LIV-Thementag in Fürth

Peter Zöllner und Norbert Göppel referieren beim LIV-Thementag.

Geballte Informationen zu aktuellen Fragen der Branche liefert der LIV-Thementag am 23. September in Fürth. Peter Zöllner und Norbert Göppel referieren kurz und prägnant zu Preiskalkulation, Mindest- und Leistungslohn, Mitarbeiterführung und Saloncheck, Nachfolgeplanung und Datenschutz und weiteren aktuellen Themen. Zum Abschluss des Thementages besteht für die Teilnehmer die Möglichkeit eines 10-minütigen individuellen Einzelgesprächs mit den Referenten.

Weitere Informationen und das Anmeldeformular gibt es hier.

Gesellenprüfung für Friseurazubis beginnt

 

1077 bayerische Friseurazubis stellen heute in einer vierstündigen schriftlichen Prüfung ihr Wissen unter Beweis. Die Aufgaben in den Fächern Friseurtechniken, Betriebsorganisation und Kundenmanagement sowie Wirtschafts- und Sozialkunde sind Teil der Gesellenprüfung zum Abschluss der Ausbildung. In den kommenden Wochen absolvieren die Azubis dann noch eine eintägige praktische Prüfung. Darin müssen sie unter anderem jeweils einen modischen Damen- und Herrenhaarschnitt am Modell erarbeiten.

Der Landesinnungsverband wünscht allen Prüflingen viel Erfolg in der Prüfung sowie Freude und Erfüllung im wohl schönsten Beruf der Welt!

Das tarifliche Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt bei 1634 Euro. Mit etwas Berufserfahrung verdienen Friseure bei entsprechender Leistung in guten Salons zwischen 2500 und 3000 Euro. Motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter sind im bayerischen Friseurhandwerk stark gesucht.

In den rund 9ooo umsatzsteuerpflichtigen Friseursalons in Bayern sind über 36000 Personen tätig und werden 3700 Nachwuchskräfte ausgebildet. Der Nettobranchenumsatz der bayerischen Betriebe liegt bei über 1,1 Milliarden Euro.

 

Finanzkontrolle Schwarzarbeit hat Kontrollen bei Friseuren ausgeweitet

 

Zur Kontrolle des Mindestlohns benötigt die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mehr Personal.

Wie der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) berichtet, hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) die Kontrollintensität in der Friseur- und Kosmetikbranche deutlich gesteigert. Erreicht werden konnte dies durch das Bündnis zur Bekämpfung der Schwarzarbeit von Bundesfinanzministerium (BMF), Zentralverband und ver.di.

Die Bündnispolitik zeigt sichtbare Erfolge: Im Jahr 2018 wurden 1.508 Betriebe im Friseurhandwerk kontrolliert, die Kontrollen sind somit gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Das führte in 2018 zu 537 bereits abgeschlossenen Strafverfahren wegen Abgabenhinterziehung und Leistungsmissbrauch und insgesamt 375 abgeschlossenen Ordnungswidrigkeitsverfahren. Neben den noch nicht abgeschlossenen Strafverfahren wurden bereits Geldstrafen und -bußen in Höhe von rund 350.000 Euro verhängt. Die festgestellten Schadenssummen von fast 3 Mio. Euro, die zu entsprechenden Nachzahlungsverpflichtungen führen, lösen im übrigen nachgelagerte Kontrollen der Rentenversicherungsträger und Finanzbehörden aus.

Exemplarisch ist die Schwerpunktprüfung in Sachen illegale Beschäftigung im Friseurhandwerk durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Karlsruhe zu nennen. Insgesamt wurden dabei im Oktober 2018 unter Einsatz von 100 Beamten 187 Objekte geprüft und 474 Personen einer Befragung unterzogen. In 108 Fällen wurde Einsicht in die Geschäftsunterlagen genommen. Dabei wurden zwölf Verstöße gegen das Mindestlohngesetz aufgedeckt und drei Delikte von illegaler Ausländerbeschäftigung ermittelt. In zehn Fällen fand ein sogenannter Leistungsmissbrauch statt. Bei 45 Sachverhalten muss eine weitergehende Überprüfung zeigen, ob auch hier gegen Rechtsnormen verstoßen wurde.

