Klares Bekenntnis zur dualen Ausbildung

Fotoshooting TAP 207

Eine klare Absage erteilte die Mitgliederversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks dem von L’Oreal Deutschland angekündigten Schulungsprogramm zum sogenannten Master of Beauty. Die Delegierten beschlossen einstimmig eine Resolution zur dualen Ausbildung im Friseurhandwerk. „Zur Sicherung eines qualifizierten Fachkräftenachwuchses bedarf es einer umfassenden und geordneten Ausbildung“, betont Landesinnungsmeister Christian Kaiser anlässlich des Beschlusses. „Außerdem ist es für Jugendliche nicht attraktiv, eine Schmalspurausbildung zu absolvieren, die sie selber finanzieren müssen und die ohne Gesellenprüfung endet“, so Kaiser weiter.

„Wir appellieren an alle ausbildungsberechtigten Betriebe, sich aktiv um Auszubildende zu bemühen“, fordert Christian Hertlein, Vorsitzender des LIV-Berufsbildungsausschusses die Kolleginnen und Kollegen auf. „Die duale Ausbildung bietet ein hohes Maß an Flexibilität und ist auch für höherqualifizierte Bewerber und Quereinsteiger geeignet. Innungen und Landesinnungsverband beraten ihre Mitglieder hierzu gerne“, bietet Hertlein Unterstützung an.

3768 Jugendliche absolvieren derzeit eine Ausbildung zum Friseur/zur Friseurin in einem bayerischen Friseursalon. In den vergangenen Jahren ist bei jungen Männern ein steigendes Interesse am Friseurberuf zu verzeichnen. Ihr Anteil an den Auszubildenden beträgt knapp 12 Prozent. Die monatliche Ausbildungsvergütung beträgt 450, 555 und 700 Euro. Im Laufe des Jahres soll ein neuer Vergütungstarifvertrag abgeschlossen und der Manteltarifvertrag zur Regelung der Rahmenbedingungen überarbeitet werden.

Bayerische Friseure setzen auf allgemeinverbindlichen Tarifvertrag – Mindestlohndebatte wird versachlicht

Mindestlohn Friseur

Die Tarifautonomie muss beim Mindestlohn gewahrt bleiben.

Für Sachlichkeit in der Diskussion um den Mindestlohn setzte sich der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks auf seiner Mitgliederversammlung in Seehausen ein. „In Bayern gibt es seit 1990 durchgehend allgemeinverbindliche Lohntarifverträge, auf die sich Landesinnungsverband und Gewerkschaft geeinigt haben“, so Landesinnungsmeister Andreas Popp.

Der Tarifvertrag der bayerischen Friseure sieht eine Lohnsteigerung in Abhängigkeit von Berufserfahrung und Qualifikation vor. „Das ist erheblich besser als eine reine Lohnuntergrenze, wie sie der Mindestlohn darstellt“, so Landesinnungsmeister Andreas Popp in Seehausen. „Es ist immer besser, wenn sich die Tarifpartner um Einigung bemühen, als wenn der Staat in die Tarifautonomie eingreift.“ Der neue Tarifvertrag liegt derzeit beim bayerischen Arbeits- und Sozialministerium zur Genehmigung der Allgemeinverbindlichkeit vor. Fest steht aber auch, dass ein tariflicher Mindestlohn allgemeinverbindlich sein muss und Kontrollen erfolgen müssen. Verstöße sind dann konsequent zu ahnden.

Die Delegierten in Seehausen verabschiedeten eine Resolution und schlossen sich der Position des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks an, die den aktuellen CDU-Vorschlag begrüßt. Um die Lohnunterschiede zwischen den Bundesländern auszugleichen, sei ein tariflicher Mindestlohn geeignet. Die Tariflöhne in Bayern sind derzeit deutlich höher als die Abschlüsse in Thüringen und Sachsen.

„Damit wird es möglich sein, branchenspezifisch und regional gemeinsam mit dem Tarifpartner zu vernünftigen Lösungen zu kommen, die sowohl marktgerecht sind als auch den Beschäftigten angemessene Löhne ermöglichen“, so Landesinnungsmeister Andreas Popp weiter. Das Umsetzen des CDU-Vorschlages hänge davon ab, dass die in den meisten Bundesländern wie auch in Bayern aktuell vereinbarten Tarifverträge weiterhin allgemeinverbindlich sind.