Ostern 2021: Salons dürfen öffnen

„Bayerische Friseure haben aufgrund des Hin und Her zur Osterruhe flexibel reagiert und Termine ihrer Kunden vielfach bereits verlegt. Das zeigt, wie gut und schnell unsere Branche auf Veränderungen reagiert. Dennoch sind wir verwundert über die Entwicklungen“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Friseursalons sind keine Treiber der Pandemie. Wir wünschten uns in der Krise aber mehr Planungssicherheit durch politische Entscheidungen im Bund.“

Jetzt gilt: An Gründonnerstag, 1. April und Karsamstag, 3. April dürfen bayerische Friseursalons geöffnet bleiben. Mit einer persönlichen Ansprache hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten getroffenen Beschlüsse von Anfang der Woche zur Osterruhe heute kurzfristig zurückgenommen. Friseurbetriebe dürfen damit nun doch über die Ostertage öffnen.

Bundeskanzlerin Merkel hat sich persönlich entschuldigt. Scheinbar war die rechtliche Umsetzung dieser beiden Schließtage zu problematisch.

Wenn ein Betrieb entscheidet über Ostern zu schließen und so seinen Beitrag zum Herunterfahren des öffentlichen Lebens über Ostern zu leisten, dann sei das begrüßenswert, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser.

Noch steht die bayerische Landesverordnung aus. Diese gilt es genau zu prüfen. Sollte hier eine Abweichung auftreten, wird der LIV Friseure Bayern informieren.

Lockdown über Ostern 2021 – Regelung in Bayern

Das Bayerische Kabinett hat sich heute (23. März) mit den jüngsten Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz befasst und die erforderlichen Regelungen für Bayern getroffen. Die 12. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV) wird bis 18. April verlängert und in einigen Punkten angepasst. Für die Friseursalons in Bayern bedeutet dies, dass sie grundsätzlich weiterhin geöffnet bleiben dürfen. Eine Ausnahme bilden Gründonnerstag, 1. April und Karsamstag, 3. April. Aufgrund des konsequenten Lockdowns über Ostern müssen die Friseursalons an diesen beiden Tagen geschlossen bleiben. Zur arbeitsrechtlichen Behandlung dieser Schließtage wird noch eine Klarstellung durch den Bund erwartet.

Friseure werten Seehofers Äußerung als „Signal der Hoffnung“

„Wir begrüßen die Aussage von Bundesinnenminister Horst Seehofer, die Friseursalons wieder zu öffnen“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Das ist ein Signal der Hoffnung und zeigt, dass unsere Argumente stichhaltig und überzeugend sind.“ 

Bayerns Friseure sehen die Äußerungen des Bundesinnenministers Horst Seehofer als Signal der Hoffnung.

Friseure sollen nach dem Willen von Bundesinnenminister Horst Seehofer bald wieder ihrer Arbeit nachgehen dürfen. „Ich bin in der aktuellen Situation ganz klar für eine Verlängerung der Corona-Schutzmaßnahmen“, sagte der CSU-Politiker nach Pressemeldungen dem „Spiegel“. „Wir sollten aber diejenigen Maßnahmen zurücknehmen, die ganz offensichtlich keine Schutzwirkung entfalten“, fügte er hinzu. Bei den Friseuren habe sich „regelrecht ein Schwarzmarkt“ entwickelt. Immer mehr Menschen würden sich auf anderen Wegen und dann eben auch ohne Hygienekonzepte die Haare schneiden lassen. Das sei viel gefährlicher, als Friseurläden mit einem strengen Hygienekonzept die Öffnung zu gestatten.

Damit folgt Bundesinnenminister Seehofer der Argumentation der bayerischen Friseure. In einem Brief an die Bundestagsabgeordneten aus Bayern hatte der LIV auf eine schnelle Wiedereröffnung gedrängt. Die Friseure waren die erste Branche innerhalb der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die einen ausgeklügelten Arbeitsschutzstandard für Pandemie-Bedingungen vorweisen konnte. Dass mit diesem Konzept sicher gearbeitet werden kann, zeigen unter anderem die Zahlen der Berufsgenossenschaft. Es steht fest: Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle.