Auch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Osnabrück konnte einen Sozialbetrüger gezielt überführen. 2.250 Euro Geldstrafe, so lautet das Urteil des Amtsgerichts Syke gegen einen faktischen Geschäftsführer aus der Friseurbranche wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt in 29 Fällen sowie Leistungsbetrugs.

Fazit: Lohndumping und Abgabenverkürzung lohnen sich nicht.

Einigung beim Entgelt-Tarifvertrag für bayerische Friseure

Führten beim neuen Entgelt-Tarifvertrag die Verhandlungen auf Arbeitgeberseite: Landesinnungsmeister Christian Kaiser (r.) und der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses Michael Hunger

Auf einen neuen Entgelt-Tarifvertrag einigten sich der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks und ver.di – Landesbezirk Bayern in den jüngsten Verhandlungen. Die Laufzeit des Vertrages ist von 1. Mai 2018 bis 31. Dezember 2020.
In dieser Zeit werden die Entgeltstufen in drei Schritten angehoben, erstmals zum 1. Juli 2018. 2020 knackt der Einstiegslohn für Gesellen und neue Mitarbeiter die symbolische Grenze von 10 Euro. In der höchsten Entgeltgruppe liegt das Tarifentgelt dann bei rund 2.920 Euro.
Nach dem Willen der Tarifparteien soll der Tarifvertrag für jeden der rund 22.000 in bayerischen Salons angestellten Friseure gelten. Daher wird beim bayerischen Arbeitsministerium der Antrag auf Erklärung der Allgemeinverbindlichkeit gestellt.
Innungsmitglieder können im passwortgeschützten Bereich bereits auf den neuen Vertrag zugreifen. Zur Erinnerung: Das Passwort steht in der Januarausgabe der LIV direkt. Mit der nächsten Ausgabe der Verbandszeitschrift erhalten die Mitglieder den Tarifvertrag dann auch in gedruckter Form.

 

Neuburger Steckenreiter-Frisieren 2018

An Auszubildende und Gesellen richtet sich das Neuburger Steckenreiter-Frisieren am 4. März 2018. „Wer hier teilnimmt, der lernt für den Salonalltag, für den täglichen Wettbewerb“, bringt Manuela Wittek, Obermeisterin der Friseurinnung Neuburg-Schrobenhausen, den Nutzen der Wettbewerbsteilnahme auf den Punkt.

Ausgeschrieben sind vier Wettbewerbe, die für eine nationale und internationale Beteiligung offen sind. Eine gute Gelegenheit also für alle Auszubildenden und Jungfriseure, den Einstieg in das Wettbewerbsfrisieren zu wagen, um dann im Herbst bei der Bayerischen Meisterschaft an den Start zu gehen. Mit der modischen Föhnfrisur am Damenmodell und dem modernen oder klassischen Herrenhaarschnitt bewegen sich die Wettbewerbe nahe an den Anforderungen in Ausbildung und Gesellenprüfung. Ihrer Fantasie freien Lauf lassen können die Teilnehmer dann bei den Hochsteck- und Make-up-Wettbewerben unter dem Motto „Dark Night“. Die Ausschreibung gibt es online hier, die Anmeldung ist bis 1. März 2018 bei der Innung Neuburg möglich.

Mit dem Schülerwettbewerb „Ich style meine Freundin“ bietet die Innung auch jungen (Noch-)Nicht-Friseuren eine Bühne. An diesem Wettbewerb kann jeder zwischen 14 und 18 Jahren teilnehmen, der Spaß am Frisieren hat. Aufgabe ist es, einer Freundin eine extravagante, witzige, ausgefallene Frisur zu gestalten. Die Haare können hochgesteckt, geflochten, glatt oder lockig gestylt werden, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

LIV-Ehrenmitglied Johann Jung verstorben

Ehrenmitglied Johann Jung

Der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks (LIV) trauert um sein Ehrenmitglied Friseurmeister Johann Jung, der am 3. November 2017 im Alter von 83 Jahren verstorben ist.

