Ein Blick hinter die Kulissen der Frisurenmode in Nürnberg

Foto: Trescher

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Hunderte Menschen stehen in dem Foyer der kleinen Meistersingerhalle in Nürnberg. Dunkler Steinboden und kolossale Deckenlampen schmücken die Halle in einem Stil aus den 1960ern. Es ist eine haarige Angelegenheit. Das Publikum versteckt sich unter roten und weißen Haaren, langen und kurzen Frisuren, pinken Strähnchen oder Kunstblumen auf dem Kopf. Ein Trend lässt sich nicht erkennen. Dafür stecken sie die Köpfe zusammen, machen große Augen und richten den Blick ins Zentrum der Halle.

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„Schau mal, der angeklebte Pony dort oben“, nuschelt eine Dame mittleren Alters ihrer Kollegin zu und deutet auf die Produkte von Pony Pek. Dort, auf einem Podest, werden die Trends vorgegeben – Frisuren und Kosmetikfarben, die in den nächsten Monaten Herzen von Kunden höher schlagen und Kassen der Friseure klingeln lassen sollen. Während die neugierigen Friseure, Obermeister und Fachbeauftragte der bayerischen Innungsverbände durch farbenreiche Präsentationen und kleine Messestände des Landesinnungsverband des Friseurhandwerks und einer lauten Mikrofonstimme informiert und unterhalten werden, knistert es zwei Hallen weiter ordentlich. Denn dort laufen die Vorbereitungen auf den Höhepunkt der Frisurenshow auf Hochtouren – es wird einen Catwalk mit ausgewählten Models und den neusten Frisuren geben. „Halb elf geht’s los“, ruft der Creativdirector Dieter Schöllhorn in die Massen. Verschiedene Stimmen sprechen daraufhin laut durcheinander. Die blonden Weltmeister Sonja Fischer und Matthias Scharf, Kosmetiker mit statischer Hornbrille und Trendscouts mit wehendem Schal laufen quer durch die beiden Umkleiden.  An der Seite hängt aufgereiht die neuste Escada-Kollektion. Sandige, aber auch grelle Einheitsfarben scheinen in der kommenden Saison den Ton anzugeben. Schräg gegenüber sitzt ein Wesen mit einer weißen Astronautenhaube aus Plastik und Luft auf dem Kopf – das Model unter der Trockenhaube ist nur zu erahnen. Andere sind schon fertig geschminkt, gefärbt, getrocknet, geglättet und frisiert. Ein anderes Model rubbelt sich noch das Lippenstiftrot von den weißen Zähnen. Sie trägt einen Bob.

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Die Frisur aus den 80ern des vorigen Jahrhunderts scheint wieder im Trend zu sein. Nur irgendwie anders. „Mädels, trinkt was. Wasser, Wasser, Wasser“, schreit eine Frau in Schwarz. Ausgetrunkene Coca Cola-Flaschen stehen einsam auf den Frisiertischen herum. Die Macher brauchen wohl eher was zum Wachhalten. „Wo ist mein Pils? Sabrina, ich brauch dich für das Pressefoto. Schmink dich!“, ruft ein anderer mit einer weichen, aber aufgeregten Stimme. Auch in Schwarz. Alle wichtigen Leute tragen hier Schwarz. Eine zeitlose Farbe, die den Trend der Zeit bestimmt. Und rund 500 Gäste, die an dem Tag 37.105 bayerische Friseure vertreten. Und den Trend über die Nürnberger Grenzen hinaustragen.

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Friederike Ebeling – Die Autorin schrieb diesen Text im Rahmen eines Seminars des Journalistischen Förderprogramms der Hanns-Seidel-Stiftung

Hairworld 2010 – der LIV war mit dabei

Vor kurzem fand die Weltmeisterschaft der Friseure in Paris statt. Die Ergebnisse hat der Zentralverband veröffentlicht. Der Landesinnungsverband war vor Ort, um mit Kooperationspartnern zu sprechen, die Messe und die Shows zu besuchen und natürlich das deutsche WM-Team anzufeuern.

Holger Stein vom ZV und Doris Ortlieb vom LIV.

Holger Stein vom ZV und Doris Ortlieb vom LIV.

Und es hat sich gelohnt: Die deutschen WM-Akteure haben ihre internationale Spitzenposition auf der Hairworld 2010 eindrucksvoll bestätigt. Das Team Jan Herbel, David Honecker, Alexander Kirchner und Ann-Christin Klein setzten sich gegen eine starke internationale Konkurrenz durch und holten sich den Weltmeistertitel im Fach Junioren Herren Kategorie Mode.

LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb, LIV-Ehrenmitglied Werner Irnstetter und ZV-Hauptgeschäftsführer Rainer Röhr.r

LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb, LIV-Ehrenmitglied Werner Irnstetter und ZV-Hauptgeschäftsführer Rainer Röhr.r

Neben dem Mannschafts-WM-Titel gewannen deutsche Friseure auch drei Goldmedaillen in den Einzelwertungen: Carmen Frey (Fashion on Long Hair / Senioren Herren Kategorie Mode), Daniela Haschka (Classic Cut / Junioren Herren Kategorie Technik) und Ann-Christin Klein (Fashion on Long Hair / Junioren Herren Kategorie Mode).

Joachim Castor (Wella), Doris Ortlieb (LIV) und Rainer Röhr (ZV):

Joachim Castor (Wella), Doris Ortlieb (LIV) und Rainer Röhr (ZV):

Der LIV war in Paris nicht allein. Viele bayerische Friseure brachen an die Seine auf, um in Paris live vor Ort zu sein. Unter anderem waren die Friseurinnung Amberg mit Susanne Schaller an der Spitze und LIV-Ehrenmitglied Werner Irnstetter mit der Frisurinnung Cham in Paris auf dem Messegelände mit dabei.

Zufriedene Gesichter bei der Wella Show: Doris Ortlieb, Matthias Scharf, Hans-Knut Thoma und Jacqueline Matthes sowie Mario Leipold.

Zufriedene Gesichter bei der Wella Show: Doris Ortlieb, Matthias Scharf, Hans-Knut Thoma und Jacqueline Matthes sowie Mario Leipold.

Eindrucksvoll war der International Trend Vision Award mit dem Young Talent Award und dem Color Award von Wella. In einer großen Show stellte das P&G-Unternehmen die neuen Trends Passionista von Toni & Guy, Lumina von Hair on Broadway, Glamazon von Dmitry Vinokurov und Polaris von Sassoon International vor. Wir haben ein paar Eindrücke von der Show auf Video festgehalten. 

Freundlicher Messekontakt Rainer Röhr, Wolfgang Stadler (Tondeo) und Doris Ortlieb.

Freundlicher Messekontakt Rainer Röhr, Wolfgang Stadler (Tondeo) und Doris Ortlieb.

Video zur Eliteförderung „Auf dem Weg nach oben“

Vor kurzem fand das erste Seminar der neugeschaffenen Eliteförderung des Landesinnungsverbandes statt. Elf Jungfriseure waren auf Einladung des LIV zu Gast im Salon von Matthias Scharf in Burgebrach, um sich einen Tag an Hochsteckfrisuren zu üben. Matthias Scharf gab Tipps und Tricks und motivierte die Jungfriseure. Wir haben ein Video von der Veranstaltung von redaktion42 in HD-Auflösung. Zu Wort kommen auch Landesinnungsmeister Andreas Popp und Geschäftsführerin Doris Ortlieb.

LIV-Eliteförderprogramm „Auf dem Weg nach oben“ erfolgreich gestartet

Die Teilnehmer des LIV-Eliteförderprogramms zusammen mit Friseurmeister Matthias Scharf und LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb.

Die Teilnehmer des LIV-Eliteförderprogramms zusammen mit Friseurmeister Matthias Scharf und LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb.

Ein voller Erfolg war das erste Seminar des neu geschaffenen Eliteförderprogramms „Auf dem Weg nach oben“ des Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks. Elf Jungfriseure folgten der Einladung des Verbandes zu einem exklusiven Hocksteckseminar in den Salon von Matthias Scharf nach Burgebrach. Der  Juniorenweltmeister i.T. 2000 Matthias Scharf übte mit den Teilnehmern seine Spezialdisziplin. Zahlreiche Fotos von der Veranstaltung gibt es bei unserem Flickr-Account.

„Unsere Idee, den Friseurnachwuchs fachlich zu unterstützen, ist auf hervorragende Resonanz gestoßen“, betonte Landesinnungsmeister Andreas Popp. Der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks hat vor kurzem sein Eliteförderprogramm „Auf dem Weg nach oben“ ins Leben gerufen. Einem ausgewählten Kreis von Jungfriseuren in Bayern bietet der LIV diese exklusive Förderung an. Den Start machte der LIV mit den Innungsbesten der Gesellenprüfung im vergangenen Jahr und Teilnehmern am Leistungswettbewerb in Nürnberg. „Sie haben Ihren Leistungswillen unter Beweis gestellt. Dafür wollen wir Sie mit einer exklusiven Seminarreihe belohnen und Ihr Können fördern“, so Landesinnungsmeister Andreas Popp weiter.

Die Friseure des LIV-Eliteförderprogramms „Auf dem Weg nach oben“ besuchten auf Einladung des Verbandes ein exklusives Hochsteckseminar mit dem Juniorenweltmeister i.T. 2000 Matthias Scharf. Matthias Scharf ist Profi für üppige Mähnen und Hochsteckfrisuren. Er zeigte den interessierten Jungfriseuren sowohl salontaugliche als auch bühnengeeignete Hochsteckfrisuren. Unter seiner Anleitung arbeiteten die Seminarteilnehmer aus ganz Bayern die Frisuren nach und konnten die Tipps des Profis ausprobieren.

„Wir wollen mit diesem Programm jungen Friseuren zeigen, die am Beginn ihrer Friseurkarriere stehen und sich engagiert haben, dass ihr Verband auch stolz auf sie ist. Deshalb laden wir sie zu diesen exklusiven Seminaren ein, um ihr Können und ihre Motivation zu fördern“, so Andreas Popp weiter. Das nächste Seminar des Eliteförderprogramms „Auf dem Weg nach oben“ findet im September bei der Präsentation der Mode Herbst/Winter statt. Hier werden die geförderten Jungfriseure einen Blick hinter die Kulissen der Großveranstaltung werfen und mitarbeiten.

HAARE 2010: Jeder Friseur braucht ein Ziel

Wer sich in Bayern mit anderen Friseuren messen will, für den ist die bayerische Meisterschaft der Friseure der ideale Ort dafür. Dieser Meinung ist der mehrfache bayerische Meister Matthias Scharf aus Burgebrach. Der Friseurmeister ist Spezialist für Langhaar- und Hochsteckfrisuren.

In einem Videointerview mit dem Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks betont Scharf, wie wichtig es für einen Friseur sei, sich persönliche Ziele zu setzen. „Der Wettbewerb ist ein zeitliches Ziel, um an einem Tag seine Leistung abzugeben“, so Scharf. Im Interview berichtet er von seinen umfangreichen Trainingsvorbereitungen, nachdem er bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin auf den Geschmack gekommen sei. Täglich eine Föhnfrisur sowie mehrfach spezielle Trainingseinheiten lassen durchaus Vergleiche zum Hochleistungssport zu. „Die HAARE 2010 ist ein Pflichttermin“, stellt Scharf fest. Am 10. und 11. Oktober feiert die bayerische Meisterschaft der Friseure ihr 20jähriges Jubiläum am Standort Nürnberg.