Friseure verdienen gute Bezahlung

Tarifpolitik hat im bayerischen Friseurhandwerk eine lange Tradition, wie der Tarifvertrag aus dem Jahr 1956 zeigt

„Friseure machen ihre Kunden glücklich und haben eine gute Bezahlung verdient“, stellt LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb als Reaktion auf den Beitrag von stern TV vom 25. Oktober 2017 fest. Der bayerische Landesinnungsverband betreibt deswegen seit Jahrzehnten aktiv Tarifpolitik. Er gibt durch allgemeinverbindliche Tarifverträge absolute Lohnuntergrenzen vor und schafft mit dem darüberliegenden Lohngitter verbindliche Fixpunkte in der Entlohnung von Friseuren. Seit 2015 kämpft er um einen Tarifvertrag für die Auszubildenden, um die Vergütung für Azubis verbindlicher zu gestalten, als dies eine Verbandsempfehlung kann. Bisher war verdi zu Verhandlungen in Bayern jedoch nicht bereit.

Die Auszubildenden erhalten aufgrund einer Initiative der bayerischen Friseurarbeitgeber mehr Geld. Die Ausbildungsvergütungen für die Friseurazubis in Bayern wurden zum 1. August 2017 um rund 3 Prozent erhöht und liegen aktuell bei 465 Euro im ersten, 570 Euro im zweiten und 720 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Die Kosten für einen Auszubildenden im Friseurhandwerk summieren sich während der Ausbildung auf rund 40000 Euro.

„Wir begrüßen es, wenn in der Öffentlichkeit das Bewusstsein dafür gestärkt wird, dass qualifizierte Ausbildung und anspruchsvolle Arbeit gut bezahlt werden sollen“, so Doris Ortlieb weiter. „Schließlich sind es die Kunden, die durch ihren regelmäßigen Friseurbesuch und die Akzeptanz angemessener Preise höhere Gehälter ermöglichen“.

In den 14615 Friseurbetrieben in Bayern werden 3783 Lehrlinge ausgebildet. Insgesamt sind mit den Unternehmern 36444 Personen im bayerischen Friseurhandwerk tätig, sie machten 2015 einen Umsatz von 1,077 Mrd. Euro. Der Branchenumsatz ist in den vergangenen Jahren nominal leicht gestiegen, die Beschäftigtenzahl ist rückläufig.

 

Zum 1. Mai 2012 steigen Friseurgehälter in Bayern

Bayerische Tarifverträge

Die Tarifverträge im bayerischen Friseurhandwerk gelten für alle Salons in Bayern.

Über eine Lohnsteigerung von bis zu zwei Prozent dürfen sich die Beschäftigten im bayerischen Friseurhandwerk freuen. Zum 1. Mai 2012 sieht der Tarifvertrag vom 4. April 2011 für die Lohngruppen 1a bis 3 eine Steigerung von 1,5 Prozent vor, beim Ecklohn und den Lohngruppen IV bis VI sind es sogar zwei Prozent mehr. Der tarifliche Stundenlohn im zweiten Gesellenjahr beträgt damit 8,29 Euro. Da der Tarifvertrag allgemein verbindlich ist, gilt er für alle Friseursalons und deren Beschäftigte in Bayern.

Innungsmitglieder haben die Tarifverträge von ihrer Innung erhalten oder können sie dort anfordern. Nichtmitglieder können sie hier bestellen.

Aktuell gelten im bayerischen Friseurhandwerk folgende allgemein verbindliche Tarifverträge:

  • Entgelt-Tarifvertrag vom 4. April 2011
  • Manteltarifvertrag für Arbeitnehmer vom 4.10.2004 i.d.F. der Protokollnotiz vom 10.10.2007 und des Änderungs- TV Nr. 1 vom 25.2.2009
  • Manteltarifvertrag für die Auszubildenden vom 1.5. 1999 i.d.F. des Änderungs-TV Nr. 1 vom 4.10.2004 und der Protokollnotiz vom 10.10.2007 sowie der Gemeinsamen Erklärung zur Wiederinkraftsetzung vom 9.6.2009