Corona-Virus: Vorläufige Ausgangsbeschränkung – Friseurunternehmer müssen handeln

Jetzt gilt es Salons über die Zeit der Schließung zu retten.

Jetzt gilt es Salons über die Zeit der Schließung zu retten.

In Bayern wird es im Kampf gegen das Coronavirus landesweite Ausgangsbeschränkungen geben. Das ist keine Ausgangssperre. „Wir sperren Bayern nicht ein, aber wir fahren das öffentliche Leben fast vollständig herunter,“ sagte Ministerpräsident Söder.
Die Regelungen des Freistaats treten Freitag, 20. März 2020, um Mitternacht in Kraft und gelten vorläufig für zwei Wochen, also bis mindestens 3. April 2020, 24 Uhr. Söder erklärte, dass das öffentliche Leben in Bayern nahezu vollständig heruntergefahren werde. Außer Haus darf man demnach nur, wenn unbedingt nötig. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, der Weg zum Arzt oder Lebensmitteleinkauf.
„Nicht zur Deckung des täglichen Bedarfs gehört die Inanspruchnahme sonstiger Dienstleistungen wie etwa der Besuch von Friseurbetrieben.“ So steht es in der veröffentlichten Verfügung beim Vollzug des Infektionsschutzgesetzes (IfSG). Das gilt auch für mobile Friseure.

Friseurunternehmer müssen nun entscheiden, wie sie mit der Schließung und sofortigen Freistellung des Personals umgehen. An erster Stelle stehen der Abbau eventueller Überstunden und Resturlaubsansprüche aus dem Vorjahr. Dies ist auch Voraussetzung, um bei Bedarf Kurzarbeit anordnen zu können. Auf der LIV-Website gibt es das genaue Vorgehen. Innungsmitglieder finden dort auch im passwortgeschützten Bereich ein Muster für die erforderliche Vereinbarung mit den Mitarbeitern.
Bei der Anzeige von Arbeitsausfall gegenüber der Arbeitsagentur ist anzugeben, ob für den Betrieb ein Tarifvertrag gilt und in diesem eine Ankündigungsfrist zur Einführung von Kurzarbeit vorgesehen ist. Für das bayerische Friseurhandwerk findet der allgemeinverbindliche Manteltarifvertrag Nr. 3/2014 Anwendung. Er enthält keine Ankündigungsfrist. Daher kann beim Antrag darauf verzichtet werden, den Tarifvertrag beizulegen.
Wichtig ist, dass das verbesserte Kurzarbeitergeld bereits rückwirkend ab 1. März gilt. Damit erhält der Arbeitgeber bei Kurzarbeit 100 Prozent der Sozialversicherungsabgaben erstattet. Bisher war diese Regelung erst ab 1. April vorgesehen. Gerade für das personalintensive Friseurhandwerk stellt dies eine spürbare Entlastung der Arbeitgeber dar. Nach derzeitigem Stand fallen Auszubildende und geringfügig Beschäftigte nicht unter die Kurzarbeit. Eventuell bessert der Gesetzgeber angesichts der aktuellen Krise in diesen Punkten nach.

Zudem stehen die Anträge für die beschlossene Soforthilfe zum Download bereit. Das Soforthilfeprogramm richtet sich an Betriebe, die von der Corona-Krise besonders geschädigt wurden. Hier gibt es die Dokumente. Wer Geld auf dem Konto hat, Sparverträge oder ein Aktiendepot besitzt, der muss diese Finanzen erst aufbrauchen, bevor er die Soforthilfe aus dem Härtefall-Fonds Corona beantragen kann.

Die LfA hilft Unternehmen bei der Bewältigung der Corona-Krise mit Krediten und Risikoübernahmen. Voraussetzung für die Unterstützung der Unternehmen ist ein grundsätzlich tragfähiges Geschäftsmodell und die Bereitschaft der Hausbanken, die LfA-Förderangebote in die Gesamtfinanzierung einzubinden. Für das Handwerk stehen Bürgschaften der Bürgschaftsbank Bayern GmbH zur Verfügung. Den Link finden Sie hier.

Corona-Virus: Soforthilfeprogramm kann jetzt beantragt werden

Wirtschaftsminister Aiwanger mit dem Antrag auf Soforthilfe bei der Pressekonferenz am Dienstag, 17. März 2020.