Kontrollen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege haben ergeben, dass die Vorgaben des Arbeitsschutzstandards in den Betrieben zu über 90 Prozent eingehalten wurden.
Der Arbeitsschutzstandard beinhaltet u.a. Regelungen zu:
Kontrollierter Zugang zum Friseursalon durch persönliche Terminvergabe
Vermeiden von Wartezeiten und Personenansammlungen
Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Kunden und Mitarbeitern (mit Ausnahme des Erbringens der Dienstleistung), auch auf Verkehrswegen im Salon
Maskenpflicht
Ausreichender Luftaustausch in allen Arbeits-, Pausen- und Sanitärräumen
Reinigung und Desinfektion der Arbeitsgeräte und Arbeitsplätze

Der Lockdown führt massiv zu Schwarzarbeit. Friseurdienstleistungen haben eine große Bedeutung in der alltagsbezogenen Grundversorgung der Bevölkerung. Aktuell ist ein massiver Anstieg “unmoralischer” Angebote von Verbrauchern zu beobachten, die bei Friseuren wegen privater Termine für Haarschnitte nachfragen. Seriöse Friseure lehnen dies selbstverständlich ab. Dennoch beflügelt die aktuelle Schließung der Friseurbetriebe die Schwarzarbeit. Eine fatale Entwicklung in Zeiten einer Pandemie, die dem erklärten Ziel, die Infektionszahlen zu drücken, komplett zuwiderläuft. Der Bereich der Schwarzarbeit entzieht sich de facto jeder Kontrolle und Nachverfolgung von Infektionsketten; Hygienekonzepte und Arbeitsschutzmaßnahmen, die auch einen Kunden- und Infektionsschutz bewirken, spielen dort keine Rolle. 

„Für uns steht fest: Der Friseursalon ist sicher“, so Landesinnungsmeister Kaiser. Am Mittwoch tagt wieder die Runde der Ministerpräsidenten, um das weitere Vorgehen gegen Corona zu besprechen. 

„Wir wollen sichtbar bleiben!“

Der Ruf der Friseure nach München und Berlin wird immer lauter. Der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks fordert seit Wochen, die Salons wieder öffnen zu dürfen und führt auch zahlreiche Gespräche mit Bundes- und Landespolitikern. Der Lockdown seit dem 16. Dezember sei unnötig aber existenzgefährdend. Nun die unübersehbare Botschaft: „Wir lassen das Licht an!“. Am Freitag und Samstag hatten die Friseure demonstrativ die Lichter in ihren geschlossenen Geschäften eingeschaltet. Als Mahnung und Zeichen: „Wir wollen sichtbar bleiben und geben nicht auf“. Die Aktion soll nun wöchentlich wiederholt werden. Hier ein Bericht vom Lokalfernsehen aus der Oberpfalz:

Kunden vermissen ihren Friseur

Bad Hair Days: waschen, schneiden, Regeln brechen? Seit Mitte Dezember ist jeder Tag mehr im Lockdown ein weiterer „Bad Hair Day“. Kein Wunder, dass viele Friseure unmoralische Angebote erhalten, ob sie – verbotenerweise – zum Haare schneiden kommen könnten. Manche scheinen das Angebot anzunehmen, denn die Salons sind geschlossen, und für Ladenbesitzer gibt es derzeit noch keine Finanzhilfen. Normalbürger ärgern sich, wenn Fußballer und Promis trotz Lockdown perfekt gestylte Haare haben. Sich an die Regeln zu halten, fällt zunehmend schwer.

Solche Aufrufe zur Schwarzarbeit werden an den Friseur herangetragen.

In diesem Fernsehbericht des Bayerischen Fernsehen vom 28. Januar 2021 wird klar: Die Kunden vermissen ihren Friseur. Oftmals bekommen sie unmoralische Angebote.

Landesinnungsmeister Christian Kaiser wurde zur Schwarzarbeit interviewt und die Stv. Creativdirektorin des LIV Friseure Bayern Sonja Fischer macht den Frisurencheck bei Fußballern und Politikern.

