewinner wartet ein Scherenholster aus echtem italienischem Leder. Gleichzeitig bewertet eine Fachjury alle eingereichten Fotos und prämiert ihrerseits die besten, kreativsten und fachlich anspruchsvollsten Frisuren.

Dilek Sahin schuf das Keyvisual, das wir in den vergangenen Tagen immer wieder verändert gepostet haben – vielen Dank für die tolle Arbeit Dilek Sahin.