Wirtschaftsminister Aiwanger mit dem Antrag auf Soforthilfe bei der Pressekonferenz am Dienstag, 17. März 2020.

Der Freistaat Bayern hat auf die Sorge vieler Selbstständiger reagiert. Ab sofort stehen die Anträge für die beschlossene Soforthilfe zum Download bereit. Das Soforthilfeprogramm richtet sich an Betriebe, die von der Corona-Krise besonders geschädigt wurden.

Seit heute können sich Kleinunternehmer mit einem „einfachen Formular“ (Söder) an die Behörden wenden, um Soforthilfe zu beantragen. Die Soforthilfe ist gestaffelt nach Betriebsgröße und beträgt zwischen 5.000 Euro und 30.000 Euro.

Anträge können von gewerblichen Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern mit einer Betriebsstätte in Bayern gestellt werden.

„Geschenk ist es nicht, es ist Unterstützung“, sagte Söder, vergleichbar mit den Soforthilfen, die Bayern bei den Flut- und Hochwasserschäden gewährte. Betroffene, denen die Pleite droht, müssten nun nachweisen, „dass es wegen Corona ist“, so Söder weiter.

Der Förderantrag ist als Download auf der Website des Bayerischen Wirtschaftsministeriums sowie auf den Websites der sieben Bezirksregierungen und der Stadt München (= Bewilligungs- und Vollzugsbehörden) abrufbar und online ausfüllbar. Der Link zum Download ist hier

Natürlich gilt: Wer Geld auf der hohen Kante hat, Sparverträge oder ein Aktiendepot besitzt, der muss diese Finanzen erst aufbrauchen, bevor er die Soforthilfe aus dem Härtefall-Fonds Corona beantragen kann. Ist der Betrieb berechtigt, werden die ersten Gelder laut Söder bis Freitag fließen. 

Corona-Virus: Friseursalons werden ab Mittwoch geschlossen

Update vom 30. März 2020: Ministerpräsident Markus Söder hat die Verlängerung der am 16. und 20. März angeordneten Maßnahmen verkündet. Damit müssen in Bayern Friseurdienstleistungen bis mindestens 19. April 2020 unterbleiben. Dies gilt auch für mobile Friseure und das Reisegewerbe.

Friseurbetriebe in Bayern werden ab Mittwoch bis voraussichtlich 30. März geschlossen bleiben. Wegen der Corona-Pandemie wird das öffentliche Leben in Bayern stark eingeschränkt. Wie das Bayerische Wirtschaftsministerium und die Bayerische Staatskanzlei gegenüber dem LIV schriftlich am Montag erklärt hat, gilt die Schließung auch für Friseurbetriebe. Dies ist der Stand von Montag, 16. März 2020, um 12:05 Uhr.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus schränkt Bayern das öffentliche Leben im Freistaat stark ein. „Wir rufen den Katastrophenfall aus“, sagte Ministerpräsident Markus Söder am Montag in München. „Das gilt ab jetzt zu diesem Zeitpunkt.“
Oberstes Ziel sei der Schutz der Bevölkerung. Hier gilt es, die „soziale Kontakte auszudünnen, das öffentliche Leben zu verlangsamen“.
Dazu gehört auch der Besuch von Friseursalons in Bayern. Daher werden am Mittwoch, 18. März, im Freistaat Geschäfte geschlossen, die nicht für die Grundversorgung notwendig sind.

„Der Schutz der Bevölkerung geht uns alle an“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser in einer ersten Stellungnahme. „Wir stehen in intensiven Kontakt mit unseren Innungsbetrieben und den politisch Verantwortlichen, um die schwere Krise gemeinsam zu meistern. Wir bitten alle bayerischen Friseure einen kühlen Kopf zu bewahren und keine Panik zu verbreiten. Ruhig, konzentriert und sachorientiert werden Verband und angeschlossene Innungen Informationen aufbereiten und zeitnah informieren. Unser Team arbeitet rund um die Uhr.“

Hier Tipps, um die Ansteckung einzudämmen:
Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Das Virus wird via Tröpfcheninfektion bei direktem Kontakt mit Infizierten weitergegeben, zum Beispiel durch Husten oder Niesen.
80 Prozent aller Infektionskrankheiten werden über die Hände verbreitet. Im Schnitt fassen wir uns alle vier Minuten ins Gesicht, häufig mit ungewaschenen Händen. Die wichtigste Schutzmaßnahme gegen Viren und Bakterien aller Art ist deshalb: Hände gründlich und oft waschen! Und zwar mindestens 20 Sekunden lang – auch zwischen den Fingern. Eine Eselsbrücke ist, zweimal im Kopf „Happy Birthday“ zu singen. Damit die Hände nicht rissig werden, sollte man sie auch ab und zu eincremen. Niesen und husten Sie in die Armbeuge und nicht in die Hand. Verwenden Sie bei Schnupfen Einmaltaschentücher und keine Stofftücher. Entsorgen Sie die Taschentücher in der Toilette oder in einem Mülleimer mit Deckel.

