HAARE 2018 Kongressnachlese: Branchenthemen mit Unternehmensberater Peter Zöllner

Geballte Infos zu aktuellen Branchenthemen von Peter Zöllner auf dem Kongress der HAARE 2018.

Branchenthemen von Peter Zöllner

Branchenthemen von Peter Zöllner

Wer sich einen Überblick über die aktuellen Branchenthemen Mitarbeiterführung, Nachfolge, Leistung-/Mindestlohn Preiskalkulation, Saloncheck und Finanzierung/Förderungen verschaffen will, ist hier genau richtig.

Tariflohn ab Mai 2015 höher

Lohn Friseure Bayern 2015

Um 3,4 Prozent steigen die Tarifentgelte im bayerischen Friseurhandwerk.

 

Zum 1. Mai 2015 sind die Tarifentgelte im bayerischen Friseurhandwerk gestiegen. Der Entgelt-Tarifvertrag vom 11. März 2013 sieht eine Erhöhung von 3,4 Prozent für alle Lohngruppen vor. Der Ecklohn für sogenannte „Erste Kräfte“ liegt dann bei 1.982,60 Euro monatlich, das entspricht einem Stundenlohn von 11,73 Euro. Mit der aktuellen Lohnanpassung gilt nun auch für Mitarbeiter ohne bestandene Gesellenprüfung ein Mindestlohn von 8,50 Euro.

Aktuell gelten im bayerischen Friseurhandwerk folgende allgemein verbindlichen Tarifverträge:

  • Entgelt-Tarifvertrag vom 11. März 2013
  • Manteltarifvertrag für Arbeitnehmer Nr. 3/2014
  • Manteltarifvertrag für die Auszubildenden vom 1.5. 1999 i.d.F. des Änderungs-TV Nr. 1 vom 4.10.2004 und der Protokollnotiz vom 10.10.2007 sowie der Gemeinsamen Erklärung zur Wiederinkraftsetzung vom 9.6.2009

Den Innungsmitgliedern wurden die Tarifverträge nach Abschluss zur Verfügung gestellt. Weitere Exemplare erhalten sie bei ihrer Innung. Nichtmitglieder können kostenpflichtig hier bestellen.

Unverständnis über Personalmangel bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit

Zur Kontrolle des Mindestlohns benötigt die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mehr Personal.

Zur Kontrolle des Mindestlohns benötigt die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mehr Personal.

Mit Unverständnis reagieren die bayerischen Friseure auf eine Information des Bundes-finanzministeriums, wonach beim Zoll Mitarbeiter für die Kontrolle des Mindestlohns fehlen. Schon vor Einführung eines bundesweiten tariflichen Mindestentgelts im Friseurhandwerk zum August 2013 hatte der bayerische Landesinnungsverband gefordert, das Personal bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) aufzustocken. „Der Ehrliche darf nicht der Dumme sein. Zum Schutz unserer legal arbeitenden Mitglieder müssen die schwarzen Schafe zur Strecke gebracht werden“, unterstreicht Christian Kaiser, Landesinnungsmeister des bayerischen Friseurhandwerks, die Forderung nach einer ausreichenden personellen Ausstattung der FKS.

Das bayerische Friseurhandwerk arbeitet seit Jahren intensiv mit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) zusammen, um Schwarzarbeit und Lohndumping im Friseurhandwerk einzudämmen. Die Bundesregierung hatte angekündigt, den Zoll um 1600 Stellen aufzustocken, damit er ab Anfang 2015 die Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns wirksam kontrollieren kann. Aus einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums geht aber hervor, dass die Fahnder erst in fünf Jahren über die erforderlichen 1600 neuen Mitarbeiter verfügen werden.

Die Schwarzarbeit im Friseurhandwerk hat viele Gesichter. Sie findet bei Kellerfriseuren, im Reisegewerbe und bei Kleinstgewerbetreibenden ebenso statt wie bei nach außen hin ganz normalen Salons, die sich durch Lohndumping und Schwarzlohnzahlungen Vorteile im Wettbewerb verschaffen.

Seit 1. August 2013 gilt in ganz Deutschland ein Mindestentgelt-Tarifvertrag für das Friseurhandwerk. Er sieht eine stufenweise Anhebung der Einstiegslöhne auf 8,50 Euro pro Stunde vor. Für die bayerischen Friseure regelt darüber hinaus ein allgemeinverbindlicher Entgelt-Tarifvertrag weitere Lohngruppen. Je nach Funktion beträgt das tarifliche Mindestentgelt bis zu 15 Euro pro Stunde.

Seit einigen Jahren arbeitet der Landesinnungsverband eng mit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) zusammen. Die FKS kontrolliert bei Betriebsbesuchen nicht nur, ob die rechtlichen Voraussetzungen für die Handwerksausübung vorliegen, sondern auch das Einhalten des allgemeinverbindlichen Entgelttarifvertrages sowie das Vorliegen von illegaler Beschäftigung und Leistungsmissbrauch. Regelmäßig werden mit großem Erfolg Salons kontrolliert. Beim bisher größten aufgedeckten Fall von Lohndumping lag der Schaden für die Sozialversicherung bei 680000 Euro. Über Jahre hatte der Inhaber mehrerer Friseursalons hunderttausende Euro an Sozialabgaben unterschlagen. „Solche Friseure beschmutzen das Ansehen der gesamten Branche. Sie verschaffen sich auf nicht legale Weise Vorteile im Wettbewerb und schädigen Staat und Sozialsysteme“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser.

