Wer will schon als Friseur in die Röhre schauen?

Kopfschütteln bei Bayerns Friseuren: Wer will schon als kreativer Mensch den ganzen Tag in die Röhre schauen?

Mit Kopfschütteln reagieren die bayerischen Friseure auf eine Werbekampagne der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG. Das Unternehmen der Stadtwerke München plakatiert im U-Bahn-Bereich der Landeshauptstadt einen Aufruf zum Jobtausch für Friseure.

„Tausche Kamm & Schere gegen Fahrersitz“, heißt es in dem Plakat. „Glauben die Verantwortlichen wirklich, dass sich ein Friseur mit so einer plumpen Ansprache locken lässt? Schließlich hat er sich bewusst für einen kreativen Beruf entschieden“, so Landesinnungsmeister Christian Kaiser. „Warum soll ich als Friseur die Monotonie eines U-Bahn-Fahrers wählen, wenn ich Schönheit und Kreativität im Beruf haben und mich selbst verwirklichen kann? Wer will schon dauernd in die Röhre schauen?“

Zudem wird durch die Digitalisierung der U-Bahn-Fahrer ersetzt, wie die fahrerlosen U-Bahnen in Nürnberg bereits zeigen. Der Friseurberuf hat dagegen Bestand, denn er arbeitet am Menschen und ist nicht zu ersetzen.