Friseure sind Publikumsmagnet auf Berufsbildungsmesse 2018

Auf große Resonanz stößt der Stand der bayerischen Friseure auf der Berufsbildungsmesse 2018 in Nürnberg. „Unser Stand ist ein wahrer Publikumsmagnet”, so Christian Hertlein, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses im Landesinnungsverband. „Bei uns Friseuren ist immer Action geboten.“

Die Berufsbildungsmesse in Nürnberg ist die größte Ausbildungsmesse dieser Art in Deutschland. Der LIV ist mit einem 75 Quadratmeter großen Stand in der Handwerkshalle vertreten. Friseurinnen und Friseure informieren über das Berufsbild und Azubis zeigen Salonpraxis im Umgang mit dem Lockenstab, Glätteisen sowie beim Flechten und Hochstecken. Der Friseurberuf stößt auf große Resonanz. Die Messe dauert noch bis 13. Dezember.

Aber nicht nur Schülerinnen und Schüler kommen an den Stand des Landesinnungsverbandes um sich zu informieren. Am Eröffnungstag stattete auch die große Politik den Friseuren einen Besuch ab. Es waren unter anderem zu Gast Ministerpräsident Markus Söder, Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer, Kultusstaatssekretärin Anna Stolz und der Handwerkskammerpräsident für Mittelfranken Thomas Pirner, der selbst Friseurmeister ist. LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb legte den Politikerinnen und Politikern die Forderungen des Friseurhandwerks dar. „Wir haben über die Wettbewerbsverzerrung durch die Umsatzsteuerfreigrenze, den Nachwuchsmangel in der Branche, die reduzierte Zahl an Berufsschulstandorten und die Verzögerung bei der Erklärung der Allgemeinverbindlichkeit des Entgelt-Tarifvertrages gesprochen“, so Doris Ortlieb.

LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb im Gespräch mit Ministerpräsident Markus Söder und Kammerpräsident Thomas Pirner.

Sonja Fischer, stellvertretende Creativdirektorin des Landesinnungsverbandes und Friseurweltmeisterin im Team, zeigte auf der zentralen Bühne des Handwerks die aktuellen Frisurentrends und informierte über die vielfältigen Karrieremöglichkeiten im Friseurhandwerk.

Sonja Fischer berichtet auf der Bühne über ihren Weg zur Friseurweltmeisterin.

Umweltpakt Bayern – Friseure sind mit dabei

Die bayerischen Friseure unterstützen grundsätzlich das Fortschreiben des Umweltpakts Bayern. „332 Friseurbetriebe aus Bayern nehmen bisher am Umweltpakt teil“, so der Umweltbotschafter des LIV, Vorstandsmitglied Rudolf Reisbeck. Insgesamt beteiligen sich in Bayern laut Staatskanzlei 5500 Unternehmen aller Branchen.

Seit 1995 vereinbaren Bayerische Staatsregierung und Bayerische Wirtschaft mit einer Laufzeit von jeweils fünf Jahren einen Umweltpakt Bayern. Der gemeinsam mit den Partnern der Wirtschaft erarbeitete neue Umweltpakt trägt den Titel „Nachhaltiges Wachstum mit Umwelt- und Klimaschutz“.

Auch die bayerischen Friseure sind beim neuen Umweltpakt wieder mit dabei. Ziel ist es, mit einer auf das Friseurhandwerk abgestimmten Kriterienliste möglichst viele Salons zu motivieren, freiwillige Umweltschutzleistungen zu erbringen. Außerdem sagt der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks zu, dass innerhalb der Laufzeit des Umweltpakts Bayern 100 Betriebe des Friseurhandwerks an dem Energiekennzahlenprojekt der Handwerkskammern teilnehmen werden.

