Friseurverband dankt allen Ehrenamtsträgern

Obermeister und Innungsvorstände bilden sich im LIV-Seminar für Ehrenamtsträger weiter.

Obermeister und Innungsvorstände bilden sich im LIV-Seminar für Ehrenamtsträger weiter.

 

Worte des Dankes und der Anerkennung für alle Ehrenamtsträger im bayerischen Friseurverband und seinen Mitgliedsinnungen findet Landesinnungsmeister Christian Kaiser anlässlich des Internationalen Tages des Ehrenamtes. „Ich bin stolz auf das enorme ehrenamtliche Engagement der bayerischen Friseure im Verband und seinen Innungen. Herzlichen Dank an alle, die sich für ein Ehrenamt zur Verfügung stellen und es kompetent und mit viel Herzblut ausüben“, lobt Kaiser seine Friseurkollegen.

Über 500 Berufsangehörige sind ehrenamtlich als Obermeister, Vorstandsmitglieder, Fachbeiräte und in verschiedenen Ausschüssen der bayerischen Friseurinnungen und des Landesinnungsverbandes tätig. Welchen hohen persönlichen Einsatz ein Ehrenamt bedeutet, weiß Christian Kaiser aus eigener Erfahrung. „Unsere Ehrenamtsträger sind in erster Linie Friseure und verdienen ihr Geld mit dem Friseurhandwerk. Die ehrenamtliche Tätigkeit wird daher überwiegend in der Freizeit ausgeübt. Und wo Termine während der Arbeitszeit stattfinden, bedeuten sie neben dem zeitlichen auch einen finanziellen Einsatz durch Umsatzeinbußen“, führt Kaiser aus. Von der Bundesregierung fordert Kaiser nicht nur leere Worte, sondern ein klares Bekenntnis zum Ehrenamt: „Pauschale Entschädigungen für Ehrenamtsträger müssen ausnahmslos umsatzsteuerfrei gestellt werden. Es ist unverständlich, dass dies bisher nicht in privatrechtlichen Verbänden gilt.“
Die bayerischen Ehrenamtsträger im Friseurhandwerk sind tief in der Praxis ihres Berufes verwurzelt. Für den Einzelnen bedeutet dies eine Mehrfachbelastung, für Innungen und Verband ist es ein unschätzbarer Wert. „Entscheidungen in der Friseurorganisation fallen nicht am grünen Tisch. Bei uns entscheiden Personen, die vom Friseurhandwerk leben und von den Entscheidungen unmittelbar betroffen sind“, betont Kaiser. So wird ein Höchstmaß an Praxisnähe in der täglichen Arbeit der Innungen und die stringente Ausrichtung der Verbandspolitik auf die Bedürfnisse der Branche garantiert.

Ein Blick hinter die Kulissen der Frisurenmode in Nürnberg

Foto: Trescher

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Hunderte Menschen stehen in dem Foyer der kleinen Meistersingerhalle in Nürnberg. Dunkler Steinboden und kolossale Deckenlampen schmücken die Halle in einem Stil aus den 1960ern. Es ist eine haarige Angelegenheit. Das Publikum versteckt sich unter roten und weißen Haaren, langen und kurzen Frisuren, pinken Strähnchen oder Kunstblumen auf dem Kopf. Ein Trend lässt sich nicht erkennen. Dafür stecken sie die Köpfe zusammen, machen große Augen und richten den Blick ins Zentrum der Halle.