Finnischer TV-Sender berichtet über Mindestlohn

Der finnische Fernsehsender MTV3 hat einen Beitrag über den Mindestlohn in Deutschland gebracht. Stellungnahmen aus Sicht des Friseurhandwerks gibt es vom Vorsitzenden des LIV-Wirtschaftsausschusses Josef Wieser und LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb.

Die Allgemeinverbindlichkeit des Mindestentgeltvertrags ist ein Meilenstein in der Geschichte der Verbandsarbeit

Geschäftsführerin Doris Ortlieb bei ihrer Unterschrift zum bundesweiten Mindestentgeltvertrags im Friseurhandwerk.

Geschäftsführerin Doris Ortlieb bei ihrer Unterschrift zum bundesweiten Mindestentgeltvertrags im Friseurhandwerk.

Als „absolut richtig und wichtig“ begrüßt das bayerische Friseurhandwerk die Allgemeinverbindlichkeit des bundesweiten Mindestentgeltvertrags im Friseurhandwerk. „Damit wird bestätigt, dass der von Bayern initiierte Weg der Tarifpolitik vollkommen richtig war“, so Doris Ortlieb, Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks.

Der am 1. August in Kraft getretene Mindestentgelttarifvertrag für die Beschäftigten des Friseurhandwerks wird für allgemeinverbindlich erklärt. Das hat der beim Bundesarbeitsministerium eingerichtete Tarifausschuss beschlossen.

„Der bayerische Verband hat das Einführen einer tariflichen Lohnuntergrenze für ganz Deutschland in den vergangenen zwei Jahren konsequent vorangetrieben. Wir sind sehr glücklich, dass unsere Arbeit nun durch die Entscheidung des Tarifausschusses gewürdigt wird“, so Ortlieb weiter. „Es ist ein einzigartiger und fast schon historischer Moment für das gesamte Friseurhandwerk.“ Es sei ein Meilenstein in der Geschichte der Verbandsarbeit und Zeichen einer einzigartigen Geschlossenheit, dass dieser Mindestentgelttarifvertrag so zustande gekommen sei.

Bayern hat seit über sechs Jahrzehnten seine Hausaufgaben gemacht und besitzt einen eigenständigen Tarifvertrag. Dennoch sei dieses Signal auf Bundesebene enorm wichtig. Für den Friseur in Coburg war es nicht nachvollziehbar, warum in dem paar Kilometer entfernten Sonneberg deutlich weniger bezahlt werdenkonnte. „Diese Ungleichheit hat nun ein Ende“, so die Geschäftsführerin der bayerischen Friseure.

Ab sofort hat jeder Beschäftigte Anspruch auf einen Mindestlohn von 6,50 Euro (ostdeutsche Länder einschließlich Berlin) und 7,50 Euro (westdeutsche Länder). Gleichzeitig ist jeder Friseur-Arbeitgeber verpflichtet, seinen Beschäftigten diesen tariflichen Mindestlohn zu gewähren. Am 1. August 2014 erhöhen sich die Mindeststundenlöhne auf 7,50 Euro (Ost) beziehungsweise 8 Euro (West). Am 1. August 2015 werden dann in ganz Deutschland 8,50 Euro erreicht und allgemeinverbindlich.

Mindestlohn für Friseure in Kraft

Seit heute gilt in ganz Deutschland ein Mindestentgelt-Tarifvertrag für das Friseurhandwerk. Er wurde im April zwischen der Tarifgemeinschaft der Landesverbände und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vereinbart.  In der ersten Stufe sieht er in den östlichen Bundesländern einschließlich Berlin einen Stundenlohn von 6,50 Euro und in den westlichen Ländern von 7,50 Euro vor.

Die Tarifgemeinschaft der Länder hat einen Mindestentgelt-Tarifvertrag geschlossen.

Die Tarifgemeinschaft der Länder hat einen Mindestentgelt-Tarifvertrag geschlossen.

Matthias J. Lange von redaktion42 hat den historischen Moment im Video festgehalten, als Landesinnungsmeister Andreas Popp und Geschäftsführerin Doris Ortlieb den Tarifvertrag unterschrieben haben. Im Anschluss hat er die beiden zu den Konsequenzen aus dem Vertrag befragt.

Entgelt-Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich

Fotoshooting TAP 207

Für allgemeinverbindlich erklärte der Tarifausschuss beim bayerischen Arbeitsministerium den Entgelt-Tarifvertrag für das bayerische Friseurhandwerk. Damit haben rund 27.300 Beschäftigte in über 8.840 bayerischen Friseurbetrieben rückwirkend zum 1. April 2013 einen Anspruch auf die tarifvertraglich geregelten Stundenlöhne. „Der Tarifvertrag gilt ohne Ausnahme für alle mit friseurhandwerklichen Arbeiten betrauten Mitarbeiter in bayerischen Friseursalons“, stellt Landesinnungsmeister Andreas Popp klar. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie über einen deutschen Berufsabschluss verfügen oder nicht. Für Vollzeitbeschäftigte beträgt der monatliche Mindestlohn damit 1.338 €, Gesellen verdienen von 1.359 € aufwärts. Wer im Salon Führungsverantwortung hat, darf sich auf ein Gehalt von mindestens 2.114,12 € freuen.

Innungsmitglieder haben den Tarifvertrag bereits von ihrer Innung erhalten oder können ihn dort anfordern. Nichtmitglieder können ihn hier bestellen.