My beauty career: Stefan M Pauli

Der Münchner Friseur Stefan M Pauli macht mit bei der Nachwuchsaktion Ich bin Friseur vom Zentralverband und L’Oreal. Viel Spaß beim Schauen.

Was tut der Verband, um die drohende Lehrstellenkrise für Friseure zu lösen?

Vorstandsmitglied Christian Kaiser im Gespräch mit Jugendlichen und Eltern über die Chancen im Friseurhandwerk.

Vorstandsmitglied Christian Kaiser im Gespräch mit Jugendlichen und Eltern über die Chancen im Friseurhandwerk.

Christian Kaiser ist im Vorstand des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks für die Berufsbildung zuständig. Im nachfolgenden Kurzinterview berichtete er von den Erfahrungen auf der Berufsbildungs-Messe.

Ist der Friseurberuf out?

Kaiser: Nein auf keinen Fall. Die Messe in Nürnberg hat wieder gezeigt, der Friseurberuf liegt voll im Trend. Das Interesse ist weiterhin da. Durch den demographischen Wandel wird es allerdings schwieriger, alle offenen Lehrstellen im Friseurhandwerk zu besetzen.

Also keine Krise bei der Attraktivität?

Kaiser: Das Friseurhandwerk ist attraktiv wie immer, aber natürlich haben wir auch mit sinkenden Lehrlingszahlen zu tun. Das trifft unsere Betriebe. Wer sich nicht rechtzeitig als Betrieb positioniert, der hat das Nachsehen, kann offene Stellen nicht besetzen und dem droht der Fachkräftemangel. Ich kann daher nur an alle Saloninhaber zu appellieren, rechtzeitig die richtigen Weichen zu stellen und auch neue Wege zu gehen.

Welche Wege könnten dies sein?

Kaiser: Wer Jugendliche für das Friseurhandwerk gewinnen will, muss auf sie zugehen und mit ihnen sprechen. Innungsbetriebe können sich bei Messen und Veranstaltungen präsentieren oder in die Schulen gehen. Man muss in die Öffentlichkeit gehen, aber auch Leute in den Salon einladen. Und nicht zu vergessen die sozialen Netzwerke, allen voran Facebook, die heute für den Kontakt zu jungen Leuten unverzichtbar sind. Der LIV unterstützt die Betriebe hier mit Material und Seminaren.

Was tut denn der Verband, um die drohende Lehrstellenkrise zu lösen?

Kaiser: Wir arbeiten auf mehreren Ebenen. Einmal wie hier bei der Berufsbildung 2012 in Nürnberg praktisch vor Ort. Der Landesinnungsverband zeigt mit seinen Partner ein modernes Bild des Friseurhandwerks live und zum Anfassen. Die Schülerinnen und Schüler aus ganz Bayern können in den offenen Stand kommen und mit den Gesellen und Lehrlingen sprechen. Gerade motivierte junge Lehrlinge sind die besten Botschafter für unser Handwerk. Wir haben als Verband neuestes Material für die Nachwuchswerbung produziert, das wir in Nürnberg mit Erfolg eingesetzt haben. Zudem machen wir gute Erfahrungen mit den Medien unseres Zentralverbandes, der zusammen mit L’Oreal die umfangreiche Kampagne „My beauty Career“ entwickelt hat.

Auf anderer Ebene stellen wir in der Tarifpolitik und in der Bildungspolitik die richtigen Weichen. Die Mitgliederversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks hat vor kurzem die Aufnahme von Verhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über einen Mindestentgelt-Tarifvertrag befürwortet. Auch wir Bayern haben hier mitgestimmt. Eine Tarifgemeinschaft der Landesinnungsverbände soll bald mit den Verhandlungen beginnen. Der Zentralverband setzt damit ein deutliches Zeichen für aktive Tarifgestaltung in der Friseurbranche.

Welche Fragen wurden bei der Berufsbildung 2012 von den Jugendlichen vor allem gestellt?

Kaiser: Viele Fragen drehten sich um Lehrinhalte und die Anforderungen. Was wird denn in der Lehre beigebracht und was muss der Jugendliche bei der Wahl seines Ausbildungsbetriebes beachten. Hier haben wir ein klares Statement für die Innungsbetriebe abgegeben. Uns ist es wichtig, warum die Jugendliche den Friseurberuf ergreifen wollen. Viele kommen mit konkreten Vorstellungen, sind aber dann doch erstaunt, welche Vielfalt der Beruf bietet. Für mich bedeutet dies, wir müssen unser Handwerk noch besser vorstellen und die Chancen klarer kommunizieren.

Friseurberuf ist höchst attraktiv

Sehr gut besucht, war der Stand des LIV auf der Berufsbildung in Nürnberg.