Foto: Trescher

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„Schau mal, der angeklebte Pony dort oben“, nuschelt eine Dame mittleren Alters ihrer Kollegin zu und deutet auf die Produkte von Pony Pek. Dort, auf einem Podest, werden die Trends vorgegeben – Frisuren und Kosmetikfarben, die in den nächsten Monaten Herzen von Kunden höher schlagen und Kassen der Friseure klingeln lassen sollen. Während die neugierigen Friseure, Obermeister und Fachbeauftragte der bayerischen Innungsverbände durch farbenreiche Präsentationen und kleine Messestände des Landesinnungsverband des Friseurhandwerks und einer lauten Mikrofonstimme informiert und unterhalten werden, knistert es zwei Hallen weiter ordentlich. Denn dort laufen die Vorbereitungen auf den Höhepunkt der Frisurenshow auf Hochtouren – es wird einen Catwalk mit ausgewählten Models und den neusten Frisuren geben. „Halb elf geht’s los“, ruft der Creativdirector Dieter Schöllhorn in die Massen. Verschiedene Stimmen sprechen daraufhin laut durcheinander. Die blonden Weltmeister Sonja Fischer und Matthias Scharf, Kosmetiker mit statischer Hornbrille und Trendscouts mit wehendem Schal laufen quer durch die beiden Umkleiden.  An der Seite hängt aufgereiht die neuste Escada-Kollektion. Sandige, aber auch grelle Einheitsfarben scheinen in der kommenden Saison den Ton anzugeben. Schräg gegenüber sitzt ein Wesen mit einer weißen Astronautenhaube aus Plastik und Luft auf dem Kopf – das Model unter der Trockenhaube ist nur zu erahnen. Andere sind schon fertig geschminkt, gefärbt, getrocknet, geglättet und frisiert. Ein anderes Model rubbelt sich noch das Lippenstiftrot von den weißen Zähnen. Sie trägt einen Bob.

Foto: Trescher

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Die Frisur aus den 80ern des vorigen Jahrhunderts scheint wieder im Trend zu sein. Nur irgendwie anders. „Mädels, trinkt was. Wasser, Wasser, Wasser“, schreit eine Frau in Schwarz. Ausgetrunkene Coca Cola-Flaschen stehen einsam auf den Frisiertischen herum. Die Macher brauchen wohl eher was zum Wachhalten. „Wo ist mein Pils? Sabrina, ich brauch dich für das Pressefoto. Schmink dich!“, ruft ein anderer mit einer weichen, aber aufgeregten Stimme. Auch in Schwarz. Alle wichtigen Leute tragen hier Schwarz. Eine zeitlose Farbe, die den Trend der Zeit bestimmt. Und rund 500 Gäste, die an dem Tag 37.105 bayerische Friseure vertreten. Und den Trend über die Nürnberger Grenzen hinaustragen.

Foto: Trescher

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Friederike Ebeling – Die Autorin schrieb diesen Text im Rahmen eines Seminars des Journalistischen Förderprogramms der Hanns-Seidel-Stiftung

Teilnehmerrekord bei Friseurwallfahrt

Teilnehmerrekord bei Friseurwallfahrt nach Kloster Andechs.

München (30. Juni 2009) – Mit über 200 Teilnehmern aus ganz Bayern war die jüngste Wallfahrt der bayerischen Friseure nach Andechs ein voller Erfolg. „Das war die höchste Teilnehmerzahl, die wir seit Bestehen der Friseurwallfahrt vor sechs Jahren hatten,“ sagte Landesinnungsmeister Andreas Popp. „Die bayerischen Friseure leben ihre Traditionen.“

Solidarität untereinander, fairer Umgang mit Mitarbeitern und Entlastung der Selbständigen durch die Politik waren die zentralen Fürbitten auf dem Heiligen Berg in Andechs. Seit 2003 lädt der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks ein Mal im Jahr zu einer Wallfahrt. „Für mich ist es eine eindrucksvolle Demonstration von Glaube und Zusammenhalt in wirtschaftlich schwieriger Zeit, in der die Friseure unter Abgabenlast und hohem Wettbewerbsdruck leiden.“ betonte Landesinnungsmeister Andreas Popp. „Dies ist auch ein Beweis dafür, wie wichtig Innungen und Verband für die Gemeinschaft der Friseurunternehmer sind,“ so Popp weiter.