Friseure werten Seehofers Äußerung als „Signal der Hoffnung“

„Wir begrüßen die Aussage von Bundesinnenminister Horst Seehofer, die Friseursalons wieder zu öffnen“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Das ist ein Signal der Hoffnung und zeigt, dass unsere Argumente stichhaltig und überzeugend sind.“ 

Bayerns Friseure sehen die Äußerungen des Bundesinnenministers Horst Seehofer als Signal der Hoffnung.

Friseure sollen nach dem Willen von Bundesinnenminister Horst Seehofer bald wieder ihrer Arbeit nachgehen dürfen. „Ich bin in der aktuellen Situation ganz klar für eine Verlängerung der Corona-Schutzmaßnahmen“, sagte der CSU-Politiker nach Pressemeldungen dem „Spiegel“. „Wir sollten aber diejenigen Maßnahmen zurücknehmen, die ganz offensichtlich keine Schutzwirkung entfalten“, fügte er hinzu. Bei den Friseuren habe sich „regelrecht ein Schwarzmarkt“ entwickelt. Immer mehr Menschen würden sich auf anderen Wegen und dann eben auch ohne Hygienekonzepte die Haare schneiden lassen. Das sei viel gefährlicher, als Friseurläden mit einem strengen Hygienekonzept die Öffnung zu gestatten.

Damit folgt Bundesinnenminister Seehofer der Argumentation der bayerischen Friseure. In einem Brief an die Bundestagsabgeordneten aus Bayern hatte der LIV auf eine schnelle Wiedereröffnung gedrängt. Die Friseure waren die erste Branche innerhalb der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die einen ausgeklügelten Arbeitsschutzstandard für Pandemie-Bedingungen vorweisen konnte. Dass mit diesem Konzept sicher gearbeitet werden kann, zeigen unter anderem die Zahlen der Berufsgenossenschaft. Es steht fest: Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle.

Kontrollen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege haben ergeben, dass die Vorgaben des Arbeitsschutzstandards in den Betrieben zu über 90 Prozent eingehalten wurden.
Der Arbeitsschutzstandard beinhaltet u.a. Regelungen zu:
Kontrollierter Zugang zum Friseursalon durch persönliche Terminvergabe
Vermeiden von Wartezeiten und Personenansammlungen
Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Kunden und Mitarbeitern (mit Ausnahme des Erbringens der Dienstleistung), auch auf Verkehrswegen im Salon
Maskenpflicht
Ausreichender Luftaustausch in allen Arbeits-, Pausen- und Sanitärräumen
Reinigung und Desinfektion der Arbeitsgeräte und Arbeitsplätze

Der Lockdown führt massiv zu Schwarzarbeit. Friseurdienstleistungen haben eine große Bedeutung in der alltagsbezogenen Grundversorgung der Bevölkerung. Aktuell ist ein massiver Anstieg “unmoralischer” Angebote von Verbrauchern zu beobachten, die bei Friseuren wegen privater Termine für Haarschnitte nachfragen. Seriöse Friseure lehnen dies selbstverständlich ab. Dennoch beflügelt die aktuelle Schließung der Friseurbetriebe die Schwarzarbeit. Eine fatale Entwicklung in Zeiten einer Pandemie, die dem erklärten Ziel, die Infektionszahlen zu drücken, komplett zuwiderläuft. Der Bereich der Schwarzarbeit entzieht sich de facto jeder Kontrolle und Nachverfolgung von Infektionsketten; Hygienekonzepte und Arbeitsschutzmaßnahmen, die auch einen Kunden- und Infektionsschutz bewirken, spielen dort keine Rolle. 

„Für uns steht fest: Der Friseursalon ist sicher“, so Landesinnungsmeister Kaiser. Am Mittwoch tagt wieder die Runde der Ministerpräsidenten, um das weitere Vorgehen gegen Corona zu besprechen. 