Johann Jung gehörte von 1993 bis 2002 dem LIV-Vorstand als Sprecher für den Bezirk Schwaben an. Ab 1996 bis 2005 war er Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Soziales sowie der Tarifkommission. In diesen Funktionen prägte er die Tarifpolitik des Landesinnungsverbandes und war als besonnener, aber auch zäher Verhandlungspartner geschätzt und geachtet. Auch im Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks wirkte er im WiSo-Ausschuss mit. In der Friseurinnung Ostallgäu war er seit 1973 ehrenamtlich aktiv und übernahm 1979 das Amt des Obermeisters. In seiner Amtszeit rief er eine deutsch-französischen Partnerschaft mit der Friseurinnung Laval/Mayenne ins Leben und baute eine überbetriebliche Ausbildungsstätte an der Berufsschule in Kaufbeuren auf.

Sein ehrenamtliches Engagement beschränkte sich nicht nur auf die Berufsorganisation. Neben weiteren Ehrenämtern in Vereinen und Organisationen lag ihm vor allem die Kommunalpolitik am Herzen. 1984 wurde er in den Stadtrat von Marktoberdorf gewählt, übernahm 1987 den Vorsitz der Stadtratsfraktion der Freien Wähler und 1991 den Vorsitz der Freien Wähler Marktoberdorf e.V.

Für seinen Einsatz in Politik und Beruf wurde Johann Jung vielfach ausgezeichnet, 2004 mit dem Bundesverdienstkreuzes am Bande. Das Friseurhandwerk und der Landesinnungsverband Bayern haben Johann Jung viel zu verdanken. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Waltraud und Tochter Simone mit Familie.

Friseure verdienen gute Bezahlung

Tarifpolitik hat im bayerischen Friseurhandwerk eine lange Tradition, wie der Tarifvertrag aus dem Jahr 1956 zeigt

„Friseure machen ihre Kunden glücklich und haben eine gute Bezahlung verdient“, stellt LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb als Reaktion auf den Beitrag von stern TV vom 25. Oktober 2017 fest. Der bayerische Landesinnungsverband betreibt deswegen seit Jahrzehnten aktiv Tarifpolitik. Er gibt durch allgemeinverbindliche Tarifverträge absolute Lohnuntergrenzen vor und schafft mit dem darüberliegenden Lohngitter verbindliche Fixpunkte in der Entlohnung von Friseuren. Seit 2015 kämpft er um einen Tarifvertrag für die Auszubildenden, um die Vergütung für Azubis verbindlicher zu gestalten, als dies eine Verbandsempfehlung kann. Bisher war verdi zu Verhandlungen in Bayern jedoch nicht bereit.

Die Auszubildenden erhalten aufgrund einer Initiative der bayerischen Friseurarbeitgeber mehr Geld. Die Ausbildungsvergütungen für die Friseurazubis in Bayern wurden zum 1. August 2017 um rund 3 Prozent erhöht und liegen aktuell bei 465 Euro im ersten, 570 Euro im zweiten und 720 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Die Kosten für einen Auszubildenden im Friseurhandwerk summieren sich während der Ausbildung auf rund 40000 Euro.

„Wir begrüßen es, wenn in der Öffentlichkeit das Bewusstsein dafür gestärkt wird, dass qualifizierte Ausbildung und anspruchsvolle Arbeit gut bezahlt werden sollen“, so Doris Ortlieb weiter. „Schließlich sind es die Kunden, die durch ihren regelmäßigen Friseurbesuch und die Akzeptanz angemessener Preise höhere Gehälter ermöglichen“.

In den 14615 Friseurbetrieben in Bayern werden 3783 Lehrlinge ausgebildet. Insgesamt sind mit den Unternehmern 36444 Personen im bayerischen Friseurhandwerk tätig, sie machten 2015 einen Umsatz von 1,077 Mrd. Euro. Der Branchenumsatz ist in den vergangenen Jahren nominal leicht gestiegen, die Beschäftigtenzahl ist rückläufig.