Entgelt-Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich

Fotoshooting TAP 207

Für allgemeinverbindlich erklärte der Tarifausschuss beim bayerischen Arbeitsministerium den Entgelt-Tarifvertrag für das bayerische Friseurhandwerk. Damit haben rund 27.300 Beschäftigte in über 8.840 bayerischen Friseurbetrieben rückwirkend zum 1. April 2013 einen Anspruch auf die tarifvertraglich geregelten Stundenlöhne. „Der Tarifvertrag gilt ohne Ausnahme für alle mit friseurhandwerklichen Arbeiten betrauten Mitarbeiter in bayerischen Friseursalons“, stellt Landesinnungsmeister Andreas Popp klar. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie über einen deutschen Berufsabschluss verfügen oder nicht. Für Vollzeitbeschäftigte beträgt der monatliche Mindestlohn damit 1.338 €, Gesellen verdienen von 1.359 € aufwärts. Wer im Salon Führungsverantwortung hat, darf sich auf ein Gehalt von mindestens 2.114,12 € freuen.

Innungsmitglieder haben den Tarifvertrag bereits von ihrer Innung erhalten oder können ihn dort anfordern. Nichtmitglieder können ihn hier bestellen.

Entgelt-Tarifvertrag gekündigt

ver.di hat den Entgelt-Tarifvertrag gekündigt.

ver.di hat den Entgelt-Tarifvertrag gekündigt.

ver.di hat den Entgelt-Tarifvertrag vom 4. April 2011 fristgerecht zum 31. März 2013 gekündigt. Der bayerische Landesinnungsverband wird also nicht nur am 18. Februar auf Bundesebene über einen Mindestlohn verhandeln, sondern auch innerhalb der nächsten acht Wochen in Verhandlungen über einen neuen Entgelt-Tarifvertrag für Bayern eintreten.

Aktuell gelten im bayerischen Friseurhandwerk folgende allgemein verbindliche Tarifverträge:

  • Entgelt-Tarifvertrag vom 4. April 2011 (gekündigt zum 31. März 2013)
  • Manteltarifvertrag für Arbeitnehmer vom 4.10.2004 i.d.F. der Protokollnotiz vom 10.10.2007 und des Änderungs- TV Nr. 1 vom 25.2.2009
  • Manteltarifvertrag für die Auszubildenden vom 1.5. 1999 i.d.F. des Änderungs-TV Nr. 1 vom 4.10.2004 und der Protokollnotiz vom 10.10.2007 sowie der Gemeinsamen Erklärung zur Wiederinkraftsetzung vom 9.6.2009

Die Tarifverträge können hier bestellt werden.

Tariflöhne für bayerische Friseure sind allgemein verbindlich

Bayerische Tarifverträge

Die Tarifverträge im bayerischen Friseurhandwerk gelten für alle Salons in Bayern.

Für allgemein verbindlich erklärte in seiner heutigen Sitzung der Tarifausschuss im bayerischen Arbeitsministerium den Entgelt-Tarifvertrag für das bayerische Friseurhandwerk. Er folgte damit im Grundsatz dem gemeinsamen Antrag der Gewerkschaft verdi und des Landesinnungsverbandes. Die Allgemeinverbindlichkeit gilt für alle Lohngruppen mit Ausnahme der Gruppe Ia rückwirkend ab 1. April 2011. Die Lohngruppe Ia ist ab 1. Dezember 2011 allgemein verbindlich. „Als bayerischer Landesinnungsverband treten wir für einen fairen Wettbewerb im Friseurhandwerk ein. Dazu gehören faire Löhne und das Einhalten von Lohnuntergrenzen. Die Allgemeinverbindlichkeit ist hierbei ein wichtiger Baustein. Wir begrüßen die Entscheidung des Tarifausschusses.“, so Josef Wieser, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Landesinnungsverband, der die Entscheidung des Tarifausschusses persönlich entgegennahm.

Im ersten Gesellenjahr gilt nun für alle Friseure, die in Friseursalons in Bayern beschäftigt sind, ein tariflicher Mindestlohn von 7,62 Euro pro Stunde. Betriebsleiter in Betrieben mit ein bis vier Mitarbeitern haben einen Anspruch auf einen Stundenlohn von 11,81 Euro.

Nach dem Tarifvertragsgesetz sind die Arbeitgeber verpflichtet, die für ihren Betrieb maßgebenden Tarifverträge an geeigneter Stelle im Betrieb auszulegen. Innungsmitglieder haben den Tarifvertrag bereits von ihrer Innung erhalten. Nichtmitglieder können ihn hier bestellen.

Bayerische Friseure setzen auf allgemeinverbindlichen Tarifvertrag – Mindestlohndebatte wird versachlicht

Mindestlohn Friseur

Die Tarifautonomie muss beim Mindestlohn gewahrt bleiben.

Für Sachlichkeit in der Diskussion um den Mindestlohn setzte sich der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks auf seiner Mitgliederversammlung in Seehausen ein. „In Bayern gibt es seit 1990 durchgehend allgemeinverbindliche Lohntarifverträge, auf die sich Landesinnungsverband und Gewerkschaft geeinigt haben“, so Landesinnungsmeister Andreas Popp.

Der Tarifvertrag der bayerischen Friseure sieht eine Lohnsteigerung in Abhängigkeit von Berufserfahrung und Qualifikation vor. „Das ist erheblich besser als eine reine Lohnuntergrenze, wie sie der Mindestlohn darstellt“, so Landesinnungsmeister Andreas Popp in Seehausen. „Es ist immer besser, wenn sich die Tarifpartner um Einigung bemühen, als wenn der Staat in die Tarifautonomie eingreift.“ Der neue Tarifvertrag liegt derzeit beim bayerischen Arbeits- und Sozialministerium zur Genehmigung der Allgemeinverbindlichkeit vor. Fest steht aber auch, dass ein tariflicher Mindestlohn allgemeinverbindlich sein muss und Kontrollen erfolgen müssen. Verstöße sind dann konsequent zu ahnden.

