LIV fordert Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk zur Unterstützung auf

LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb traf Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk in Bayreuth

LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb traf Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk in Bayreuth

Bei einem Besuch der LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb in Bayreuth bei CSU-Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk stand die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) im Mittelpunkt. Wie bereits zuvor im Gespräch mit Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble forderte Ortlieb eine koordinierte Aktion gegen Lohndumping und Schwarzarbeit in der Friseurbranche. Sie regte an, die Vorgehensweise der FKS München im Sinne eines Best Practice auf ganz Bayern auszudehnen. Koschyk sagte seine volle Unterstützung zu. Er werde die entsprechenden Stellen über das Anliegen des LIVs informieren.

Weniger Mehrwertsteuer für mehr Beschäftigung

Kaufbeuren (26. April 2009) – Bayerns Friseure fordern einen reduzierten Mehrwertsteuersatz für Friseurdienstleistungen. Dies machte der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks (LIV) bei seiner Mitgliederversammlung gegenüber Bayerns Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer deutlich. Der LIV appellierte an die bayerische Staatsregierung, das Friseurhandwerk bei der Durchsetzung seiner Forderung auf Bundesebene zu unterstützen. Nachdem in Europa generell grünes Licht für einen reduzierten Mehrwertsteuersatz auf arbeitsintensive Dienstleistungen gegeben wurde, müsse die nationale Blockadehaltung aufgegeben werden. Auf Friseurdienstleistungen sollen deshalb künftig nicht mehr wie bisher 19, sondern nur noch 7 Prozent Umsatzsteuer erhoben werden. „Die marktpolitische Idee dahinter ist ebenso einfach wie effektiv“, erklärte Landesinnungsmeister Andreas Popp.

„Eine Mehrwertsteuersenkung ermöglicht Preissenkungen, motiviert Nachfragesteigerungen, erzeugt dadurch kräftige Beschäftigungsimpulse und dämmt gleichzeitig die Schwarzarbeit ein“, stellte Andreas Popp die Zusammenhänge dar. Im übrigen Europa haben entsprechende Mehrwertsteuer-Modellprojekte bereits jahrelang Erfolge gefeiert. Insbesondere das niederländische Friseurhandwerk kann dabei eine bemerkenswerte Bilanz ziehen, wie eine aktuelle Studie im Auftrag des niederländischen Friseurverbandes dokumentiert. Das Reduzieren der Mehrwertsteuer für Friseurdienstleistungen verspricht auch in Deutschland einen hohen gesamtwirtschaftlichen Nutzen. Neben mehr Arbeits- und Ausbildungsplätzen würden durch eine niedrigere Mehrwertsteuerlast der Anreiz zur Schwarzarbeit stark gemindert und die steuerpflichtigen Umsätze steigen. Am Ende würde sich das dann auch im Steuersäckel positiv bemerkbar machen. Denn der Reduzierung der Mehrwertsteuer stehen höhere Einnahmen aus mehr steuerpflichtigen Umsätzen und Löhnen gegenüber. „Bei unseren niederländischen Nachbarn hat sich die ökonomische Vernunft durchgesetzt“, sagte Andreas Popp. „Die Erfolge haben dann nicht lange auf sich warten lassen. Angesichts der angespannten Konjunktur brauchen wir gerade in Deutschland einen reduzierten Mehrwertsteuersatz auf Friseurdienstleistungen.“