Sterne für Friseure, wer braucht die eigentlich?

Gegenfrage: Sterne für Hotels, wer braucht die? Jeder, der unterwegs übernachtet, weiß es – sie geben eine Orientierung für Gäste. Und die Hotelbesitzer begeben sich in eine Art Ranking-Wettbewerb mit anderen Betrieben, auf dem Feld sachlicher und für jeden nachvollziehbarer Kriterien.

Das ist auch die Idee der Friseurklassifizierung Deutschland. Der Verein, 2009 in Köln gegründet und ohne eigene wirtschaftliche Interessen, versteht sich als Partner der Friseure und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein objektives und für alle Marktteilnehmer transparentes Klassifizierungsverfahren einzuführen. Am Ende eines Verfahrens steht die Verleihung von einem bis zu fünf Sternen.

Und Sterne bringen eindeutige Vorteile – alle bisher klassifizierten Friseurbetriebe haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Hans-Knut Thoma aus Bad Kissingen bringt es auf den Punkt: „Sterne gehen immer“, womit er die Akzeptanz bei Kunden meint, denen diese einfache Art einer Bewertung aus anderen Lebens­bereichen vertraut ist. Kundennähe und Imageverbesserung sind die Punkte, die in diesem Zusammenhang zuvörderst zu nennen sind. Und Sterne grenzen natürlich auch ab von den „schwarzen Schafen“ der Branche, was dieser wiederum eine Imageverbesserung beschert. Ein weiteres  „Nebenprodukt“ ist die erhöhte Nachfrage von Kundenseite – nachdem der klassifizierte Betrieb die Verleihung der Sterne in seinem Umfeld kommuniziert hat, setzt die Nachfrage von potenziellen Neukunden ein.

Das Verfahren selbst ist unkompliziert: Interessenten laden sich den Erhebungsbogen aus dem Internet herunter (www.friseurklassifizierung-deutschland.de) oder lassen ihn sich per Post zukommen, füllen ihn aus (Hilfestellung gibt die Telefonhotline: 0180 5015088) und schicken ihn per Post an die Friseurklassifizierung. Dann erfolgt nach Absprache ein Prüfbesuch und anschließend werden die Sterne verliehen und Schilder, Aufsteller für die Rezeption, Zertifikat und eine Marketingbroschüre mit CD-ROM zugesandt.

„Ich mache nur mit, wenn ich 5 Sterne bekomme“, hört man bei der Friseurklassifizierung immer wieder mal. „Ein Stern ist besser als keiner“, sagt man dort. Im übrigen haben knapp 60 % der klassifizierten Hotels drei und nur 1,6 % fünf Sterne. Hätten Sie das gedacht?

Hairworld 2010 – der LIV war mit dabei

Vor kurzem fand die Weltmeisterschaft der Friseure in Paris statt. Die Ergebnisse hat der Zentralverband veröffentlicht. Der Landesinnungsverband war vor Ort, um mit Kooperationspartnern zu sprechen, die Messe und die Shows zu besuchen und natürlich das deutsche WM-Team anzufeuern.

Holger Stein vom ZV und Doris Ortlieb vom LIV.

Holger Stein vom ZV und Doris Ortlieb vom LIV.

Und es hat sich gelohnt: Die deutschen WM-Akteure haben ihre internationale Spitzenposition auf der Hairworld 2010 eindrucksvoll bestätigt. Das Team Jan Herbel, David Honecker, Alexander Kirchner und Ann-Christin Klein setzten sich gegen eine starke internationale Konkurrenz durch und holten sich den Weltmeistertitel im Fach Junioren Herren Kategorie Mode.

LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb, LIV-Ehrenmitglied Werner Irnstetter und ZV-Hauptgeschäftsführer Rainer Röhr.r

LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb, LIV-Ehrenmitglied Werner Irnstetter und ZV-Hauptgeschäftsführer Rainer Röhr.r

Neben dem Mannschafts-WM-Titel gewannen deutsche Friseure auch drei Goldmedaillen in den Einzelwertungen: Carmen Frey (Fashion on Long Hair / Senioren Herren Kategorie Mode), Daniela Haschka (Classic Cut / Junioren Herren Kategorie Technik) und Ann-Christin Klein (Fashion on Long Hair / Junioren Herren Kategorie Mode).

Joachim Castor (Wella), Doris Ortlieb (LIV) und Rainer Röhr (ZV):

Joachim Castor (Wella), Doris Ortlieb (LIV) und Rainer Röhr (ZV):

Der LIV war in Paris nicht allein. Viele bayerische Friseure brachen an die Seine auf, um in Paris live vor Ort zu sein. Unter anderem waren die Friseurinnung Amberg mit Susanne Schaller an der Spitze und LIV-Ehrenmitglied Werner Irnstetter mit der Frisurinnung Cham in Paris auf dem Messegelände mit dabei.

Zufriedene Gesichter bei der Wella Show: Doris Ortlieb, Matthias Scharf, Hans-Knut Thoma und Jacqueline Matthes sowie Mario Leipold.

Zufriedene Gesichter bei der Wella Show: Doris Ortlieb, Matthias Scharf, Hans-Knut Thoma und Jacqueline Matthes sowie Mario Leipold.

Eindrucksvoll war der International Trend Vision Award mit dem Young Talent Award und dem Color Award von Wella. In einer großen Show stellte das P&G-Unternehmen die neuen Trends Passionista von Toni & Guy, Lumina von Hair on Broadway, Glamazon von Dmitry Vinokurov und Polaris von Sassoon International vor. Wir haben ein paar Eindrücke von der Show auf Video festgehalten. 

Freundlicher Messekontakt Rainer Röhr, Wolfgang Stadler (Tondeo) und Doris Ortlieb.

Freundlicher Messekontakt Rainer Röhr, Wolfgang Stadler (Tondeo) und Doris Ortlieb.

HAARE 2010: Durch Wettbewerbe macht der Mitarbeiter einen Sprung nach vorne

Für Intercoiffure Thoma aus Bad Kissingen ist es eine Selbstverständlichkeit, dass das Team von Friseurmeister Hans-Knut Thoma wieder auf der HAARE 2010 vertreten sein wird. In einem Videointerview mit dem LIV Friseure Bayern sagte der Unternehmer aus Bad Kissingen: „Nürnberg hat in meiner Karriere immer eine riesige Bedeutung gespielt.“ Thoma selbst war unter anderem Bayerischer und Deutscher Meister und gewann zahlreiche internationale Preise. „Dadurch besteht eine große emotionale Verbindung zu Nürnberg und zur bayerischen Meisterschaft der Friseure.“

Mit der HAARE 2010 feiert der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks am 10. und 11. Oktober 20 Jahre bayerische Friseurmeisterschaften in Nürnberg. „Die Teilnahme an Wettbewerben ist bei mir in der Salonphilosophie als Pflicht festgeschrieben“, sagte Thoma. Ein Lehrling im ersten Lehrjahr muss einen Wettbewerb bestreiten. „Im zweiten Lehrjahr kann er und im dritten Lehrjahr darf er an einem Wettbewerb teilnehmen“, so Thoma im LIV-Gespräch. Der Mitarbeiter werde durch Wettbewerbe schnell, lerne sich zu präsentieren und er werde im kreativen und handwerklichen Bereich gefördert. „Jeder Mitarbeiter macht durch die Teilnahme an Wettbewerben einen gewaltigen Sprung nach vorne.“