Friseur-Protest geht weiter: “Lasst euer Licht an” geht am Freitag in die nächste Runde

Der Protest der bayerischen Friseure geht diesen Freitag weiter. Nach dem großen Erfolg und der enormen Resonanz bleiben die Lichter auch diesen Freitag ab 8 Uhr bis Samstag 8 Uhr in den Friseursalons an. Mit der symbolträchtigen Aktion “Lasst euer Licht an” wiesen Bayerns Friseure vergangene Woche auf ihre prekäre Situation hin.

Auch diesen Freitag 8 Uhr bis Samstag 8 Uhr lassen bayerische Friseure das Licht im Salon brennen als stiller Protest. Alle bitte mitmachen und Flagge zeigen,

“Wir brennen für unsere Kunden”, so bringt die Lindauer Friseurmeisterin Petra Zander, Vorstandsmitglied im Landesinnungsverband und Initiatorin der Aktion, das Anliegen in dieser Woche auf den Punkt. “Vielen Dank für das solidarische Verhalten innerhalb der Branche und ein besonders großes Dankeschön für die Unterstützung unserer Kundinnen und Kunden.” Zahlreiche Unterstützungsangebote trafen bei den Betrieben, Innungen und dem Landesinnungsverband als Vertreter der selbstständigen Friseure ein. “Vielen Dank für die enorme Wertschätzung in Mails, in sozialen Netzwerken und in Anrufen. Eine Aussage einer Kundin war: Bei mir wachsen nur die Haare, bei euch wachsen die Sorgen.”

“Wir stoßen auf große Solidarität bei unseren Kundinnen und Kunden, die ihren Friseurbesuch vermissen und die für ihr Wohlbefinden und Körperhygiene auf uns Friseure angewiesen sind”, so Petra Zander weiter. “Wir bayerischen Friseure brennen darauf, Sie wieder verwöhnen zu dürfen. ” 

Den bayerischen Friseuren ist klar: Was wären Friseure ohne ihre Kundinnen und Kunden! Sie zahlen den Lohn. In Bayern haben Friseure rund 125 000 Kundenkontakte pro Tag. “Seit 29 Arbeitstagen im Lockdown fehlen Sie uns 3 625 000 mal. Daher brauchen wir eine Perspektive für unsere Salons und ihre Kunden”, fasst es Friseurmeisterin Petra Zander zusammen.

Von Freitag 8 Uhr bis Samstag 8 Uhr wird daher die symbolische Protestaktion “Lasst euer Licht an” fortgesetzt. Jeder Salon in Bayern ist aufgerufen, sich bei dieser stillen Demonstration zu beteiligen und zu zeigen: Wir brennen für unsere Kunden! Im Moment arbeiten die Friseure in Bayern auf eine Öffnung ihrer Salons am 15. Februar hin.

Das Friseurhandwerk war die erste Branche innerhalb der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die einen ausgeklügelten Arbeitsschutzstandard für Pandemie-Bedingungen vorweisen konnte. Dass mit diesem Konzept sicher gearbeitet werden kann, zeigen unter anderem die Zahlen der Berufsgenossenschaft. Dort waren bis Ende Dezember im Friseurhandwerk sechs Covid-19-Fälle für das Jahr 2020 bei 80.000 Friseurbetrieben in ganz Deutschland gemeldet, von denen keiner anerkannt ist. Daher steht fest: Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle, Kunden können sich im Salon sicher fühlen.

Aiwanger: Friseure müssen Mitte Februar öffnen

Der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger will Mitte Februar die bayerischen Friseursalons öffnen.
Der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger will Mitte Februar die bayerischen Friseursalons öffnen.

“Wir müssen Mitte Februar die Friseure öffnen!” So deutlich hat es der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) in der BR-Bürgersendung Jetzt red i am Mittwochabend im Bayerischen Fernsehen gesagt. “Für mich ist der letzte Termin für die Friseure, den wir diskutieren können, Mitte Februar.”

Aiwanger stellte sich den Aussagen der Neumarkter Obermeisterin Elisabeth Würz. Die Friseurmeisterin erklärte für ihre Branche: “Es kommt nichts rein. Die Kosten laufen weiter.” Durch die Schließung werde die Schwarzarbeit angefacht. “Wir müssen dasitzen und zuschauen, wie das geschieht.” Salons stünden vor der Pleite. “Es ist kein Geld geflossen. Die Dezemberhilfe greift nicht. Die Überbrückungshilfe kann man jetzt noch nicht beantragen”, so Elisabeth Würz: “Es ist nicht zu stemmen und es nicht zu schaffen.”

