Tariflohn oder gesetzlicher Mindestlohn?

Friseurmeister Josef Wieser, zugleich Vorstandsmitglied des Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks und Vorsitzender des Ausschusses Wirtschaft und Sozialen, stellte sich vor kurzem den Medien. In dieser SAT 1-Reportage vom 8. Mai 2010 nimmt er Stellung zur Debatte Tariflohn oder gesetzlicher Mindestlohn für bayerische Friseure.

Mitarbeiter im bayerischen Friseurhandwerk erhalten mehr Lohn

Amberg (12. November 2007) – Bis zu 4,7 Prozent mehr Gehalt beschert der jüngste Tarifabschluss des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di den Angestellten im bayerischen Friseurhandwerk. Damit liegt der tarifliche Mindestlohn für Gesellen ab dem zweiten Berufsjahr bei 7,66 Euro pro Stunde. Für Friseurmeister in verantwortlicher Stellung sieht der Tarifvertrag einen Stundenlohn ab 11,02 Euro vor. Der Tarifvertrag trat zum 1. November 2007 in Kraft und hat eine Laufzeit von 14 Monaten.

Erstmals enthält der Tarifvertrag eine Regelung zu leistungsbezogenen Entgelten. Dies eröffnet leistungsstarken Mitarbeitern bei entsprechenden Umsätzen Verdienstmöglichkeiten, die deutlich über ihrer Basislohngruppe liegen. Interessenten erhalten vom Landesinnungsverband ein Berechnungsmodell. Den Tarifabschluss wertet Landesinnungsmeister Andreas Popp als klare Absage an einen gesetzlichen Mindestlohn, der mit 7,50 Euro vorgeschlagen wurde. „Als Tarifpartner handeln wir verantwortungsvoll für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Eine Regelung der Löhne durch den Gesetzgeber lehnen wir ab“, stellte er anlässlich der Mitgliederversammlung des Verbandes am Montag in Amberg fest. Aufgabe des Staates sei es vielmehr durch Kontrollen sicherzustellen, dass die Tarifentgelte nicht unterschritten werden. Der Verband werde daher wieder gemeinsam mit der Gewerkschaft die Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages beantragen. Damit werden die erforderlichen Voraussetzungen für die Prüfbehörden geschaffen.