Sehr gut besucht, war der Stand des LIV auf der Berufsbildung in Nürnberg.

„Der Friseurberuf ist ein höchst attraktiver Beruf“ – dieses Fazit zieht der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks (LIV) nach vier intensiven Messetagen auf der Berufsbildung 2012 in Nürnberg. Rund 55.000 Jugendliche aus ganz Bayern kamen in die Nürnberger Messehallen, um sich über ihren Traumberuf zu informieren. Dabei stand das Friseurhandwerk hoch im Kurs – vor allem bei den Schülerinnen.

Es zeigte sich, dass das Messe-Konzept des Landesinnungsverbandes voll aufgegangen ist. Auf der Berufsbildung-Messe zeigten Friseurazubis von den Berufsschulen Fürth, Lauf, Nürnberg und Roth sowie Schüler von Meininghaus – Akademie der Friseure die Vielfalt des Berufes. „Es kommt gut an, dass die Jugendlichen von gleichaltrigen Auszubildenden angesprochen werden. Sie können ihre Alterskollegen besser überzeugen als jede Art von trockener Information. Motivierte Lehrlinge sind das beste Aushängeschild und Botschafter für unsere Branche“, so Landesinnungsmeister Andreas Popp. Der Vorstand des Landesinnungsverbandes war mit zahlreichen Friseurmeistern vertreten, die dann konkrete Fragen zur Ausbildung und Karriere beantworten konnten.

Kreativität und Spaß haben - dies sind nur zwei Eigenschaften des Friseurberufes.

Kreativität und Spaß haben – dies sind nur zwei Eigenschaften des Friseurberufes.

Mit vier neuen flippigen Postkartenmotiven traf der LIV den Geschmack der Jugendlichen. „Die Postkarten decken eine Grundinformation über den Beruf ab. Durch die unterschiedlichen Motive waren sie beliebtes Sammlerobjekt auf der Messe“, so LIV-Vorstandsmitglied Tanja Arnold-Petter. Zudem kam das Material der Nachwuchswerbekampagne „My Beauty Career“ vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks zum Einsatz. Zusammen mit L`Oreal entwickelte der Zentralverband ein Medienpaket für die Nachwuchswerbung, das Verbände, Innungen und die Kampagnenbotschafter bei ihren Auftritten verwenden.

HAARE 2012: Friseurhandwerk wirbt um Nachwuchs mit „My beauty Career“

Nicht besetzte Lehrstellen bedrohen das Friseurhandwek. Deshalb haben der Zentralverband und L’Oréal gehandelt und zusammen die Nachwuchskampagne „My beauty Career“ gestartet. Ziele sind, das Friseurhandwerk für Auszubildende attraktiver zu machen und die Branche in ihrer Gesamtheit weiterzuentwickeln. Auf der HAARE 2012 gibt es dazu unter anderem einen eigenen Vortrag auf dem Pecha Kucha. Was sich dahinter verbirgt, lesen Sie hier.

Kreativität, Vielseitigkeit und Attraktivität sind die „Assets“, die es qualifizierten Jugendlichen zu vermitteln gilt. Friseur zu sein bedeutet wesentlich mehr als Waschen, Schneiden, Legen. Unter dem Motto „My Beauty Career“ stellt die gemeinsame Kampagne von Zentralverband und L’Oréal Professionelle Produkte den Facettenreichtum des Berufs dar und zeigt Perspektiven auf – der Friseur als Unternehmer, Farbexperte, Trendexperte, Trainer, Artist und derjenige, der Frauen schöner macht. In einer Reihe von kommunikativen Maßnahmen werden online und offline Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten präsentiert, um das Interesse von – vor allem höher gebildeten Schulabgängern – zu wecken. Seit Mai 2012 läuft dazu eine breit angelegte Kommunikationskampagne über Poster, Flyer, Online und Social Media starten. Botschafter, wie beispielsweise Friseurunternehmer, machen unter Schulabgängern Lust auf den Beruf. Außerdem gibt es noch Informationsveranstaltungen in den L’Oréal Académien mit Referenten und Experten aus der Branche. „Nachwuchsgewinnung ist ein Thema für die gesamte Branche. Wir begrüßen, dass ein Unternehmen wie L’Oréal Professionelle Produkte mit uns gemeinsam für ein wirtschaftlich agiles Friseurhandwerk sorgt, in dem gute Mitarbeiter die Schlüsselposition innehaben“, hebt Andreas Popp, Präsident des Zentralverbandes hervor. Infos gibt es im Internet. Wer sich als Ausbildungsbetrieb auf der Website eintragen lassen möchte, wendet sich an seine Innung oder den Landesinnungsverband.