Hubert Aiwanger folgte in der TV-Sendung den Argumenten des Landesinnungsverbandes. “Es geht in die Psyche der Menschen rein. Es gehört zur Körperhygiene dazu.” Die Schwarzarbeit werde angefacht. Und auch das Hygienekonzept funktioniert in den Salons: “Und wir haben keine Belege, dass bei den Friseuren viel passiert ist.” Für Aiwanger steht fest: “Ich sage: Mit der FFP2-Maske müssen die Friseure Mitte Februar öffnen dürfen.” Die Friseurunternehmer müssen die Hygienekonzepte umsetzen: “Wer mit Maske seinen Geschäftsbetrieb organisieren kann, der soll in meinen Augen öffnen dürfen und wer nicht, der nicht.” 
Allerdings betonte der Wirtschaftsminister auch: “Wenn uns der englische Virus überrumpelt, dann müssen wir alles bremsen was geht.”

Der Landesinnungsverband konnte die Staatsregierung bereits im ersten Lockdown mit seinem Hygienekonzept für Friseursalons überzeugen. Angepasst an die aktuelle Situation, wurde es Mitte Januar 2021 Ministerpräsident Söder, Wirtschaftsminister Aiwanger, Gesundheitsminister Holetschek und Arbeitsministerin Trautner übermittelt. Darin wurde vorgeschlagen, für eine noch höhere Verbindlichkeit und Kontrollierbarkeit durch die Ordnungsbehörden in der entsprechenden bayerischen Verordnung explizit auf den branchenspezifischen Arbeitsschutzstandard Bezug zu nehmen und die Pflicht zur Erfassung der Kundendaten festzulegen. Ebenso könnte die FFP2-Maskenpflicht analog zur aktuellen bayerischen Regelung beim Einkaufen und im ÖPNV festgeschrieben werden. Außerdem wurde auf den bestehenden Arbeitsschutzstandard hingewiesen, der u.a. beinhaltet:

  • Kontrollierter Zugang zum Friseursalon durch persönliche Terminvergabe
  • Vermeiden von Wartezeiten und Personenansammlungen
  • Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Kunden und Mitarbeitern (mit Ausnahme des Erbringens der Dienstleistung), auch auf Verkehrswegen im Salon
  • Maskenpflicht
  • Ausreichender Luftaustausch in allen Arbeits-, Pausen- und Sanitärräumen
  • Reinigung und Desinfektion der Arbeitsgeräte und Arbeitsplätze

Besuch von der Polizei

Welche Kapriolen der Lockdown treiben kann, zeigt dieser Beitrag eines Lokalradios aus Bamberg. Ein Friseur aus Bamberg bekam an einem Übungsabend mit seinen Lehrlingen Besuch von der Polizei, die von einem Unbekannten aufgrund vermuteter Schwarzarbeit im Salon alarmiert wurde. Der Friseur berichtete im Lokalradio über den Vorfall im Januar 2021 im Corona-Lockdown. Der LIV Friseure Bayern warnt vor Schwarzarbeit.

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Appell ans bayerische Kabinett: „Lassen Sie uns die Salons am 1. Februar 2021 öffnen“

In einem Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Arbeitsministerin Carolina Trautner und Gesundheitsminister Klaus Holetschek appelliert der Landesinnungsverband für die bayerischen Friseure: „Geben Sie grünes Licht und lassen Sie uns die Salons am 1. Februar 2021 öffnen“.  Dieser Brief, unterschrieben von Landesinnungsmeister Christian Kaiser und Geschäftsführerin Doris Ortlieb, wurde heute per Mail übermittelt und per Post versendet: 

Bayerische Friseure schreiben an Ministerpräsident Söder und die Minister Aiwanger, Holetschek und Ministerin Trautner. Foto: Staatskanzlei

Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle und daher wenden wir uns an Sie, sich mit Nachdruck für eine rasche Wiedereröffnung der Friseursalons in Bayern einzusetzen.