Die Delegierten in Seehausen verabschiedeten eine Resolution und schlossen sich der Position des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks an, die den aktuellen CDU-Vorschlag begrüßt. Um die Lohnunterschiede zwischen den Bundesländern auszugleichen, sei ein tariflicher Mindestlohn geeignet. Die Tariflöhne in Bayern sind derzeit deutlich höher als die Abschlüsse in Thüringen und Sachsen.

„Damit wird es möglich sein, branchenspezifisch und regional gemeinsam mit dem Tarifpartner zu vernünftigen Lösungen zu kommen, die sowohl marktgerecht sind als auch den Beschäftigten angemessene Löhne ermöglichen“, so Landesinnungsmeister Andreas Popp weiter. Das Umsetzen des CDU-Vorschlages hänge davon ab, dass die in den meisten Bundesländern wie auch in Bayern aktuell vereinbarten Tarifverträge weiterhin allgemeinverbindlich sind.

Tariflohn oder gesetzlicher Mindestlohn?

Friseurmeister Josef Wieser, zugleich Vorstandsmitglied des Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks und Vorsitzender des Ausschusses Wirtschaft und Sozialen, stellte sich vor kurzem den Medien. In dieser SAT 1-Reportage vom 8. Mai 2010 nimmt er Stellung zur Debatte Tariflohn oder gesetzlicher Mindestlohn für bayerische Friseure.

Lohnerhöhung für Friseurgesellen und -meister

Über eine Lohnerhöhung von bis zu drei Prozent zum 1. Juli 2010 dürfen sich die Mitarbeiter im bayerischen Friseurhandwerk freuen. Im ersten Gesellenjahr beträgt der tarifliche Mindestlohn künftig 1.269,25 Euro bei einer 39-Stunden-Woche. Alle anderen Lohngruppen werden um eineinhalb Prozent angehoben. Erste Kräfte verdienen dann 1.709,25 Euro, als Betriebsleiter liegt das Gehalt bei mindestens 1.956,50 Euro.

Die durch den Entgelt-Tarifvertrag 2009 geregelten Bruttolöhne sind allgemein verbindlich und daher von allen Friseurbetrieben in Bayern einzuhalten.

Die für das bayerische Friseurhandwerk geltenden Tarifverträge müssen außerdem in allen Salons ausliegen, sodass die Mitarbeiter sie jederzeit einsehen können. Das schreibt das Tarifvertragsgesetz für allgemein verbindliche Tarifverträge vor.

Innungsmitglieder erhalten die aktuellen Tarifverträge von ihrer Innung. Nichtmitglieder und Mitarbeiter können diese zum Bestellformular beim Landesinnungsverband erwerben.

Finanzkontrolle Schwarzarbeit nimmt Billig-Friseure ins Visier

München (17. Dezember 2008) – Sechzehn Billig-Friseurbetriebe im Münchner Bahnhofsviertel mit über 80 Personen wurden Mitte Dezember durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit München überprüft. Hierbei stellten die Ermittler zahlreiche Verstöße gegen das Handwerksrecht fest. Ein Großteil der Betriebe zahlte wohl auch nicht den Lohn nach dem allgemeinverbindlichen Tarifvertrag.

Der LIV begrüßt, dass mit dieser Aktion die Befürchtungen der Innung und des Landesinnungsverbandes ernst genommen und schwarze Schafe genauer überprüt werden.Vielfältig waren die Verstöße, die von der Prüfern des Hauptzollamts München festgestellt wurden: So konnte fast keiner der geprüften Billig-Betriebe einen Meister vorweisen, der die geforderte Arbeitszeit in dem Betrieb leistete; in einem Fall wurde sogar eine Lehrling ohne Meister ausgebildet. Die Handwerksverstöße werden an das Kreisverwaltungsreferat weiter gemeldet: Dieses prüft dann in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer, ob eine Schließung der Betriebes erforderlich ist. Ein Friseur hat in einem Billigsalon – ebenfalls ohne Meistertitel – einen Stuhl angemietet, um dort sein „eigenes Gewerbe“ auszuüben.

Neben dem handwerkrechtlichen Verstoß prüfen die Zöllner hierbei auch, ob die tatsächlichen Voraussetzungen für eine Selbständigkeit gegeben sind.Teuer wird es für die zahlreichen Billigbetriebe, die ihr Personal nicht nach dem geltenden Tariflohn bezahlen. Obwohl die Untergrenze der Löhne bei 7,04 €, nach einem Jahr 7,66 € pro Stunde liegt, hat ein Arbeitgeber seinen Leuten nur 5,25 € brutto gewährt. Da der Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt ist, besteht nicht nur für die Arbeitnehmer ein Rechtsanspruch auf die Zahlung. Auch die Sozialversicherung ist für den Mindestlohn fällig, egal ob dieser ausbezahlt wurde oder nicht. Neben der Nachforderung der Beiträge wird auch die Einleitung von Strafverfahren wegen Nichtentrichten der Beiträge geprüft. In zwei geprüften Betrieben waren Beschäftigte gar nicht angemeldet, ein Ausländer arbeitete ohne Arbeitserlaubnis. In diesen Fällen werden Straf- und Bußgeldverfahren gegen die Inhaber eingeleitet.