Bayerische Friseure fordern endlich Bürokratieabbau

Es reicht mit der Bürokratie im Friseurhandwerk. Die überbordende Bürokratie erstickt die unternehmerische Tätigkeit. Der Leiter der bayerischen Staatskanzlei, Dr. Florian Herrmann (CSU), musste sich in einer Versammlung in der Handwerkskammer München deutliche Worte vom Friseurhandwerk gefallen lassen. 

Doris Ortlieb, Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes, verlas einen gekürzten Brief einer Friseurmeisterin, die auflistete, wie sie durch die Bürokratisierung in ihrer Unternehmertätigkeit gehemmt wird. „Herr Staatsminister, es reicht – wir wollen endlich Taten sehen“, so Doris Ortlieb. 

Beispiele der bürokratischen Belastungen sind Gefährdungsbeurteilung, Aufzeichnungspflichten bei Minijobbern, Mitwirkung bei der amtlichen Statistik, Arbeitsbescheinigungen für arbeitslose Ex-Mitarbeiter, Aufbewahrung elektronischer Rechnungen, Überprüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel, Bescheinigungen für die Kindergeldkasse, Urlaubskürzung für die Elternzeit, Datensicherung und 10jährige Aufbewahrungspflicht, Feuerlöscherprüfung, Ersthelferschulung, Kassenführung und Datenschutzgrundverordnung. Und dies sind nur ein paar Beispiele.

Staatsminister Dr. Florian Herrmann im Gespräch mit Vertretern des bayerischen Handwerks.

„Die bayerischen Friseure verlieren den Überblick bei der Vielzahl von bürokratischen Anforderungen“, so Ortlieb weiter. „Es ist oftmals unklar, wie man es richtig macht.“ Gerade bei der Kassennachschau wird den Friseuren durch die Betriebsprüfer vermittelt, dass sie gar keine Chance haben, es richtig zu machen. Das Motto der Betriebsprüfer lautet leider oftmals: „Irgendwas finden wir schon.“ 

Die bayerischen Friseurunternehmer haben das Gefühl „unter Generalverdacht zu stehen und für jeden noch so kleinen Fehler, auch der Mitarbeiter, verantwortlich zu sein.“ 

Die Geschäftsführerin des bayerischen Friseurhandwerks mahnt: „Den Unternehmern wird die Selbstständigkeit und vor allem das Beschäftigen von Mitarbeitern verleidet. Dies wird gravierende Auswirkungen in der Zukunft haben.“

Hier ist der Brief der Friseurmeisterin als PDF-Download.

Seminar zur Kassenführung im Friseurhandwerk

Betriebsprüfer und Diplom-Finanzwirt (FH) Gerd Achilles zeigt beim Intensivseminar „Kassenführung im Friseurhandwerk“ am 21. Juli 2019 in Nürnberg auf, wie die Kasse im Friseursalon zu führen ist, um für die nächste Betriebsprüfung oder Kassennachschau gewappnet zu sein.

Ordnungsgemäß geführte Kassenaufzeichnungen sind zu einer zentralen Herausforderung im Friseurhandwerk geworden. Derzeit tragen Gesetzesänderungen und aktuelle Anweisungen des Bundesfinanzministeriums zur Verunsicherung der Branche bei. Die wachsenden Anforderungen an die formelle Ordungsgemäßigkeit erscheinen vielen Unternehmen kaum noch erfüllbar. Mit Gerd Achilles konnte der Landesinnungsverband für das Seminar einen ausgewiesenen Experten zum Thema Kassenführung gewinnen. Informationen zu Ablauf und Inhalt sowie die Anmeldeunterlagen gibt es hier.

Das Angebot richtet sich nur an Innungsmitglieder. Die Teilnahme erfordert unbedingt die vorherige Anmeldung beim Landesinnungsverband, vor Ort erfolgt kein Kartenverkauf.