Als Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks sprechen wir für 14000 selbstständige Friseure im Freistaat. Nach dem ersten Lockdown und im Lockdown light hat unsere Branche bewiesen, dass Friseurdienstleistungen auch in der aktuellen Pandemie sicher erbracht werden können. Unsere Betriebsinhaber sind aufgrund des Meistervorbehalts hoch qualifiziert. Durch das Unternehmermodell/alternative Betreuung sind sie außerdem besonders befähigt, sich um den Arbeitsschutz zu kümmern.

Die Friseure waren die erste Branche innerhalb der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die einen ausgeklügelten Arbeitsschutzstandard für Pandemie-Bedingungen vorweisen konnte. Dass mit diesem Konzept sicher gearbeitet werden kann, zeigen unter anderem die Zahlen der Berufsgenossenschaft. Im Friseurhandwerk gibt es aktuell sechs gemeldete Covid-19-Fälle für das Jahr 2020 bei 80.000 Friseurbetrieben in ganz Deutschland, von denen keiner anerkannt ist. Daher steht fest: Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle.

Kontrollen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege haben ergeben, dass die Vorgaben des Arbeitsschutzstandards in den Betrieben zu 95 Prozent eingehalten wurden. Für eine noch höhere Verbindlichkeit und Kontrollierbarkeit durch die Ordnungsbehörden könnte in der entsprechenden bayerischen Verordnung explizit auf den branchenspezifischen Arbeitsschutzstandard Bezug genommen und die Pflicht zur Erfassung der Kundendaten festgelegt werden. Ebenso könnte die FFP2-Maskenpflicht analog zur aktuellen bayerischen Regelung beim Einkaufen und im ÖPNV festgeschrieben werden.

Unser Arbeitsschutzstandard beinhaltet u.a. Regelungen zu:

  • Kontrollierter Zugang zum Friseursalon durch persönliche Terminvergabe
  • Vermeiden von Wartezeiten und Personenansammlungen
  • Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Kunden und Mitarbeitern (mit Ausnahme des Erbringens der Dienstleistung), auch auf Verkehrswegen im Salon
  • Maskenpflicht
  • Ausreichender Luftaustausch in allen Arbeits-, Pausen- und Sanitärräumen
  • Reinigung und Desinfektion der Arbeitsgeräte und Arbeitsplätze

Der Lockdown führt massiv zu Schwarzarbeit. Friseurdienstleistungen haben eine große Bedeutung in der alltagsbezogenen Grundversorgung der Bevölkerung. Aktuell beobachten wir mit großer Sorge einen massiven Anstieg “unmoralischer” Angebote von Verbrauchern, die bei Friseuren wegen privater Termine für Haarschnitte nachfragen. Seriöse Friseure lehnen dies selbstverständlich ab. Dennoch beflügelt die aktuelle Schließung der Friseurbetriebe die Schwarzarbeit. Eine fatale Entwicklung in Zeiten einer Pandemie, die unserem gemeinsamen Ziel, die Infektionszahlen zu drücken, komplett zuwiderläuft. Der Bereich der Schwarzarbeit entzieht sich de facto jeder Kontrolle und Nachverfolgung von Infektionsketten; Hygienekonzepte und Arbeitsschutzmaßnahmen, die auch einen Kunden- und Infektionsschutz bewirken, spielen dort keine Rolle. 

Die bayerischen Friseure zählen auf Ihre Unterstützung. Unsere sachlichen Argumente sprechen für eine Öffnung der bayerischen Friseursalons am 1. Februar. Das bayerische Friseurhandwerk steht hinter der Pandemie-Bekämpfung der bayerischen Staatsregierung, sieht aber Korrekturen für die Friseurbranche als absolut notwendig an. Geben Sie grünes Licht und lassen Sie uns die Salons am 1. Februar 2021 öffnen.

Bundesweiter Lockdown und erste Maßnahmen

Am heutigen Sonntag haben sich Bund und Länder auf einen zweiten harten Lockdown ab Mittwoch, 16. Dezember geeinigt und auch die Friseursalons müssen schließen. Erste wichtige Informationen erhalten unsere Mitgliedsbetriebe über ihre Innung und im internen Bereich.