Zudem unterstützt der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks die Umsetzung eines interaktiven Branchen-Leitfadens durch inhaltliche Abstimmung sowie durch die Anwendung in Beispielbetrieben. Für eine möglichst breite Zielgruppenansprache wird der Landesinnungsverband die wesentlichen Inhalte außerdem in gedruckter Form herausgeben.

 

Minister Söder lobt Arbeit der bayerischen Friseure

Mit den Worten „Sie sind uns ein wichtiger Partner“ lobte Bayerns Umwelt- und Gesundheitsminister Markus Söder die Leistungen des bayerischen Friseurhandwerks. „Bayern ist stolz auf sein Handwerk.“

Auf der Mitgliederversammlung des Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks in Fürth betonte der Minister die Mitarbeit der Friseure im Umweltpakt Bayern und in der Gesundheitsvorsorge. „Wir haben immer den Ansatz gehabt, Ökonomie und Ökologie miteinander zu verbinden.“ 332 Friseurbetriebe aus Bayern nehmen am Umweltpakt teil. „Je mehr mitmachen, um so besser“, so der Minister, der den Umweltpakt fortführen will.

Im Gesundheitsschutz haben sich allein im vergangenen Jahr 850 bayerische Friseurbetriebe in 50 Schulungen über Arbeits- und Gesundheitsschutz unterzogen. Dank der guten Präventionsarbeit sanken die Haut- und Allergie-Erkrankungen bei den Friseuren in den vergangenen Jahren drastisch. „Das ist gar nicht hoch genug einzuschätzen“, so Söder, der den Friseurmeister mit einem „Gesundheitsmeister“ verglich. Der Minister attestierte den bayerischen Friseuren: „Wir sind gute Partner.“

Bayerns Umwelt- und Gesundheitsminister Markus Söder lobt die Leistungen des bayerischen Friseurhandwerks.

Bayerns Umwelt- und Gesundheitsminister Markus Söder lobt die Leistungen des bayerischen Friseurhandwerks.

Markus Söder unterstützt Bayerns Friseure bei reduzierter Mehrwertsteuer

Der bayerische Umwelt- und Gesundheitsminister Markus Söder unterstützt die bayerischen Friseure bei ihrer Forderung nach einem reduzierten Mehrwertsteuersatz auf arbeitsintensive Dienstleistungen. Auf der Mitgliederversammlung des Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks in Fürth sagte der Minister: „Ich bin da sehr dafür. Es braucht eine grundlegende Überarbeitung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes.“ Möglicherweise würde das Absenken der Mehrwertsteuer am Ende sogar zu höheren Einnahmen führen. Söder lobte und betonte in diesem Zuge die hohe Ausbildungsbereitschaft des Friseurhandwerks, das damit vielen jungen Menschen eine Lebensperspektive biete. Um die Argumentation zu untermauern, überreichte der Landesinnungsverband dem Minister eine Studie der Uni Göttingen zum reduzierten Mehrwertsteuersatz.

Die Studie sieht darin eine wirksame Maßnahme, um einer drohenden weiteren Verlagerung der Nachfrage in diesem sehr arbeitsintensiven und damit stark schwarzarbeitsgefährdeten Tätigkeitsbereich in die Schattenwirtschaft entgegenzuwirken.

„Das Friseurhandwerk ist eine ausbildungs- und beschäftigungsstarke Branche mit hohem Frauenanteil und vorbildlicher Integrationskraft. Andererseits kämpft sie mit einem hohen Anteil an umsatzsteuerbefreiten Kleinstbetrieben und Schwarzarbeit“, so Landesinnungsmeister Andreas Popp. „Wir wollen die Stärken des Friseurhandwerks ausbauen und die Probleme anpacken. Daher fordern wir, den reduzierten Mehrwertsteuersatz für Friseurdienstleistungen schnellstmöglich einzuführen.“

Die Studie „Ermäßigter Mehrwertsteuersatz auf arbeitsintensive Dienstleistungen – Auswirkungen auf das Handwerk“, wurde vom Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen herausgegeben.

Minister Söder (r.) sagt Landesinnungsmeister Andreas Popp seine Unterstützung beim Kampf um eine reduzierte Mehrwertsteuer für Friseure zu.

Minister Söder (r.) sagt Landesinnungsmeister Andreas Popp seine Unterstützung beim Kampf um eine reduzierte Mehrwertsteuer für Friseure zu.