Direkt vom LIV: Tarifverträge für Friseure

Verstärkt erreichen den LIV Anfragen zu den aktuellen Tarifverträgen für bayerische Friseure. Innungsmitglieder erhalten die aktuellen Tarifverträge von ihrer zuständigen Friseurinnung. Nichtmitglieder und Mitarbeiter können diese mit dem Bestellformular beim Landesinnungsverband erwerben.

Landesinnungsmeister Andreas Popp stellt eindeutig klar: „Die durch den Entgelt-Tarifvertrag 2009 geregelten Bruttolöhne sind allgemein verbindlich und daher von allen Friseurbetrieben in Bayern einzuhalten.“ Die für das bayerische Friseurhandwerk geltenden Tarifverträge müssen außerdem in allen Salons ausliegen, sodass die Mitarbeiter sie jederzeit einsehen können. Das schreibt das Tarifvertragsgesetz für allgemein verbindliche Tarifverträge vor.

Mitarbeiter im bayerischen Friseurhandwerk erhalten mehr Lohn

Amberg (12. November 2007) – Bis zu 4,7 Prozent mehr Gehalt beschert der jüngste Tarifabschluss des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di den Angestellten im bayerischen Friseurhandwerk. Damit liegt der tarifliche Mindestlohn für Gesellen ab dem zweiten Berufsjahr bei 7,66 Euro pro Stunde. Für Friseurmeister in verantwortlicher Stellung sieht der Tarifvertrag einen Stundenlohn ab 11,02 Euro vor. Der Tarifvertrag trat zum 1. November 2007 in Kraft und hat eine Laufzeit von 14 Monaten.

Erstmals enthält der Tarifvertrag eine Regelung zu leistungsbezogenen Entgelten. Dies eröffnet leistungsstarken Mitarbeitern bei entsprechenden Umsätzen Verdienstmöglichkeiten, die deutlich über ihrer Basislohngruppe liegen. Interessenten erhalten vom Landesinnungsverband ein Berechnungsmodell. Den Tarifabschluss wertet Landesinnungsmeister Andreas Popp als klare Absage an einen gesetzlichen Mindestlohn, der mit 7,50 Euro vorgeschlagen wurde. „Als Tarifpartner handeln wir verantwortungsvoll für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Eine Regelung der Löhne durch den Gesetzgeber lehnen wir ab“, stellte er anlässlich der Mitgliederversammlung des Verbandes am Montag in Amberg fest. Aufgabe des Staates sei es vielmehr durch Kontrollen sicherzustellen, dass die Tarifentgelte nicht unterschritten werden. Der Verband werde daher wieder gemeinsam mit der Gewerkschaft die Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages beantragen. Damit werden die erforderlichen Voraussetzungen für die Prüfbehörden geschaffen.