Umweltpakt Bayern – Friseure sind mit dabei

Die bayerischen Friseure unterstützen grundsätzlich das Fortschreiben des Umweltpakts Bayern. „332 Friseurbetriebe aus Bayern nehmen bisher am Umweltpakt teil“, so der Umweltbotschafter des LIV, Vorstandsmitglied Rudolf Reisbeck. Insgesamt beteiligen sich in Bayern laut Staatskanzlei 5500 Unternehmen aller Branchen.

Seit 1995 vereinbaren Bayerische Staatsregierung und Bayerische Wirtschaft mit einer Laufzeit von jeweils fünf Jahren einen Umweltpakt Bayern. Der gemeinsam mit den Partnern der Wirtschaft erarbeitete neue Umweltpakt trägt den Titel „Nachhaltiges Wachstum mit Umwelt- und Klimaschutz“.

Auch die bayerischen Friseure sind beim neuen Umweltpakt wieder mit dabei. Ziel ist es, mit einer auf das Friseurhandwerk abgestimmten Kriterienliste möglichst viele Salons zu motivieren, freiwillige Umweltschutzleistungen zu erbringen. Außerdem sagt der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks zu, dass innerhalb der Laufzeit des Umweltpakts Bayern 100 Betriebe des Friseurhandwerks an dem Energiekennzahlenprojekt der Handwerkskammern teilnehmen werden.

Zudem unterstützt der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks die Umsetzung eines interaktiven Branchen-Leitfadens durch inhaltliche Abstimmung sowie durch die Anwendung in Beispielbetrieben. Für eine möglichst breite Zielgruppenansprache wird der Landesinnungsverband die wesentlichen Inhalte außerdem in gedruckter Form herausgeben.

 

IHM 2010: Bayerns Friseure übergeben Studie zur reduzierten Mehrwertsteuer an Bundes- und Landespolitiker

München (3. März 2010) – Um ihre Forderung nach einem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent zu bekräftigen, machen die bayerischen Friseure gewaltig Druck. Während der Eröffnung der Internationalen Handwerksmesse IHM in München übergab der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks eine neue Studie an führende Bundes- und Landespolitiker. Interessierte Empfänger waren Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle, Ministerpräsident Horst Seehofer, SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Cem Özdemir und der CSU-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag Georg Schmid.

Die Studie der Uni Göttingen sieht in einem reduzierten Mehrwertsteuersatz eine wirksame Maßnahme, um einer drohenden weiteren Verlagerung der Nachfrage in diesem sehr arbeitsintensiven und damit stark schwarzarbeitsgefährdeten Tätigkeitsbereich in die Schattenwirtschaft entgegenzuwirken.

Auf dem Podium der IHM erneuerte Ministerpräsident Horst Seehofer sein Versprechen: „Was wir sagen, machen wir auch. Wir haben in der Koalition vereinbart, dass die gesamte Mehrwertsteuer in ihrer Struktur überprüft wird.“ Seehofer weiter: „Es bleibt bei der Zusage meiner Partei und der bayerischen Staatsregierung, dass wir die arbeitsintensiven Dienstleistungsbereiche geringer besteuern wollen als andere Bereiche.“

„Das Friseurhandwerk ist eine ausbildungs- und beschäftigungsstarke Branche mit hohem Frauenanteil und vorbildlicher Integrationskraft. Andererseits kämpft sie mit einem hohen Anteil an umsatzsteuerbefreiten Kleinstbetrieben und Schwarzarbeit“, so Landesinnungsmeister Andreas Popp. „Wir wollen die Stärken des Friseurhandwerks ausbauen und die Probleme anpacken. Daher fordern wir von der Bundesregierung, den reduzierten Mehrwertsteuersatz für Friseurdienstleistungen schnellstmöglich einzuführen.“

Die Studie „Ermäßigter Mehrwertsteuersatz auf arbeitsintensive Dienstleistungen – Auswirkungen auf das Handwerk“, wurde vom Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen herausgegeben.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle erhält die Studie über einen reduzierten Mehrsteuersatz für Friseure von Doris Ortlieb, Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerk