Corona-Virus: Friseure fordern von der Politik: Mehrwertsteuer für das Friseurhandwerk jetzt reduzieren

7 Prozent Mehrwertsteuer für Friseure wäre das richtige Zeichen von der Politik.

7 Prozent Mehrwertsteuer für Friseure wäre das richtige Zeichen von der Politik.

In der Corona-Krise fordern die bayerischen Friseure ein deutliches Zeichen von der Politik. „Als personalintensives Handwerk brauchen wir umgehend eine Reduzierung der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent“, erklärt Landesinnungsmeister Christian Kaiser, der auch Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks ist.

„Wir sehen in einem reduzierten Mehrwertsteuersatz eine enorm wirksame Maßnahme, um einer drohenden weiteren Verlagerung der Nachfrage während und nach der Corona-Krise in diesem sehr personalintensiven und damit stark schwarzarbeitsgefährdeten Tätigkeitsbereich in die Schattenwirtschaft entgegenzuwirken“, mahnt der Landesinnungsmeister.
„Das Friseurhandwerk ist eine ausbildungs- und beschäftigungsstarke Branche mit hohem Frauenanteil und vorbildlicher Integrationskraft. Andererseits kämpft sie mit einem hohen Anteil an umsatzsteuerbefreiten Kleinstbetrieben und Schwarzarbeit“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser weiter. „Wir wollen die Stärken unseres Friseurhandwerks ausbauen und die Probleme anpacken. Daher fordern wir von der Bundesregierung in der jetzigen Krise, den reduzierten Mehrwertsteuersatz für Friseurdienstleistungen schnellstmöglich einzuführen.“
Eine Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent ermöglicht Preissenkungen, motiviert Nachfragesteigerungen, erzeugt dadurch kräftige Beschäftigungsimpulse und dämmt gleichzeitig die Schwarzarbeit ein. Das Reduzieren der Mehrwertsteuer für Friseurdienstleistungen verspricht gerade in der Zeit nach der Corona-Krise einen hohen gesamtwirtschaftlichen Nutzen. Neben mehr Arbeits- und Ausbildungsplätzen würden durch eine niedrigere Mehrwertsteuerlast der Anreiz zur Schwarzarbeit stark gemindert und die steuerpflichtigen Umsätze steigen. „Es wäre das richtige Zeichen der Politik gegenüber dem Friseurhandwerk“, erklärte Christian Kaiser. „Ich appelliere an unserer Volksvertreter, dass sich ökonomische Vernunft durchgesetzt und somit unsere Betriebe trotz Corona überleben werden.“
Am Ende würde sich das dann auch im Steuersäckel positiv bemerkbar machen. Denn der Reduzierung der Mehrwertsteuer stehen höhere Einnahmen aus mehr steuerpflichtigen Umsätzen und Löhnen gegenüber. „Angesichts der Corona-Krise und der damit angespannten wirtschaftlichen Situation brauchen wir gerade in Deutschland einen reduzierten Mehrwertsteuersatz auf Friseurdienstleistungen.“
Begründet wird die Forderung durch die Tatsache, dass das Friseurhandwerk als äußerst beschäftigungsintensiv gilt, denn mehr als 50 Prozent der Betriebsausgaben betreffen die Personalkosten. Der Wert der in die Dienstleistung eingebrachten Produkte liegt mit rund 10 Prozent deutlich niedriger.

Reduzierten Mehrwertsteuersatz für Friseure jetzt umsetzen

„Jetzt ist die Zeit gekommen, die Versprechungen gegenüber dem Friseurhandwerk über einen reduzierten Mehrwertsteuersatz einzulösen.“ Mit diesen Worten ermuntert der Landesinnungsmeister des bayerischen Friseurhandwerks Andreas Popp die verantwortlichen Politiker auf Bundesebene, einen reduzierten Mehrwertsteuersatz für das personalintensive Friseurhandwerk einzuführen. Das System der reduzierten Mehrwertsteuersätze soll ab September überprüft werden. Das haben die Spitzen der schwarz-gelben Koalition vereinbart. Auch der Bundesrechnungshof drängt auf eine Reform der Mehrwertsteuer. Er empfiehlt, das seit 40 Jahren nahezu unverändert bestehende System der Mehrwertsteuerermäßigungen grundlegend zu überarbeiten. Dabei hält er eine einfache und klare Systematik für erforderlich.

„Wir haben alle Verständnis für die Notwendigkeit, den Staatshaushalt zu konsolidieren. Gerade aber vor diesem Hintergrund ist ein reduzierter Mehrwertsteuersatz für Friseure notwendig“, so Landesinnungsmeister Andreas Popp. Gemäß der europäischen Zielsetzung könne ein reduzierter Mehrwertsteuersatz als wirksames Instrument für mehr Beschäftigung und gegen Schwarzarbeit eingesetzt werden. So konnte in den Niederlanden im Rahmen des EU-Modellversuchs ein Beschäftigungswachstum von rund 15 Prozent erzielt werden. Und die neueste Studie des Volkswirtschaftlichen Institutes für Mittelstand und Handwerk hebt hervor, dass hierzulande mit 9.000 bis 35.000 neuen Arbeitsplätzen zu rechnen ist und der Schwarzmarkt spürbar eingedämmt wird. Steuermindereinnahmen, so sie denn überhaupt entstehen, könnten auch durch ein Absenken der 17.500 Euro-Umsatzsteuerfreigrenze kompensiert werden. Dies würde endlich die Wettbewerbsverzerrungen im Friseurhandwerk beseitigen.

Vor Ort: Friseure übergeben Mehrwertsteuerstudie an Bundesminister Ramsauer

Die Obermeisterin der Friseurinnung Traunstein/Berchtesgadener Land Evelyn de Marco-Maier übergibt an Bundesminister Dr. Peter Ramsauer eine Studie zur Reduzierung der Mehrwertsteuer für Friseure.

Anlässlich eines Besuches der Kreishandwerkerschaft Traunstein/Berchtesgandener Land in Berlin, übergab die Obermeisterin der Friseurinnung Traunstein/Berchtesgadener Land Evelyn de Marco-Maier, an Bundesminister Dr. Peter Ramsauer die Studie des Volkswirtschaftlichen Institutes für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, mit der Bitte um Unterstützung. Die Studie befasst sich mit den positiven  Auswirkungen auf das Handwerk bei Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes auf arbeitsintensive Dienstleistungen.